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Das Haus: Roman
 
 
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Das Haus: Roman [Gebundene Ausgabe]

Andreas Maier
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 164 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (12. Dezember 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422669
  • ISBN-13: 978-3518422663
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 21.116 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Mit Das Haus ist Andreas Maier ein großer, stiller Text gelungen: eine gänzlich unsentimentale Erinnerungs-Etüde, voller Humor und abgrundtiefer Traurigkeit, mit einer sprachlichen Genauigkeit, die an sich schon großartig ist. Ein kleines Stück großer Literatur und eine ganz eigenwillige Art poetischer Heimatkunde, die hoffentlich bald fortgesetzt wird.«

(Andrea Gerk )

»Die Vertreibung aus dem Paradies der frühesten Kindheit, die Andreas Maier in seinem heute erscheinenden Roman beschreibt, könnte drastischer kaum ausfallen. Selten hat man den Verlust so glaubhaft aus kindlicher Perspektive erzählt bekommen.«

(Sandra Kegel Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Das Haus wirkt wie ein Prolog zu einem gewaltigen Panorama.«

(Richard Kämmerlings Die Welt )

»... Andreas Maier gelingt es meisterhaft, seine Empfindsamkeiten, seine Kindheitsnöte, seine Probleme mit der Welt, so wie er sie vorgefunden hat und wie sie ihm erzählt worden ist, produktiv umzuwandeln, sie zu Literatur werden zu lassen.«

(Gerrit Bartels Tagesspiegel )

»Sein Buch ist herrlich eigen, einer der Ausnahme-Romane des Jahres.«

(Tobias Becker spiegel.de )

»Es spricht für das Buch, dass der Leser sich in den Kindheitserfahrungen wiederfinden kann. ... Andreas Maier erkundet aus Erinnerung, Einfühlung und Mutmaßung die Seelenlage seiner frühen Jahre. Es ist eine Art Rekonstruktion eines inneren Bildes, eine sensibel und sprachmächtig betriebene Familienaufstellung.«

(Michael Schreiner Augsburger Allgemeine )

»Das Haus ist das Psychogramm eines Kindes, das es schwer hat im Leben - eine rückblickende Bestandsaufnahme, aber eben keine Therapie, die ja immer auch Auswege zeigen sollte. Dem aber verweigert sich Maier und bleibt so in der Welt des Kindes gefangen. Die Schwäche des Kindes ist die Stärke des Romans.«

(Dierk Wolters Frankfurter Neue Presse )

»Ein Roman über Drinnen und Draußen, über das Ich und die Welt. Ganz klein. Ein großes Buch.«

(Jörg Magenau tageszeitung )

»Andreas Maier ist ein Konstrukteur, der mit Vergangenem arbeitet und aus diese, flüchtigen Material ein Haus geschaffen hat, in dem man verschiedene Zimmer betritt und staunt, was sich darin angesammelt hat.«

(Michael Opitz Deutschlandradio Kultur )

»Es ist absolut fesselnd, wie plastisch der Autor das alltägliche Martyrium eines überforderten Kindes beschreibt...Auch der lebenstüchtige Vater oder die extrem wütende Schwester sind dermaßen starke Figuren, dass man sie noch gerne länger begleiten möchte. Zum Glück folgt bald die Fortsetzung.«

(Karin Cerny profil )

» ›Das Zimmer‹ und ›Das Haus‹ sind einzigartige Romane, geschrieben mit jener Besessenheit, die große Literatur ausmacht. Die Evokation von Kindheitsräumen, in denen Weltbilder entstehen, gelingt erzählerisch und sprachlich so überzeugend, dass man die nächsten Bände herbeisehnt und die meisten der generationenübergreifenden Familienepen, die den Buchmarkt derzeit überschwemmen, liebend gern zur Seite legt.«

(Rainer Moritz Neue Zürcher Zeitung )

Kurzbeschreibung

Am Beginn dieses Lebens ist Herbst, und Enten schwimmen auf dem Bad Nauheimer Teich. Der Erzähler erinnert sich an ein Paradies, ein Leben ganz ohne Menschen und Zwänge. Die ersten drei Jahre verlebt er bei seiner Urgroßmutter. Aber dann kommt der Einzug in das große, neue Haus der Familie, das dort gebaut worden ist, wo vormals die Apfelbäume standen. Das leere Haus wird zum Lebenszentrum des Kindes. Auf der Flucht vor dem grellen Küchenlicht des gemeinsamen Abendessens werden die unteren Regionen, die Kellerräume mit ihren Ölbrennern und Tankanlagen, zu seiner abgründigen Heimat. Das Kind spricht lange nicht, nimmt keinen Kontakt zu seiner Umwelt auf, wird zu Ärzten gebracht. Später fliegt der Keller als Raumschiff Enterprise in den Wetterauer Himmel, und der ältere Bruder ist der Kommandant. Während die Schwester, laut wie die Posaunen von Jericho, die Wände des Hauses zum Erzittern bringt. Mit "Das Haus" setzt Andreas Maier konsequent fort, was er mit seinem Erfolgsroman "Das Zimmer" begonnen hat. Ein Buch, ein Haus, ein Leben, nahe herangezoomt, dann wieder fast klinisch sezierend auf Abstand gebracht und immer erfüllt von der Seele des Kindes – und von dem vielleicht, was wir lange schon vergessen haben, auch wenn es einmal unser aller Ursprung gewesen ist.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Kleinod 2. Februar 2012
Von capkirki
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Durch Zufall bin ich über "Das Haus" von Andreas Maier gestolpert. Irgendwo habe ich einen kurzen Auszug gelesen, in dem Maier über die Bad Nauheimer Stockenten schrieb und da Bad Nauheim meine Heimatstadt ist, bin ich natürlich hellhörig geworden.
Nach kurzer Recherche wanderte das Buch in meinen Einkaufskorb und dann zu mir nach Hause. Was für ein Glücksgriff!

