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Das Haus: Roman [Gebundene Ausgabe]

Andreas Maier
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

12. Dezember 2011
Am Beginn dieses Lebens ist Herbst, und Enten schwimmen auf dem Bad Nauheimer Teich. Der Erzähler erinnert sich an ein Paradies, ein Leben ganz ohne Menschen und Zwänge. Die ersten drei Jahre verlebt er bei seiner Urgroßmutter. Aber dann kommt der Einzug in das große, neue Haus der Familie, das dort gebaut worden ist, wo vormals die Apfelbäume standen. Das leere Haus wird zum Lebenszentrum des Kindes. Auf der Flucht vor dem grellen Küchenlicht des gemeinsamen Abendessens werden die unteren Regionen, die Kellerräume mit ihren Ölbrennern und Tankanlagen, zu seiner abgründigen Heimat. Das Kind spricht lange nicht, nimmt keinen Kontakt zu seiner Umwelt auf, wird zu Ärzten gebracht. Später fliegt der Keller als Raumschiff Enterprise in den Wetterauer Himmel, und der ältere Bruder ist der Kommandant. Während die Schwester, laut wie die Posaunen von Jericho, die Wände des Hauses zum Erzittern bringt. Mit "Das Haus" setzt Andreas Maier konsequent fort, was er mit seinem Erfolgsroman "Das Zimmer" begonnen hat. Ein Buch, ein Haus, ein Leben, nahe herangezoomt, dann wieder fast klinisch sezierend auf Abstand gebracht und immer erfüllt von der Seele des Kindes – und von dem vielleicht, was wir lange schon vergessen haben, auch wenn es einmal unser aller Ursprung gewesen ist.

Wird oft zusammen gekauft

Das Haus: Roman + Das Zimmer: Roman (suhrkamp taschenbuch) + Onkel J.: Heimatkunde (suhrkamp taschenbuch)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 164 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (12. Dezember 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422669
  • ISBN-13: 978-3518422663
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 85.224 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Mit Das Haus ist Andreas Maier ein großer, stiller Text gelungen: eine gänzlich unsentimentale Erinnerungs-Etüde, voller Humor und abgrundtiefer Traurigkeit, mit einer sprachlichen Genauigkeit, die an sich schon großartig ist. Ein kleines Stück großer Literatur und eine ganz eigenwillige Art poetischer Heimatkunde, die hoffentlich bald fortgesetzt wird.«

(Andrea Gerk )

»Die Vertreibung aus dem Paradies der frühesten Kindheit, die Andreas Maier in seinem heute erscheinenden Roman beschreibt, könnte drastischer kaum ausfallen. Selten hat man den Verlust so glaubhaft aus kindlicher Perspektive erzählt bekommen.«

(Sandra Kegel Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Das Haus wirkt wie ein Prolog zu einem gewaltigen Panorama.«

(Richard Kämmerlings Die Welt )

»... Andreas Maier gelingt es meisterhaft, seine Empfindsamkeiten, seine Kindheitsnöte, seine Probleme mit der Welt, so wie er sie vorgefunden hat und wie sie ihm erzählt worden ist, produktiv umzuwandeln, sie zu Literatur werden zu lassen.«

(Gerrit Bartels Tagesspiegel )

»Sein Buch ist herrlich eigen, einer der Ausnahme-Romane des Jahres.«

(Tobias Becker Spiegel Online )

»Ein Roman über Drinnen und Draußen, über das Ich und die Welt. Ganz klein. Ein großes Buch.«

(Jörg Magenau tageszeitung )

»Andreas Maier ist ein Konstrukteur, der mit Vergangenem arbeitet und aus diese, flüchtigen Material ein Haus geschaffen hat, in dem man verschiedene Zimmer betritt und staunt, was sich darin angesammelt hat.«

(Michael Opitz Deutschlandradio Kultur )

