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Produktinformation
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Der Grund dafür ist wohl in der zweiten Leidenschaft des aus der Schweiz stammenden Philosophen zu suchen -- dem Schreiben von Romanen (zuletzt Der Klavierstimmer unter seinem Pseudonym Pascal Mercier). Analytische und erzählerische Passagen sind miteinander verwoben. Und die vielen Beispiele und Gedankenexperimente sind nie bloße Illustrationen für etwas, das begrifflich und gedanklich bereits entschieden ist. Das "Stellen Sie sich vor..." am Anfang vieler Absätze lädt den Leser ein, unterschiedlichste Situationen des Erlebens von Freiheit oder Unfreiheit mit dem Autor gedanklich durch zu spielen. In bester phänomenologischer Tradition muss sich das Denken, das an allgemeinsten Begriffen wie Freiheit, Handeln, Entscheiden oder dem Unterschied zwischen Wollen und Wünschen ansetzt, in konkreten Alltagssituationen beweisen und festmachen lassen.
Warum aber ist die Freiheit des Willens ein Handwerk? Weil sie uns nicht in die Wiege gelegt ist oder wir qua Menschsein zur Freiheit verurteilt sind, wie Sartre meinte. Vielmehr müssen wir sie uns erarbeiten, brauchen Fantasie, Selbstreflexion, Engagement und Verantwortung um die Freiheit unseres Willens zu entdecken und zu verfeinern. Also schon fast eine Kunst -- so wie es bestimmt eine Kunst ist, solche Bücher zu schreiben, bei denen philosophische Tiefe und Genauigkeit mit sprachlicher Eleganz und Lesbarkeit eine wundervolle Verbindung eingehen. --Christian Stahl
Rezensent: Prof. Dr. Michael Esfeld
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
99 von 105 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine operative Theorie des freien Willens,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen Willens (Broschiert)
In diesem Buch verfasst Bieri eine operative Theorie des freien Willens, eine gesellschaftlich-soziale Definition von Freiheit, also eine Definition, die im Leben und im Umgang mit anderen relevant ist.Waehrend viele modernen Wissenschaften die These vertreten, der Mensch habe keinen freien Willen und sein Handeln entstehe aus einer unbewussten (und eventuell prinzipiell unvorhersagbaren) Kombination aus Erziehung, Vererbung und Erfahrung, versucht Bieri hier, die menschliche Freiheit noch einmal anders zu definieren und dem Menschen dadurch die Freiheit zurueckzugeben. Fuer ihn ist Freiheit definiert als: Die Summe der Moeglichkeiten, fuer die man sich entscheiden kann. Freiheit heisst fuer ihn: handeln. Je mehr Handlungsspielraum ein Mensch hat, desto mehr Freiheit hat er. Und nur, wer ueberhaupt handeln kann, ist frei. In diesem gedanklichen Rahmen entwickelt er dann unter anderem den folgenden interessanten Gedanken: Man muss aber stets bedenken, dass Bieri hier ueberhaupt nur eine gesellschaftliche Definition von Freiheit formuliert. Wer eine streng wissenschaftliche, biologisch-physikalische Debatte sucht, der sollte sich lieber das Buch von Doerner zulegen, "Bauplan fuer eine Seele", das ich hier gerne empfehlen moechte. Denn auf Gedanken zur fundamentalen Determiniertheit der Menschlichen Entscheidung und auf die Debatte um die eventuelle Freiheit der Gedanken aufgrund von Quantenwahrscheinlichkeiten geht Bieri in seinem Buch nicht ein. Dieses Buch ist also ein interessanter Neuansatz fuer eine Definition von Freiheit. Und man stellt sich am Ende die Frage: Suche ich eine "wahre", aber fuer das Leben vielleicht irrelevante Beantwortung der Frage, ob der Mensch frei ist... oder suche ich eigentlich vielmehr einen operativen Begriff von Freiheit, den wir im taeglichen Umgang und im gesellschaftlichen Miteinander verwenden koennen, der aber per se nicht fundamental ist? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
105 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Freiheit als geistiges Abenteuer,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen Willens (Gebundene Ausgabe)
Ein faszinierndes Buch!Peter Bieri verwickelt den Leser in einen verführerischen Diskurs. Er nimmt den Leser an die Hand und führt ihn Schritt für Schritt von Argument zu Argument, in seine Sichtweise von Willen und Freiheit hinein. Dabei lässt er den Leser keineswegs unmündig im Schlepptau folgen, sondern gibt ihm immer wieder Möglichkeit, sich selbst in den Argumenten und Geschichten wieder zu finden. Der Leser ist immer gleichzeitig mitten drin und ausserhalb des Argumentationsgeschehens. Keimt im Leser ein Gegenargument zwangsläufig auf und schürt es in ihm den wie er meint berechtigten Widerspruch, so muss dieser bald feststellen, dass seine vermeintlich aufgedeckten Argumentationslücken im nächsten Schritt geschlossen werden. Der Autor belässt es aber nicht bei einer Reise entlang des Argumentationsstranges, was wir uns -nach seiner Überzeugung - unter Willen und seinem Bezug zur Freiheit vorzustellen haben. Er geht einen mutigen Schritt weiter. Er stellt die Beziehung seiner Theorie zu Moral und dem individuellen Lebensvollzug her, ohne dabei ins Sektiererische zu verfallen. Insgesamt ein spannendes Buch, das durch seine Leichtigkeit, ohne auf Tiefe zu verzichten, aus dem Rahmen philosophischer Werke fällt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verständigungs- und Entwicklungshelfer für Leute um 40,
Von Alsda Bücherwurm (Innerschweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen Willens (Broschiert)
Peter Bieri schafft etwas einzigartiges. Er stellt ein Kochbuch für die Entwicklung von Freiheitsempfinden und das Packen von Lebenschancen zusammen. Wie macht er das? Indem er den eigenen Willen und die Freiheiten ständig wieder neu in Frage stellt, und sie damit die Begriffe Stück um Stück ergänzt und schärft und die eigenen Erfahrungen einordnen lässt.Nach dem ersten Block meint er selber, man könnte jetzt eigentlich aufhören, wenn man Wunsch, Wille, Entscheidung, Phantasie, Freihet usw. verstanden hat und die Unfreien, den Zögerer, den Getriebenen, den Hörigen, den Mitläufer nur genug bemitleidet hat. Aber er nimmt uns weiter auf die Reise, indem er schwierige Fragen wie Ohnmacht, innere und äussere Faktoren, die Befreiung von Zwängen und die Frage nach Bedingtheit etc. stellt. Er spricht uns dabei direkt an, versetzt uns in Situationen eines Flüchtlings, eines Straftäters, eines Bankkassiers mit der Pistole am Kopf, eines Paares auf gedankenlosem Stadtrundgang. Klasse. Am Ende hilft es mehrfach. Ich schreibe meine eigenen Gedanken und Begriffe besser an, mache meinem Umfeld klar, ob ich gerade auf Willenssuche bin oder schon richtiggehend einen Plan in aller (bedingter) Freiheit umsetze! Lesenswert, braucht jedoch etwas Ausdauer und vielleicht auch ein Blatt Papier für ein paar Skizzen von Begriffen und Zusammenhängen. Stoff für Leute im Umbruch. Frauen und Männer um 40! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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