Endlich hat es Barbara Wood wieder geschafft, an die Qualität ihrer "Ferne Länder-Trilogie" (Traumzeit; Rote Sonne, Schwarzes Land; Das Paradies) anzuschließen. Nach den eher enttäuschenden und unausgegorenen Romanen, zu denen zuletzt "Die Prophetin" gehörte, ist "Das Haus der Harmonie" wieder ein Buch, für daß es sich lohnt, die ganze Nacht wach zu liegen: Außer den kulturellen Eindrücken von China und den USA, die sich den LeserInnen eher als subtile Randinformationen präsentieren, bietet dieser Roman auch einen exzellenten Plot, der Elemente von Familienchronik, Krimi und Liebesgeschichte gekonnt verbindet.
Die Geschichte beginnt zu Anfang des 20. Jahrhunderts in China, wo sich die Wege eines Amerikaners und einer Chinesin kreuzen. Sie verlieben sich, zeugen ein Kind und werden auf tragische Weise wieder voneinander getrennt. Auf dieser Begegnung beruht die folgende Handlung, die sich um die Protagonistin Charlotte Lee, einer direkten Nachfahrin der beiden, in San Francisco entspinnt. Nach bester BW Manier wird man mit Lügen, Intrigen und Familiengeheimnissen konfrontiert, die sich der LeserIn nur langsam erschließen und dem Buch immer wieder überraschende Wendungen geben. Man weiß nie mehr als die Protagonistin selber, weshalb man bei jedem Schritt, den Charlotte bei der Erhellung ihrer Wurzeln zurücklegt, empathisch mitfiebern kann. Am Ende fühlt man sich sich so befreit, als hätte man tatsächlich gerade die eigene Identität gefunden und könne nun ohne Vorbehalte oder Mißverständnisse in eine vielversprechende Zukunft starten, denn auch hier ist - der Liebesgeschichte sei Dank ;o) - das Ende ja eigentlich nur ein Anfang.
Man kann nur hoffen, in naher Zukunft mehr von Barbara Wood zu lesen, das díesem qualitativen Standard entspricht!!! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)