»Das Zimmer und Das Haus sind einzigartige Romane, geschrieben mit jener Besessenheit, die große Literatur ausmacht. Die Evokation von Kindheitsräumen, in denen Weltbilder entstehen, gelingt erzählerisch und sprachlich so überzeugend, dass man die nächsten Bände herbeisehnt und die meisten der generationenübergreifenden Familienepen, die den Buchmarkt derzeit überschwemmen, liebend gern zur Seite legt.«

(Rainer Moritz Neue Zürcher Zeitung )

»Mit der Entwicklung eines eigenes Bewusstseins von seiner Existenz als Einzelner in einer Welt, deren Spielregeln er nicht versteht, gerät der Erzähler später in eine tragische Außenseiterposition. Wie Maier sich dabei in die Seelenlandschaft seiner Hauptfigur hineinschreibt, ist große Kunst und macht mehr als neugierig auf den nächsten Band seiner hessischen Familiensaga.«

(Dietmar Jacobsen literaturkritik.de )

Über den Autor

Andreas Maier wurde 1967 im hessischen Bad Nauheim geboren. Er studierte Altphilologie, Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main und ist Doktor der Philosophie im Bereich Germanistik. Er lebte wechselweise in der Wetterau und in Südtirol. Andreas Maier wohnt in Frankfurt am Main.


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Kundenrezensionen

4.7 von 5 Sternen
4.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In seinen Frankfurter Poetikvorlesungen 2006 , die bei Suhrkamp unter dem Titel "Ich" veröffentlicht wurden, hatte der hessische Schriftsteller Andreas Maier schon einem breiteren Publikum Rechenschaft gegeben über die Hintergründe seines Schreibens:

"Ich bin nur ein Mensch auf der Suche nach Worten, die längst schon gefunden sind, die im Matthäusevangelium schon alle dastehen, in perfekten logischen Sequenzen, schärfer, als Wittgenstein es je gekonnt hätte, eine erschöpfende Analyse dessen, warum wir falsch sind und warum wir dadurch schuldig werden vor allem und vor jedem, nämlich bloß kraft unseres wahrheitsfernen Tuns. Eine literarische Form dafür zu finden ist sehr schwer, ich glaube, man kann keine Form dafür finden, dass wir falsch sind, keine ernste, denn eine Form, die sich vom Einverständnis des Lesers verabschiedet, ist keine Form, sondern für den Leser eine Zumutung, wie ja auch das Matthäusevangelium. Das größte philosophische Werk des Abendlandes. Das uns nichts sagt als bloß: Seid nicht. Das uns sagt: Wenn ihr aufhört, zu sein, dann seid ihr. Meine Damen und Herren, wenn wir uns im Matthäusevangelium wieder finden, dann immer nur auf der Seite der Hohepriester, immer auf der Seite der Kleingläubigen, der Rechthaber, der Schriftgelehrten und Sophisten. Also auf Seiten derer, die sich verteidigen, die verteidigen, was sie haben, als sei das richtig, das ist unser tägliches Brot, die Selbstverteidigung, aber dieses Brot hat uns Gott nicht gegeben, und übrigens auch die Philosophie nicht, und die Literatur auch nicht. Und Sie begreifen vielleicht gar nicht, was das ist. Da Sie alles, was Sie haben und tun und wollen und erlangen, für natürlich und gut halten, und wenn Sie kurz nachdenken würden, aber im Ernst nachdenken, kehrten Sie um, aber das werden Sie nicht tun."

Die unter dem Titel "Onkel J. Heimatkunde" vorgelegten gesammelten Kolumnen von Andreas Maier waren ein treffendes Beispiel dafür. Mit Spannung habe ich deshalb den ersten Band einer von ihm angekündigten, noch nicht begrenzten Romanreihe (man spricht von 10 Bänden) über seine Heimat, die Wetterau erwartet. Im Roman "Das Zimmer", vom autobiographischen Ich-Erzähler geschrieben, begegnet uns jener Onkel J. wieder. Sein Zimmer, in das sehr viel später der zu Lebzeiten des Onkels noch kleine Andreas Maier einziehen wird, sein Leben und seine Philosophie werden erzählt. Dazu nimmt Maier einen Tag aus dem Leben des Onkel und schildert seinen Ablauf vom frühen Aufstehen noch in der halben Nacht, seiner Fahrt nach Frankfurt, wo er arbeitet, seinen Diensten für die Familie nach seiner Rückkehr am Nachmittag und vor allen Dinge den Aufenthalt in seinem geliebten Forsthaus Winterstein, wo er seinen Schoppen trinkt. Onkel J. besitzt einen nazibraunen VW Variant, den er von seinem Schwager bekommen hat. Dieses Auto ist sein Ein und Alles, ermöglicht ihm die Momente von Freiheit, für die die lebt.

