Mittlerweile sind die Handyman-Jack-Thriller von F. Paul Wilson Kult und erfreuen sich einer zunehmenden Anhängerschaft. Die sich zwischen Spannung und Mystik bewegenden Romane fesseln durch ihre Handlungen, ihre Spannungsbögen und die sympatische und charismatische Hauptfigur Jack auch die Leser, die normalerweise von Fantasy und Horror ihre Finger lassen (wie zum Beispiel mich).
Sehr lange hat nun das neuste Werk "Das Höllenwrack" auf sich warten lassen.... und es hat mich durch die Bank enttäuscht. Die Handlung wirkt sehr konstruiert, der Spannungsbogen ist nur mittelmäßig und die Story im Gegensatz zu allen Vorgängerromanen eher fantasielos und uninspiriert.
Dabei gibt der Beginn des Romans einigen Anlass zur Hoffnung. Als Jack seinen Vater, mit dem er im Vorgängerroman "Der schwarze Prophet" erfolgreich gegen das Böse (die "Andersheit") gekämpft hat, am Flughafen abholen will, stirbt dieser bei einem rätselhaften Terroranschlag durch arabische Extremisten. Für die Beerdigung muss Jack sich zwangsläufig mit seinem Bruder Tom, der als Richter in Philadelphia arbeitet, in Verbindung setzen.
Als Tom zur Beerdigung in Manhatten auftaucht, stellt sich heraus, dass dieser in ernsten Schwierigkeiten steckt. Mehr seinem Vater zu liebe, der gewollt hätte, dass er Tom hilft, macht Jack sich mit seinem Bruder auf die Suche nach einem myteriösen Schiffswrack vor den Bermudas, in dem sich laut ein wertvoller Schatz, die sogenannte Lilitonga verbergen soll.
Der erfahrene Handyman-Jack-Leser merkt dann sehr schnell, als ein Mädchen mit Hund vor der Bergung des Schatzes warnt, dass erneut eine große Gefahr droht. Als dann erst die Tochter seiner schwangeren Lebensgefährtin Gia, Vicky und dann Gia selbst durch die Lilitonga in Lebensgefahr geraten, beginnt für Jack ein fast hoffnungsloser Kampf gegen die Uhr.
Die Story schleppt sich nach dem furiosen Auftakt nur noch zäh dahin. Zu offensichtlich sind die Entwicklungen, zu langatmig der Weg zum eher uninspirierten Showdown. Fast möchte man meinen, das F.Paul Wilson nicht wirklich Lust auf einen neuen Handyman-Jack-Roman hatte. An den Haaren herbeigezogen ist ein Zwischenbesuch bei den Brüdern Kenton (im Mittelpunkt des Romans "Das Ritual") und die Verwicklungen mit dem Terroranschlag am Flughafen einfach nur krude. Was mich davon abgehalten hat, nur einen Punkt zu geben, ist die verbleibende Grundspannung, die verhindert hat, das Buch enttäuscht vor dem Ende wegzulegen.
Wie schade, denn bisher hat F. Paul Wilson mit jedem einzelnen seiner Vorgängerromane seine Fangemeinde begeistert und vollkommen überzeugt. "Das Höllenwrack" stellt nun den negativen Höhepunkt von Handyman Jack dar. Ich hoffe sehr, dass es nur ein Durchhänger war und F.Paul Wilson wieder zur alten Form zurückfindet.