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Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen  Willens
 
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Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen Willens [Gebundene Ausgabe]

Peter Bieri
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag; Auflage: 7 (16. August 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446200703
  • ISBN-13: 978-3446200708
  • Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 13,9 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 384.906 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Bieri
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Sie sind ein freier Mensch! Sie können dieses Buch jetzt bestellen oder aber nicht. Was so einfach klingt, ist in Wahrheit eines der kniffligsten Probleme der Philosophie, an dem sich schon geniale Köpfe wie Immanuel Kant abgearbeitet haben. Der Berliner Philosophieprofessor Peter Bieri geht scheinbar unbekümmert an das Thema der Willensfreiheit heran und beschließt, "kein akademisches Buch" zu schreiben, das "den Leser über die Schlachtfelder der Fachliteratur schleift". Auf den über 420 Seiten Text findet sich tatsächlich keine Zitat, kein Name eines anderen Philosophen. Und was er im Vorwort ankündigt -- "über ein zum Verzweifeln komplexes Thema in einfacher, mühelos fließender Sprache schreiben" --, ist Bieri hinreißend gut gelungen.

Der Grund dafür ist wohl in der zweiten Leidenschaft des aus der Schweiz stammenden Philosophen zu suchen -- dem Schreiben von Romanen (zuletzt Der Klavierstimmer unter seinem Pseudonym Pascal Mercier). Analytische und erzählerische Passagen sind miteinander verwoben. Und die vielen Beispiele und Gedankenexperimente sind nie bloße Illustrationen für etwas, das begrifflich und gedanklich bereits entschieden ist. Das "Stellen Sie sich vor..." am Anfang vieler Absätze lädt den Leser ein, unterschiedlichste Situationen des Erlebens von Freiheit oder Unfreiheit mit dem Autor gedanklich durch zu spielen. In bester phänomenologischer Tradition muss sich das Denken, das an allgemeinsten Begriffen wie Freiheit, Handeln, Entscheiden oder dem Unterschied zwischen Wollen und Wünschen ansetzt, in konkreten Alltagssituationen beweisen und festmachen lassen.

Warum aber ist die Freiheit des Willens ein Handwerk? Weil sie uns nicht in die Wiege gelegt ist oder wir qua Menschsein zur Freiheit verurteilt sind, wie Sartre meinte. Vielmehr müssen wir sie uns erarbeiten, brauchen Fantasie, Selbstreflexion, Engagement und Verantwortung um die Freiheit unseres Willens zu entdecken und zu verfeinern. Also schon fast eine Kunst -- so wie es bestimmt eine Kunst ist, solche Bücher zu schreiben, bei denen philosophische Tiefe und Genauigkeit mit sprachlicher Eleganz und Lesbarkeit eine wundervolle Verbindung eingehen. --Christian Stahl

Spektrum der Wissenschaft

Peter Bieris "Handwerk der Freiheit" ist ein ungewöhnliches philosophisches Buch, denn die vorgebrachten Argumente sind eingebettet in anschauliche Beispiele. So zieht sich die Geschichte von Fjodor Dostojewskis Romanfigur Raskolnikow, der eine Pfandleiherin ermordet, wie ein roter Faden durch die verschiedenen Etappen der Lektüre und verdeutlicht die jeweils anstehenden Argumentationsschritte.
Bieri ist gebürtiger Schweizer und hat derzeit eine Professur für Philosophie an der Freien Universität Berlin inne. Seine Position lässt sich so zusammenfassen: Die Freiheit des Willens ist durchgehend an Bedingungen geknüpft. Von Unfreiheit unterscheidet sie sich durch die Art und Weise, wie der Wille bedingt ist. Frei ist dieser genau dann, wenn er durch die eigenen Urteile bestimmt wird. Diese Urteile bringt jeder Mensch in einem Prozess des Überlegens aus Motiven, Wahrnehmungen, Zukunftsvorstellungen und so weiter hervor. Dieser Standpunkt ist in der Philosophie als Kompatibilismus bekannt: Unsere Willensfreiheit ist mit der Möglichkeit vereinbar ("kompatibel"), dass sie in ein Netzwerk von Bedingungen in unserer Welt eingebettet ist, das auch unsere Urteile und Handlungen einschließt.
Am Ende nimmt Peter Bieri seinen Anfangsfaden noch einmal auf: Wenn Freiheit darin besteht, dass unser Wille durch unser eigenes Urteil bestimmt ist, dann ist Freiheit etwas, das wir uns erarbeiten müssen und das eine ganz eigene "Geschicklichkeit" erfordert. Und dies genau stand wohl auch bei der Auswahl des Buchtitels im Hintergrund.
Hier zeigt sich, dass das Philosophieren des Schweizer Philosophen am Spätwerk Ludwig Wittgensteins (1889-1951) und mehr noch an den Arbeiten des Amerikaners Wilfrid Sellars (1912-1989) geschult wurde: Bieri versteht Philosophie als analytische Betrachtung derjenigen Erfahrungen, die unser Selbstbild formen. Damit möchte er verhindern, dass wir diese Eindrücke falsch auslegen. Wer dem Autor auf seiner philosophischen Reise folgt, hat am Ende nicht nur ein Bild seiner selbst ausgearbeitet - er erfährt auch sich selbst in einem anderen Licht. Denn unser Selbstbild wirkt sich wiederum auf die Erfahrungen aus, die wir machen.