Maier schreibt (und deutet auch weitere Folgen seiner "Ortsumgehung" an):

"Ich bin bislang nie auf den Gedanken gekommen, über meinen geburtsbehinderten Onkel J. zu schreiben. Über ihn und sein Zimmer. Über das Haus und die Straße. Und über meine Familie. Und unsere Grabsteine. Und die Wetterau, die die ganze Welt ist. Die Wetterau, die für die meisten Menschen nach einer Autobahnraststätte benannt ist, A 5, Raststätte Wetterau. Und die heute in eine Ortsumgehungsstraße verwandelt wird. Die Wetterau ist eigentlich eine Ortsumgehungsstraße mit angeschlossener Raststätte. Wenn ich das sage, lachen sie. Und es war doch einmal meine Heimat. Meine Heimat, eine Straße, Und nun schreibe ich eine Ortsumgehung, während sie draußen meine Heimat ins Einstmals planieren, und ich beginne mit meinem Onkel in seinem Zimmer. Das ist der Anfang, aus dem sich alles ableitet."

Das Buch hat den Rezensenten, der unweit der Wetterau seine ersten drei Jahrzehnte verbracht und sie gut kennt, nachhaltig beeindruckt und bewegt. Jener vielversprechende Beginn einer traurig- verrückten Familiensaga, die mehr ist als das, eine Buchprojekt, das eine Reflexion sei will über Zeit und Zivilisation und, vergleiche das Eingangszitat aus Maiers Poetikvorlesung, die Würde des Menschen und wie sie erhalten werden kann.

Damals schrieb ich zu dem Projekt: "Man wird abwarten müssen, ob Andreas Maier das hohe literarische Niveau über das ganze Romanprojekt über wird halten können. Das vorliegende Buch jedenfalls zeigt, dass er viel mehr ist als ein "Heimatdichter". Maier ist eine der wichtigsten Stimmen in der gegenwärtigen deutschen Literatur. Es nimmt deshalb nicht Wunder, dass "Das Zimmer" für den Deutschen Buchpreis 2010 nominiert worden ist."

Nun, ein Jahr später folgt der nächste Teil seiner "Ortsumgehung". In "Das Haus" beschreibt er seine Kindheit. Er ist in einer gut situierten Familie aufgewachsen, in der er aber als Spätentwickler sich dauernd einsam fühlt:
"Im Grund habe ich von den Jahren vor der Schule vor allem on Erinnerung, wie ich dort unten im kleinen Bastelraum saß, allein mit mir und aufgegangen in einer Tätigkeit, die mich völlig aufhob. Ich war aus der Familie ausgeklinkt und lebte so lautlos und zufrieden vor mich hin wie am Anfang bei meiner Urgroßmutter, als noch alles einfach und problemlos gewesen sein soll. Es war das wiedergefundene Paradies."

