Die DVD wird in einem eleganten und schön aufgemachten Pappschuber geliefert, der außerdem noch ein zwölfseitiges Booklet enthält (mit wenig Fotos, dafür aber einem ausführlichen und informativen Essay von Steffen Wulf).
Das Bonusmaterial enthält Interviews mit dem Regisseur Giorgio Capitano und dem letzten noch lebenden Hauptdarsteller George Hilton, zusammengefasst zu einer informativen und unterhaltsamen 30-minütigen Featurette, die eine Reihe außergewöhnlicher Anekdoten z.B. über Gilbert Rolands Eitelkeit und Van Heflins Alkoholsucht enthält und die unter anderem mit einer unerwartet sympathischen Schilderung von Klaus Kinski überrascht. (Nett sein konnte er also doch hin und wieder!)
Außerdem gibt es einen deutschen, einen englischen Trailer, die übliche Slideshow mit zeitgenössischem Werbematerial (wenn auch ohne Musikbegleitung) sowie eine Würdigung von dem Italowestern-Fachmann Antonio Bruschini (Koch-Media-Kunden werden ihn bereits aus anderen Veröffentlichungen kennen).
Der Film selber kommt im originalen 2,35:1-Format und enthält sowohl eine italienische, eine deutsche als auch eine englische Sprachfassung mit den originalen Stimmen von Van Heflin und Gilbert Roland. Die deutsche Fassung ist die bekannte Synchronfassung mit Wolfgang Lukschy, Friedrich Schönfelder, Eckart Dux und dem damals noch als Stimme von James Cagney bekannten Wolfgang Draeger (inzwischen kurioserweise die Stimme von Woody Allen, der aber die Facetten von Kinskis Charakter erstaunlich gut rüberbringt).
Einziger Wermutstropfen in einer ansonsten perfekten Veröffentlichung: Die DVD scheint von einer französischen Kopie gezogen zu sein, in welcher man die Szene am Fluss, in der Van Heflin von halbverhungerten Räubern überfallen und ausgeraubt wird, nachträglich zu einer Nachtszene umgefärbt hat. Warum bleibt mir schleierhaft. Aber leider ist die komplette Szene nun völlig dunkel. Von den Gesichtern sieht man nur schwarze Umrisse, denen man den Wahnsinn dieser ausgemergelten Jammergestalten leider nicht mehr ansieht; auch Van Heflins Reaktion kann man nicht erkennen, nix als schwarze Schatten. Eine schöne Szene, fast völlig verdorben und unkenntlich gemacht. Mist.
Ansonsten: sehr schöner Film mit bemerkenswerten Charakteren. Wirklich heldenhaft verhält sich keiner der vier Schurken, die hier, angeführt von dem alten Goldsucher Sam Cooper (Van Heflin), auf Goldsuche in die Sierra ziehen. Klaus Kinski, genannt "Der Blonde", ist ein homosexueller Sadist mit Sonnenbrille und Priesterverkleidung, welcher sich Coopers ehemaligen Ziehsohn Manolo (George Hilton einmal nicht als "Django") seelisch völlig unterworfen hat. Weil Cooper, der Manolo liebt (und ihn in einer Art Eifersuchtsszene regelrecht zusammenschlägt), dessen Freund aber alles erdenkliche Schlechte zutraut, bittet er seinen alten Kriegskameraden Mason (Gilbert "Cisco-Kid" Roland) mitzukommen. Der wiederum hat Cooper zehn Jahre Knast und obendrein auch noch Malaria zu verdanken. Zwischen diesen vieren knistert es wirklich den ganzen Film hindurch, Kinskis Boshaftigkeit wird dabei fast körperlich spürbar. Rick Boyd wirkt in einer Nebenrolle so eindrücklich, dass ich den Profikiller mit den strähnigen blonden Haaren und den markanten Backenknochen beim ersten mal glatt für Kinski selbst gehalten habe. Solche Gesichter sieht man auch nur im Italowestern!!
Der Film wird abgerundet durch einen großartigen Soundtrack von Carlo Rustichelli, der, typisch für den Komponisten, ganz unterschiedliche Musikstile umfasst und Kinskis Rolle durch ein überraschend jazziges Gangsterthema besonders hervorhebt.