Ich hab mich sofort in den Stil des Autors verliebt, in seine langen Sätze, seine Denkweise, seine Art, die Geschichte aus der Sicht eines Kindes zu erzählen, eines Kindes, das es nicht leicht hatte im Leben. "Das Haus" ist eine Fortsetzung seiner geplanten elfbändigen Romanserie und somit sicher nicht das letzte Buch, das ich von diesem Autor lesen werde.

Es ist ein autobiografisches Werk über seine Kindheit in der Wetterau. Maier erzählt von seinen ersten drei Lebensjahren, die er vor allem mit der Urgroßmutter verbringt und an die er sich später mit großer Sehnsucht erinnert.

"Und ich mache mir meine mir nicht mehr gegenwärtige Urgroßmutter dadurch wieder lebendig, dass ich die alten Wege von damals gehe und an den Plätzen sitze, auf denen sie damals auch saß, mit mir als Säugling.
Und auch wenn der gegenwärtige Bürgermeister mit großer Energie an der Vernichtung dessen arbeitet, was meine Geburtsstadt einstmals war, so ist doch ein Teil meiner damaligen Jahre tatsächlich noch vorhanden und noch nicht ins Nichts zurückgewandelt worden: die Uhlandstrasse mit ihren Häusern, der Solgraben, der Park, die Gradierwerke, auch ein Großteil der Cafés, die meine Urgroßmutter mit mir aufsuchte, ist noch da. Wenn ich dort spazierengehe, rede ich mir immer ein, ich liefe eigentlich durch meine frühste Seelenlandschaft."

Oh wie gut kann ich ihn verstehen!

Doch dann bauen seine Eltern ein großes, kaltes Haus in Friedberg und ziehen um. Der "Problem-Andreas", der schon als Kleinkind kaum gesprochen hat, zieht sich hier vollkommen in seine eigene Welt zurück. Frühstücke in der grellen Küche sind ihm ein Graus, der erste Tag im Kindergarten ist auch gleichzeitig der letzte und die Schule ist ein einziger Leidensweg. Mit scharfer Beobachtungsgabe beschreibt Maier die Zwänge des Familienlebens, seinen Rückzug aus diesem Leben, nur in seinem Bett unter der Decke und unten im Bastelraum fühlt er sich geborgen.

"Im Grund habe ich von den Jahren vor der Schule vor allem in Erinnerung, wie ich dort unten im kleinen Bastelraum saß, allein mit mir und aufgegangen in einer Tätigkeit, die mich völlig aufhob. Ich war aus der Familie ausgeklinkt und lebte so lautlos und zufrieden vor mich hin"

Es ist ein ehrlicher Roman über das Leben drinnen im Haus und draußen in der Welt - ein großes Werk über die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach dem Paradies ohne Zwänge, ja sogar ohne Menschen. Ein Roman, den man lesen sollte, wenn man die leisen Töne liebt, die doch so Großes beschreiben.

