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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
DAS HAUS,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Haus /House of Leaves: Und falls Sie irgendwann einmal zufällig an diesem Haus vorbeikommen sollten, bleiben Sie nicht stehen, gehen Sie auch ... ist nichts. Seien Sie vorsichtig... - Roman (Taschenbuch)
Als ich dieses Buch hier entdeckte, war ich sofort fasziniert. Die Beschreibungen über die Drucksetzung haben mich angesprochen und herausgefordert. Aber ich war skeptisch, da es hieß, es soll so verworren sein. Monate später habe ich es mir dann mal im Buchladen angeschaut - und letztendlich entschieden, dass ich es kaufe. Nun habe ich es innerhalb von einer Woche gelesen. Es geht mir so ähnlich wie Johnny Truant mit dem Manuskript von Zampano. Es hat sich in mich hinein gefressen. Ich kann nicht davon lassen. Immer wieder denke ich darüber nach. Es verfolgt mich in meine Träume. Es gruselt mich im Dunkeln, denn ich muss an die endlosen dunklen Flure und Räume denken. Und nicht zuletzt entwickle ich eigene Theorien dazu, was der Autor uns sagen will. Ich weiß schon jetzt, dass ich es wieder und wieder aufschlagen werde, um die merkwürdigen Textstellen zu untersuchen. Z. B. eine in ein blaues Kästchen gesetzte Liste von allen normalen Hausintarsien, die NICHT in dem dunklen Labyrinth zu finden sind. Diese Liste zieht sich über viele Seiten hin, die jeweils rechts richtig herum gedruckt sind und wenn man umblättert, auf der Rückseite spiegelverkehrt zu lesen ist. Ich habe mich gestern abend über eine Stunde damit abgemüht, einen der Briefe von Johnnys Mutter zu "entschlüsseln", da sich in dem Buch ein Hinweis darauf findet, dass dieser Brief eine weitere Botschaft enthält. Ich habe sie gefunden und kann nichts damit anfangen. Nun grüble ich, wie ich auf des Rätsels Lösung kommen kann.Tja, wie man sieht, ist das Buch quasi eine Adaption auf das Haus. Es ist endlos. Man geht von Raum zu Raum, öffnet eine Tür und sieht dahinter einen Raum mit einer weiteren Tür. Die darin erzählten Geschichten von dem Haus und Johnny Truant sind kurz zusammengefasst. Zampano ist ein alter Mann gewesen, der an einem Manuskript über einen angeblich existierenden Videofilm arbeitete, der wiederum den Einzug der Familie Navidson in das Haus dokumentiert, sowie die Veränderungen des Hauses und die Erforschung seiner unendlichen Tiefen. Nach Zampanos Tod reißt sich Johnny die Truhe mit Zampanos Notizen unter den Nagel, beginnt zu lesen und sich in diesem Wirrwarr aus Zetteln zu verlieren, sowie seine eigene Geschichte zu entdecken. Nun zu meiner Einschätzung: Entgegen meiner Befürchtungen sind beide Handlungsstränge gut nachvollziehbar, nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Schriftarten. Die Geschichte um das Haus an sich - also wie wörtliche Wiedergabe des Videofilms - ging mir unter die Haut, wie ich oben schon beschrieb. Obwohl eigentlich nichts passiert, habe ich mich schrecklich gefürchtet. Die optische Aufmachung ist grandios. Mag sein, dass belesenere Leute als ich es als Kopie von anderen Autoren empfinden. Ich kannte dieses Stilmittel nicht und bin hellauf begeistert: Text, der ganz klein und eng zusammengesetzt in der Mitte der Seite steht, um zu verdeutlichen, wie eng der Tunnel ist, durch den Will Navidson kriecht. Oder es finden sich nur wenige Zeilen am unteren Rand der Seite, um zu zeigen, dass der Suchtrupp nun ganz unten am Ende der Treppe angekommen ist. Vor allem aber muss ich mich tief verneigen vor dem Autor für diese meisterhaft ausgeklügelte Komposition, sowie vor der Übersetzerin, die sich an dieses Monster rangewagt hat. Ich möchte lieber