Und an anderer Stelle des faszinierenden Romans knüpft er an diese Stelle an, und verbindet es mit seiner heutigen Existenz als Schriftsteller und seinem großen und doch so einfachen und schlichten Projekt:
"Bis heute kommt es mir vor, als habe damals mein Kopf begonnen, mit eine Geschichte zu erzählen, die Geschichte meiner Welt oder der Welt schlechthin. Vielleicht erzählten mir diese Geschichten auch meine Augen, meine Retina, vielleicht waren es meine überstrapazierten Nerven oder der liebe Gott, keine Ahnung. Vielleicht war es einfach die Welt, die mir die Welt erzählte. Seitdem ist mir immer dieser Gedanke geblieben, dass ich nach wie vor daliege und dass es noch immer damals ist, noch vor der Grundschulzeit und eigentlich noch zur Zeit meiner Urgroßmutter, und dass dennoch alles bereits da und komplett vorhanden ist, da ich im Zimmer meines Onkels sitze und dieses schreibe, das Zimmer, das Haus und alles weitere, die ganze Ortsumgehung, während sie draußen ihre 'Ortsumgehung' bauen und meine Herkunft und alles, wovon ich schreibe, Zug um Zug ins Einstmals planieren. Und dass ich in die mir kaum mehr vorstellbare Einfachheit und Einheitlichkeit der damaligen Welt meiner allerersten Jahre zurückkommen muss, um von dort aus alles weitere aufzubauen, das Haus, meine Kindheit darin, die Schulzeit, meine Familie, meine Umgebung, die anderen Menschen, auch das Draußen, den Ort um mich herum, die Wetterau, meine ganze Herkunft und schließlich die ganze Welt bis zum lieben Gott. Eine Einfachheit, die mein geburtsbehinderter Onkel J. zeit seines Lebens vielleicht nie verloren hatte."

Ein Buch, das mich gefangen genommen hat von der ersten bis zur letzten Seite. Auch deshalb, weil es nahtlos anschließt an die beiden Romane "Onkel J. Heimatkunde" und "Das Zimmer". Es ist die Fortsetzung einer mit diesen beiden Büchern begonnenen und noch lange nicht abgeschlossenen traurig- verrückten Familiensaga, die mehr ist: eine Reflexion über Zeit und Zivilisation.

Eines steht für mich heute schon fest. Ich werde dieses Romanprojekt verfolgen bis zu seinem Ende, und hoffe, dass es von der Kritik in Zukunft mehr Anerkennung erfährt.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend! 3. Februar 2012
Von S. Hess
Format:Gebundene Ausgabe
Ich möchte hier keine Literaturkritik veröffentlichen, sondern nur sagen, dass mich dieses Werk sehr beeindruckt hat. Andreas Maier beschreibt mit einer nüchternen und präzisen Sprache die Erschütterungen eines Kindes, das sich als radikal verschieden von den anderen erlebt und das befremdet einer bizarren und übermächtigen Welt gegenübersteht. Das Erleben des Kindes tritt uns so deutlich vor Augen, dass wir ergriffen sind und uns selbst wieder zu wundern beginnen. Wir stehen selbst wieder am Anfang und dürfen dem Autor danken, dass er uns an seiner Schöpfungsgeschichte teilhaben lässt.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Detaillierte Nabelschau 1. Februar 2012
Von Haribo
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Über den Inhalt ist schon genug gesagt worden.
Das Buch ist definitiv sehr gut geschrieben, der Leser kann sich minutiös in die Seelenabgründe des bemitleidenswerten Protagonisten versetzen und leidet so stark mit, dass der humorvolle Ton, der gelegentlich deutlicher, aber meistens zwischen den Zeilen anschlägt, zynisch wirkt.
Diese Kindheitserinnerung liest sich einfach, ist aber schwer verdaulich.
Ich bin mir daher nicht sicher, ob ich das Buch, das mich runtergezogen hat, herzlich weiterempfehlen kann.
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5.0 von 5 Sternen Würdiger Nachfolger
Wenn man "das Zimmer" gelesen hat, und es hat einem gefallen, ist diese Buch zwangsläufig ein Muss. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von U. Gebhardt veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Zu schwere Kost....
... für mich, das gebe ich ehrlich gerne zu.

Andreas Maier ist ein Autor, der mich interessiert. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von KillingTime veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Eindringliche Lektüre
Dieser Roman erzählt auf lakonische Weise von den Nöten eines Kindes, das sich nicht in der Lage sieht, auf üblichem Wege zu kommunizieren. Lesen Sie weiter...
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Vor 15 Monaten von Günter Nawe "Herodot" veröffentlicht
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