"Haus Corrino" ist für sich genommen ein, nicht hervorragendes, aber dennoch gutes Buch. Dem Vergleich mit dem Dune Zyklus von Frank Herbert kann es nicht aufnehmen.
Ein großes Problem dieses Buches liegt in seinen Autoren. Brian Herbert fehlt es an dem Können seines Vaters, und Anderson ist zwar ein viel gelesener Autor, aber Masse macht noch keine Klasse aus. Der gesamte Stil ist einfach gehalten. Manchmal hat man den Eindruck des Versuchs der Imitation des Stils von Frank Herbert, gerade bei der Beschreibung der Bene Gesserit, aber es misslingt und größtenteils wird in einem neuen, simplen Stil geschrieben, der es auch dem unbedarften Leser leicht macht, die Handlungen der Charaktere nachzuvollziehen. Dem Dune Kenner wird aber damit auch meist im Ansatz schon klar, worauf manches hinausläuft. Es fehlt die epische Frage des Warum, das den Dune Zyklus von Frank Herbert ausmacht. Alles wird einem vorgekaut, eigene Spekulationen werden so im Keim erstickt. Dinge werden immer wiederholt, um den Leser ja schön noch mal auf wichtige Dinge hinzuweisen, so dass sicher jeder den weiteren Fortgang zusammen reimen kann. Der Leser wird zum reinem Konsumenten.
In dem 3. Buch der frühen Chroniken werden nun die Handlungsstränge der beiden Vorgänger aufgegriffen und zusammengeführt. Das Amal steht im Zentrum und der große imperiale Versuch von Shaddam IV. das Universum damit neu zu ordnen und absolute Macht zu erlangen. Jeder der Dune gelesen hat weiß, was daraus werden wird und richtige Spannung will auch so recht nicht aufkommen. Das ist eigentlich das Problem schlechthin. Die Charaktere sind alt bekannt aus Dune, und so weiß man das sie trotz allem die Intrigen und Pläne überstehen werden. Die Autoren treiben, wohl wissend um dieses Problem, die Geschichte in immer absurdere Wendungen und glückliche Zufälle.
Was besonders bitter in Erinnerung bleibt sind die zahllosen Interaktionen späterer Dune Charaktere, die dort erst zusammen treffen. Dies macht vieles unglaubwürdig. Es wäre besser gewesen sich auf weniger "alte" Charaktere zu stützen, oder aber 3 parallele Geschichten mit weniger Interaktion zu schreiben.
Insgesamt werde einige Dinge ausgeleuchtet, die die Motivation gewisser Charaktere in Dune besser verständlich machen. So weiß man nun weshalb Shaddam Herzog Leto ausschalten wird, wie Leto im Landsraat so beliebt wurde und weshalb Jessica der Schwesternschaft den Gehorsam verweigert hat. Trotz allem hinterläßt das Buch, wie auch die gesamte Trilogie der frühen Chroniken, einen fahlen Beigeschmack. Jeder Dune Fan wird es gerne lesen, es ist schön alte Bekannte wiederzusehen. Aber es tauchen Dinge wie Amal und Nicht-Schiffe auf, die erst in Jahrtausenden Bedeutung gewinnen werden. Dort hätte man mehr Fantasie walten lassen sollen und sich mehr im klassischen Dune Rahmen bewegen müssen.
Trotz allem eine für sich genommen durchaus interessante und spannende Geschichte, aber über allem steht Frank Herberts Dune Zyklus, der schwer auf den frühen Chroniken lastet.