"Aber dann erschuf mein Gehirn aus den eingebildeten Lichtreflexen unter meinen Augenlidern seine eigenen Figuren, lebendige Muster, von meiner Phantasie mit Leben begabte Wesen, die aber nur so etwas wie eine organische Reaktion meiner Augen auf die Dunkelheit waren.
Sie waren grün, rot, gelb, blau, sie schillerten in allen Farben und hatten phantastische Formen, waren aber zugleich wie die Menschen in meiner nächsten Umgebung. Traumgebilde, aber für das Kind eine höhere Form von Realität. Schon lange hatte ich eine Art von Freundschaft mit diesen Nachtfiguren geschlossen. Sie erzählten mir Geschichten und ich ihnen, aber sie konnten auch jedes Mal durch meinen Wunsch in einen vorherigen, amorpheren Zustand zurückgleiten und wieder zu rein ornamentalen, seelenlosen aber doch lebendig bewegten Figuren werden.
Mit diesen Figuren in meinen Augen konnte ich mich beschäftigen wie mit Mustern, die man in einem Teich verursacht, indem man einen Stab hineintaucht und durch kreisende Bewegungen Höfe und andere Formen erzeugt. Bis heute kommt es mir so vor, als habe damals mein Kopf begonnen, mir eine Geschichte zu erzählen, die Geschichte meiner Welt oder der Welt schlechthin. Vielleicht erzählten mir diese Geschichten auch meine Augen, meine Retina, vielleicht waren es meine überstrapazierten Nerven oder der liebe Gott, keine Ahnung.
Vielleicht war es einfach die Welt, die mir die Welt erzählte. Seitdem ist mir immer dieser Gedanke geblieben, dass ich nach wie vor daliege und dass es noch immer damals ist, noch vor der Grundschulzeit und eigentlich noch zur Zeit meiner Urgroßmutter und dass dennoch alles bereits da und komplett vorhanden ist bis zum heutigen Tag, da ich im Zimmer meines Onkels sitze und dieses schreibe, das Zimmer, das Haus und alles weitere, die ganze Ortsumgehung, während sie draußen ihre Ortsumgehung bauen und meine Herkunft und alles, wovon ich schreibe, Zug um Zug ins Einstmal planieren."
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Beeindruckend! 3. Februar 2012
Von S. Hess
Format:Gebundene Ausgabe
Ich möchte hier keine Literaturkritik veröffentlichen, sondern nur sagen, dass mich dieses Werk sehr beeindruckt hat. Andreas Maier beschreibt mit einer nüchternen und präzisen Sprache die Erschütterungen eines Kindes, das sich als radikal verschieden von den anderen erlebt und das befremdet einer bizarren und übermächtigen Welt gegenübersteht. Das Erleben des Kindes tritt uns so deutlich vor Augen, dass wir ergriffen sind und uns selbst wieder zu wundern beginnen. Wir stehen selbst wieder am Anfang und dürfen dem Autor danken, dass er uns an seiner Schöpfungsgeschichte teilhaben lässt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wie kann man sich das Leben aus der Perspektive eines zwei- bis dreijährigen Jungen vorstellen?

Andreas Maier zeigt uns in seinem vorliegenden Roman "Das Haus", wie die Welt aussieht,wenn man noch klein ist und sich weitgehend in totaler Abhängigkeit von den umgebenden Personen befindet. Alles um einen her ist riesengroß: Häuser, Gegenstände und Menschen. Beängstigend sind Geräusche, die man nicht zuordnen kann. Der Icherzähler in dem kleinen Jungen Andreas spürt den Unheimlichkeiten nach. Er hört die Stimmen der Erwachsenen, fühlt die Ängste, die man um ihn hat, der nicht spricht, läuft und insgesamt verzögert in der Entwicklung erscheint.
Mit eindrucksvollen Worten beschreibt der Protagonist dieser Erzählung die Mahlzeiten, die Gottesdienste, Essensgebete und das öde Klima bei den Familienzusammenkünften am Esstisch, das er als beengend erlebt. "Dann standen die Speisen auf dem Tisch, aber es war, als liege ein Bann über ihnen, keiner rührte sie an, stattdessen kam es wieder zu einem Gebet, und als das Gebet vorüber war, lag immer noch ein Bann über den Speisen".
Der Besuch des Kindergartens entpuppt sich für den Jungen als Albtraum. Er ist ein Sonderling, der lieber für sich ist, als alle die Ungelegenheiten mit ihm fremden Menschen auf sich zu nehmen.
Diese Familienchronik entbehrt nicht der Komik, wenn die cholerische ältere Schwester überall ihr Zerstörungswerk verrichtet.

Gekonnt wird ein Familienszenario eingefangen, das atmosphärisch kalt, frostig und starr erscheint. Vater und Mutter sind neben den Großmüttern und der Urgroßmutter ferne Gestalten, die erscheinen und verschwinden, die für alle Sorge tragen, denen jedoch die innere Beziehungsfähigkeit fehlt. Auffällig und präsent sind alleine Bruder und Schwester: der Bruder besonnen und ruhig seinen Tätigkeiten hingegeben, die Schwester in einem steten Zerstörungs- und Geltungsdrang gefangen. Das Leben verläuft ohne besondere Höhepunkte. Der Vater geht der Arbeit nach, die Mutter dem Haushalt, und die Geschwister haben mit Schule und Hausaufgaben genug zu tun. Nur bei Andreas kommt es zu häufigen Fehlzeiten in der Schule, denn er leidet am "globus hystericus", einer der Ursache nach möglichen psychosomatischen Störung.

Vergleichbare Familienleben mit ihren Zwängen, den starren Regeln und einem kalten Familienklima mag es in den siebziger Jahren häufiger gegeben haben. Andreas Maier berichtet so authentisch über die Erfahrungen seines Icherzählers, dass man sich recht gut vorstellen kann, wie er eigene Erfahrungen in seinem Roman mit verarbeitet hat. Die Trauer über eine absolute und fast autistische Vereinsamung korrespondiert mit dem Sein der übrigen Familienmitglieder, die allesamt nicht richtig froh sein können.

Eine gelungene, kenntnisreiche und emphatische Erzählung ist dem Autor mit diesem Roman gelungen.
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