Rezensent: Prof. Dr. Michael Esfeld


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
103 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dichtung&Kritik TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
In diesem Buch verfasst Bieri eine operative Theorie des freien Willens, eine gesellschaftlich-soziale Definition von Freiheit, also eine Definition, die im Leben und im Umgang mit anderen relevant ist.
Waehrend viele modernen Wissenschaften die These vertreten, der Mensch habe keinen freien Willen und sein Handeln entstehe aus einer unbewussten (und eventuell prinzipiell unvorhersagbaren) Kombination aus Erziehung, Vererbung und Erfahrung, versucht Bieri hier, die menschliche Freiheit noch einmal anders zu definieren und dem Menschen dadurch die Freiheit zurueckzugeben.
Fuer ihn ist Freiheit definiert als: Die Summe der Moeglichkeiten, fuer die man sich entscheiden kann. Freiheit heisst fuer ihn: handeln. Je mehr Handlungsspielraum ein Mensch hat, desto mehr Freiheit hat er. Und nur, wer ueberhaupt handeln kann, ist frei.

In diesem gedanklichen Rahmen entwickelt er dann unter anderem den folgenden interessanten Gedanken:
Stellen wir uns einen Willen vor, der grenzenlos ist, ungebunden, frei. Dieser Wille wird sich NIE entscheiden koennen! Denn aus einer Fuelle moeglicher Dinge, die er tun koennte, kann er keine auswaehlen! Alle Dinge sind gleich interessant, alle gleich gut, und da der Wille grenzenlos ist, findet er keine Bewertungsgrenze, nichts, was ihm sagt, was er waehlen soll.
Deswegen ist dieser grenzenlose Wille gar nicht frei, so Bieri. Sondern ganz unfrei, weil er eben GAR nichts machen kann. Es sei denn, er entscheide sich spontan und zufaellig fuer eine der Moeglichkeiten, aber das waere ja keine wirkliche bewusste Freiheit.
Bieris Idee also lautet: Erst, wenn der Wille seine grenzenlose Pseudo-Freiheit aufgibt und persoenlich wird, sich also an einen Menschen bindet, der bestimmte Einschraenkungen hat, durch seine Physis und seine Erfahrungen, erst dann wird ein Wille ENTSCHEIDUNGSFAEHIG, erst DANN wird er frei und KANN sich ueberhaupt fuer etwas entscheiden (und eben DAS bedeutet fuer Bieri Freiheit, sich entscheiden zu koennen).

Man muss aber stets bedenken, dass Bieri hier ueberhaupt nur eine gesellschaftliche Definition von Freiheit formuliert. Wer eine streng wissenschaftliche, biologisch-physikalische Debatte sucht, der sollte sich lieber das Buch von Doerner zulegen, "Bauplan fuer eine Seele", das ich hier gerne empfehlen moechte. Denn auf Gedanken zur fundamentalen Determiniertheit der Menschlichen Entscheidung und auf die Debatte um die eventuelle Freiheit der Gedanken aufgrund von Quantenwahrscheinlichkeiten geht Bieri in seinem Buch nicht ein.

Dieses Buch ist also ein interessanter Neuansatz fuer eine Definition von Freiheit. Und man stellt sich am Ende die Frage: Suche ich eine "wahre", aber fuer das Leben vielleicht irrelevante Beantwortung der Frage, ob der Mensch frei ist... oder suche ich eigentlich vielmehr einen operativen Begriff von Freiheit, den wir im taeglichen Umgang und im gesellschaftlichen Miteinander verwenden koennen, der aber per se nicht fundamental ist?
Ich persoenlich empfand es als Bereicherung, Bieris Facette der Freiheit kennengelernt zu haben. In diesem Sinne: lesenswert.