nicht wissen, wie schwierig es war, den Glossar zu übersetzen und dann zuzusehen, dass die angegebenen Seitenzahlen auch wirklich stimmen. Einziger, winziger Minuspunkt für mich war, dass man für die deutsche Ausgabe den Videofilm "Der Navidson Record" genannt hat. Das klingt total steif und hölzern und nicht zuletzt falsch. Denn record bedeutet Aufnahme / aufnehmen oder auch Akte. "Der Navidson Film" oder "Die Navidson Dokumentation" oder "Die Navidson Akte" wären da eine bessere Wahl gewesen. Fazit: Das Buch lässt mich unbefriedigt zurück. Was ist mit Johnny? Wo sind die fehlenden Seiten? Wie kann ein blinder Mann einen Film sehen? Ich bin sicher, die Antworten finden sich in diesem Buch. Ich werde sie suchen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
33 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Drei Bücher dick,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Haus /House of Leaves: Und falls Sie irgendwann einmal zufällig an diesem Haus vorbeikommen sollten, bleiben Sie nicht stehen, gehen Sie auch ... ist nichts. Seien Sie vorsichtig... - Roman (Taschenbuch)
Ein so komplexes Buch knapp zu besprechen, ist fast nicht möglich. Danielewski hat ein Buch geschrieben, das außen die Maße eines 800 Seiten-Kloppers hat, innen aber viel größere Ausmaße annimmt und mindestens drei Bücher dick ist: bei "Tristram Shandy" entlehnt es die Geschwätzigkeit und Formenvielfalt bis hin zum Fehlen von Seiten, bei Umberto Ecos "Name der Rose" entlehnt es die sich überlagernden Erzählerebenen und stellt allein damit die Authentizität des Gesagten in Frage (das Internet und selbst die Bibel haben übrigens ähnliche Legitimationsprobleme, um nur eine von x denkbaren Assoziationsketten zu benennen), von Eco entlehnt ist ferner, dass alles mit Metaphorik aufgeladen ist oder aufgeladen zu sein scheint (und von Ecos blindem Bibliothekar ist es nicht weit zu Jorge Luis Borges, der ganz offenbar Pate stand). Und bei "Blair Witch Project" wird die Videoästhetik des Grauens entliehen, die hier genial auf Papier übertragen wird.Kurz zur Handlung: Ein Fotograf und Pulitzer-Preisträger wagt den Neuanfang nach dem Ruhm. Er zieht sich mit seiner Familie von der Welt zurück und will einen kleinen Dokumentarfilm darüber drehen, wie ein neu erworbenes Haus in Besitz genommen wird. So wird eher zufällig dokumentiert, wie dieses Haus sich verändert und die Gesetze der Physik außer Kraft setzt. Zunächst ist es innen nur wenige Millimeter größer als außen, schließlich beherbergt es ein Labyrinth von gigantischen Ausmaßen, das in tagelangen Expeditionen nicht zu Ende erforscht werden kann. - Ein blinder (!) alter Mann namens Zampanó schreibt eine wissenschaftliche Analyse des fertigen Dokumentarfilmes (The Navidson Record) inklusive über vierhundert Fußnoten, seine Abhandlung bildet den Kern des Buches; ein Hilfstätowierer namens Johnny Truant sichtet und ordnet dieses Material und versieht es mit weiteren Fußnoten, die Details zum Anlass nehmend, weitschweifig das eigene Leben zu reflektieren. Zu guter letzt gibt es noch "die Herausgeber", die sich im Hintergrund halten und nur behutsam lenken und korrigieren. Ein Buch mit sieben Siegeln für Liebhaber des Konspirativen, eine Travestie auf wissenschaftliche Analysen, deren Fußnoten nicht selten völlig sinnlos sind, dort aber, wo sie ganz offensichtlich sinnlos scheinen, oft versteckte Botschaften enthalten, wenn man z. B. die Anfangsbuchstaben aufgelisteter Nachnamen zusammenzieht, doch was sollen die Botschaften sagen? Oder der Index, der neben möglicherweise sinnvollen Stichwörtern wie "Braille" hauptsächlich Nonsens gewissenhaft auflistet, so die Wörter "alles", "aus" oder "Kaffee". Das Grauenhafte liegt wie so oft im Alltäglichen. Interessant und genial an diesem Buch ist, dass das Grauen langsam - immer wieder aber angekündigt, um den Leser bei der Stange zu halten - und in Form einer seriösen Filmanalyse daherkommt. Genial auf Papier übertragen wird auch die Art, wie mit dem Text visuelle Labyrinthe oder Korridore entstehen, die ellenlang oder klaustrophobisch eng sind. Dadurch ändert sich ständig das Lesetempo, auch muss man das Buch öfter mal drehen, um weiterlesen zu können; Randnotizen schweifen zehn Seiten voraus, nur um in einer weiteren Fußnote wieder an den Ausgangspunkt zurückzuführen. Nix ist fix. Raum und Zeit nicht (der Fotograf Navidson liest z. B. das Buch, das von ihm handelt, und Gesteinsproben aus dem Labyrinth datieren älter als die Erde), und auch die Assoziationsketten sind es nicht. Vieles führt ins Nichts wie ein Irrgarten. Und vieles wird möglicherweise mit Bedeutung aufgeblasen, wo keine ist, und kann damit immer noch Bedeutung erhalten als moderne Kunstkritik. Besonders perfide Truants Hinweis gleich am Anfang: über zwei Seiten warnt er, was das Buch mit dem Leser anstellen kann. Erst wird man nichts spüren, irgendwann aber einmal wird etwas ganz Banales eintreten, und der Leser wird erkennen, dass schon die ganze Zeit über nichts so war, wie er dachte, dass das Buch bereits Macht über ihn hat und ihn in den Wahnsinn treibt wie alle, die sich damit beschäftigt haben. Und wer möchte das Eintreten solcher Banalitäten für sich ausschließen? So trägt der Roman seine Botschaft ins Leben des verunsicherten oder amüsierten Lesers: alles könnte Bedeutung haben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das ungewöhnlichste Buch, das ich je las,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Haus /House of Leaves: Und falls Sie irgendwann einmal zufällig an diesem Haus vorbeikommen sollten, bleiben Sie nicht stehen, gehen Sie auch ... ist nichts. Seien Sie vorsichtig... - Roman (Taschenbuch)
Ich hab schon viele merkwürdige Bücher gelesen, aber House of Leaves ist sicherlich das merkwürdigste.Als ich davon hörte dachte ich nicht dass man aus der Geschichte (Das Buch ist Sekundärliteratur zu einem nicht-exisitenten Dokumentarfilm, geschrieben von einen Blinden, gefunden von einem Punk) tatsächlich eine lesbare Geschichte machen kann. Man kann! Es gibt sogar zwei Handlungsstränge: Die Dokumentation und die Geschichte des "Herausgebers", erzählt in Fußnoten. Das Buch wird oft mit dem Film Blair Witch Projekt verglichen und das zu Recht. Weniger wegen der Handlung, sondern weil beide auf Effekte und vor allem Erklärungen verzichten, sondern eher subtil Grusel auslösen. BWP wird daher von vielen Leuten abgelehnt. Und so geht es auch House of Leaves. Man muss seine Freude daran haben, sich selbst Dinge zusammenzureimen und Theorien aufzustellen, zu interpretieren. Und ähnlich wie bei einem David-Lynch-Film bleibt man letztlich etwas im Dunkeln, welche Theorien nun tatsächlich richtig sind und wie man das alles verstehen soll. Ich kann alle Leute verstehen, die das nicht mögen - MIR gefällt das aber außerordentlich gut und HoL werde ich sicherlich in Bälde ein zweites Mal lesen! Noch ein Wort zum Layout: Hier gilt das eben gesagte: Das Layout ist z.T. sehr ungewöhnlich. Aber auch das passt, es unterstreicht die jeweilige Geschichte. So steht im Buch das eine Szene (der Dokumentation) Frame für Frame gezeigt wurde, so wird diese auch im Buch so beschrieben - Mit einem Wort pro Seite. Das ist künstlerisch wertvoll, ich finds toll, andere findens sicherlich albern. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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