Das Buch enthält auf 70 Seiten 64 Rezepte mit Haferflocken.
Die erste Enttäuschung: bei allzu vielen Rezepten ist diese Zutat kaum mehr als schmückendes Beiwerk, das zur Not auch entbehrlich wäre oder auch unproblematisch durch andere Zutaten ersetzt werden könnte (S. 32, Knödeltaler mit Pesto, zum Beispiel, beschränken sich auf eine Haferflockenpanade, S. 46, Entenbrustfilet in Knusperhülle, dito - das sind nicht die einzigen Beispiele) - keinesfalls ist es so, daß Haferflocken in der Mehrzahl der Rezepte auch der Mittelpunkt des Geschehens wären.
Die zweite Enttäuschung: Essen ist zwar Geschmackssache, klar, aber ich neige nicht zu einem ausgesprochen konservativen Geschmack. Die hier gebotenen Rezepte und Rezepturen sind aber selbst für wagemutige Geschmäcker sehr expermentierfreundig. Die schon erwähnten knusprigen Knödeltaler mit Pesto und Roter Beete beispielsweise, aber auch Tomaten mit Bohnen-Polenta-Füllung, Erdbeer-Basilikum-Smoothie - so recht Lust auf Nachahmung wecken nicht viele Vorschläge.
Die dritte Enttäuschung: Nährwertangaben fehlen völlig. Ich kann zwar rechnen, aber trotzdem halte ich Nährwertangaben bei einem Kochbuch für einen sehr wünschenswerten Service.
Die vierte Enttäuschung: Ich habe gerechnet: wer eine leichte Küche erwartet (was angesichts des flockigen Themas nicht so fernliegend wäre) wird bitter enttäuscht sein. Es wird nicht wenig paniert und in Fett/Öl gebraten, auch der Umgang mit Schlagsahne, Creme fraiche, Pesto und Öl ist recht großzügig. Für Esser mit Gewichtsproblemen ist das Buch kaum eine Empfehlung.
Und zum Schluß, die Stilblüte des Tages, auf Seite 7: 100 Gramm Haferflocken enthalten: 66,2 Gramm verwertbare Kohlenhydrate, 30,4 Gramm Ballaststoffe, 13,8 Gramm Wasser, 6,6 Gramm Fett, 1,7 Gramm Mineralstoffe und 1,4 Gramm Rohfaser - das ergibt nach Adam Riese 120,1 Gramm. Oder ich kann doch nicht rechnen.