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105 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein faszinierndes Buch!
Peter Bieri verwickelt den Leser in einen verführerischen Diskurs. Er nimmt den Leser an die Hand und führt ihn Schritt für Schritt von Argument zu Argument, in seine Sichtweise von Willen und Freiheit hinein. Dabei lässt er den Leser keineswegs unmündig im Schlepptau folgen, sondern gibt ihm immer wieder Möglichkeit, sich selbst in den Argumenten und Geschichten wieder zu finden. Der Leser ist immer gleichzeitig mitten drin und ausserhalb des Argumentationsgeschehens.
Keimt im Leser ein Gegenargument zwangsläufig auf und schürt es in ihm den wie er meint berechtigten Widerspruch, so muss dieser bald feststellen, dass seine vermeintlich aufgedeckten Argumentationslücken im nächsten Schritt geschlossen werden.
Der Autor belässt es aber nicht bei einer Reise entlang des Argumentationsstranges, was wir uns -nach seiner Überzeugung - unter Willen und seinem Bezug zur Freiheit vorzustellen haben. Er geht einen mutigen Schritt weiter. Er stellt die Beziehung seiner Theorie zu Moral und dem individuellen Lebensvollzug her, ohne dabei ins Sektiererische zu verfallen.
Insgesamt ein spannendes Buch, das durch seine Leichtigkeit, ohne auf Tiefe zu verzichten, aus dem Rahmen philosophischer Werke fällt.
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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verständlich und spannend! 21. Januar 2006
Format:Broschiert
Dies ist ein philosophisches Buch, und vom Inhalt her keineswegs anspruchslos. Trotzdem fand ich es durchgehend verständlich, durch die vielen Beispiele und Gedankenexperimente außerordentlich anschaulich und spannend wie ein Krimi! Der Leser lernt nicht nur etwas über das eigentliche Thema - Willensfreiheit - sondern nebenbei auch etwas über philosophisches Denken. Auch ich habe vor der Lektüre bei dem Begriff Willensfreiheit - ohne mir darüber ganz klar gewesen zu sein - an ein Element von Unbedingtheit/Beliebigkeit gedacht und Bieris Buch hat mich davon geheilt.
Der Titel "Handwerk der Freiheit" ist auch sehr schön, hier möchte ich allerdings etwas kritisch anmerken: Bieri's Überlegungen zur Praxis freier Entscheidungen sind nicht ganz auf dem neuesten Stand. Es gibt z. B. eine "Technik zur Selbsthilfe bei persönlichen Problemen" und auch Entscheidungsfindung namens "Focusing" von Eugene T. Gendlin, die m. E. hier in verschiedener Hinsicht besser ist als Bieri's Anregungen zu diesem Aspekt (nebenbei bemerkt: Gendlin hat auch eine Philosophie entwickelt, die Bieris Gedanken in vieler Hinsicht ergänzen könnte) - Bücher dazu gibt es auch bei Amazon. Dennoch von mir für Bieris Buch wegen der anfangs genannten Qualitäten auf jeden Fall 5 Sterne. Sehr empfehlenswert!
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Gut geschrieben, aber...
Zugegeben, das Buch ist gut geschrieben: klare Sprache ohne unnötigen Jargon, klar strukturiert, sehr anschaulich, eine Fundgrube für sorgfältig analysierte... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Tagen von Momos veröffentlicht
Freiheit theoretisch und praktisch
In dem Buch geht es zu einen darum, den Leser zu einem in sich stimmigen Freiheitsverständnis zu führen, zum anderen aber auch darum, ihm Hinweise zu geben, wie er es... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Blaumaintal veröffentlicht
...
Der Autor fragt sich nach der Lektüre zahlreicher Texte über Willensfreiheit: Was hast du nun eigentlich verstanden? Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von erew-institut veröffentlicht
Aus der Vogelperspektive: Freiheit als Kreation menschlichen Willens
Das Handwerk der Freiheit ist jedem einzelnen Menschen aufgegeben. Es liegt an jedem, es zu verwirklichen. Wie viel ist schon geschrieben worden über die Freiheit?! Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von KalyanaMitrah veröffentlicht
Eine literarische Resektion...
...des Begriffes Freiheit, wie sie nur Bieri gelingen kann.

Was für mich alle Bücher des Autors auszeichnet, ist sein wundervoller Sprachschatz, den er gezielt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Februar 2010 von B. Preuschoff
Eine Reise in den eigenen Kopf
Peter Bieri hat mit "das Handwerk der Freiheit" ein Buch geschrieben, das viel Beifall verdient, dem Leser aber auch einiges abverlangt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Dezember 2009 von Alex A.
Danke!
Nach der Lektüre dieses literrisch inspirierten Texts fühlt man sich tatsächlich frei oder zumindest beschwingt und ermutigt, die Freiheit anzupacken, zu... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Dezember 2009 von Wolfgang
Eine schöne Leseerfahrung, die zum Nachdenken und anwenden anregt
In dem Buch werden viele Aspekte des Freiheitsproblems sehr verständlich und mit Hilfe von griffigen Beispielen erläutert. Der Aufbau ist klar und verständlich. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Juli 2009 von Lars Schirrmeister
Erweitert den Horizont
Meine Mutter ist total begeistert von diesem Buch. Nicht einfach zu lesen - aber die Mühe lohnt sich!
Veröffentlicht am 15. Juni 2009 von Kumquat
Optimal für Neugierige, denen ihre 'Freiheit' ein Problem ist.
Optimal für Neugierige, denen ihre 'Freiheit' ein Problem ist. Sehr gut zu lesen, kein Philosophen Bla-Bla, der Gedankengang nachvollziehbar. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. April 2009 von Kai Zweifel
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