Wer sich mit der Kunstproduktion des Goldenen Zeitalters in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts beschäftigt, kommt um dieses informative Buch von Michael North nicht herum. Denn in den meisten Kunstbänden wird der soziale und ökonomische Hintergrund des außergewöhnlichen Kunstschaffens nur gestreift.
Der Autor entwirft in den beiden Kapiteln "Gesellschaft" und "Wirtschaft", die allein schon den Kauf des Buches lohnen würden, ein plastisches Bild der Grundlagen, auf denen sich die Malerei zu einem Wirtschaftszweig entwickeln konnte. Man erfährt einiges über die Einkommensverhältnisse der Käufer wie auch der Maler und Händler; über Auftraggeber und den Kunstmarkt wie auch über die Lukas-Gilden und die soziale Stellung der Künstler.
Mögen auch in manchen Details die vielen Zahlen recht trocken wirken - Michael North animiert durch geschickt eingeworfene rhetorische Wendungen zum Immer-weiter-Lesen dieses im Ganzen sehr informativen und offensichtlich ausführlich recherchierten Textes (knapp 140 Seiten, der Rest sind Quellenangaben und Anmerkungen sowie ein paar SW-Abbildungen von Gemälden).
Für Kunstliebhaber, die ihre Kenntnisse vertiefen wollen, absolute Empfehlung!