Die umtriebige Berlinerin DOTA KEHR begann als Straßenmusikerin unter dem Namen KLEINGELDPRINZESSIN und nahm sowohl mit ihrer Begleitband DIE STADTPIRATEN als auch solo neun Alben auf, die sie stets ausgiebig live vorstellte. Die aktuelle Veröffentlichung bietet "Das große Leuchten" in Form von zahlreichen alten und neuen Songs, die im Tonstudio live vor Publikum aufgenommen wurden.
Die sympathische Multiinstrumentalistin, Songschreiberin und Sängerin DOTA wird unterstützt von den Musikern Jan Rohrbach (Gitarre u. a.), Nicolai Ziel (Schlagzeug) und Leon Schurz (Bass). Ihre Songs hüpfen in Schubladen hinein und wieder heraus, die Texte sind nicht verkopft und dennoch hintergründig, getragen von einer Stimme, die nicht zu niedlich und nicht zu schrill ist, sondern gradlinig. Die optische und akustische Gesamterscheinung ist wunderbar ungeschminkt, oder wie es in einem Lied heißt: "ich bin nicht cool aber ich leuchte bei Nacht".
Auf dem Album, das beim eigenen Label erscheint, sind 16 Tracks, darunter sieben bislang unveröffentlichte und zwei instrumentale Stücke. "Das große Leuchten" beginnt mit einem locker-flockigen Jazz-Happen "als gäb's kein Morgen", um danach weiterzuziehen durch die Pop-Welten, vorbei an Reggae, Chanson und Ska.
"Warten auf Wind" bezaubert musikalisch mit unkonventionellen Beats und Gitarrenlicks, während "Astronaut" mit erzählerischem Folk überzeugt. Mal liefert sich DOTA mit dem Publikum ein "oh-oh-oh"-Duell, mal piekt sie lakonisch ins Ego-Fleisch, wenn die Finger auf "Immer die Andern" zeigen. Zwischendurch gibt es zärtliche Balladen über Befindlichkeiten und Alltagsbeschreibungen.
DOTA & DIE STADTPIRATEN sind unprätentiöse Tausendsassa mit enormer Live-Intensität. Eine echte Entdeckung für alle, die deutschsprachigen Songwriter-Pop abseits breitgetretener Pfade suchen.