Die in dem "Gleisplanbuch" von Autor Klaus Eckert vorgestellten Pläne und Zeichnungen zu H0-Großanlagen über drei Meter Länge sind mit dem WinTrack-Gleisplanungsprogramm erstellt worden. Der anspruchsvolle Ratgeber ist jedoch nicht für Anfänger geeignet, sondern für "den ambitionierten Modellbahner". Die Gleispläne von K-Gleis und C-Gleis für den Digitalbetrieb sind auch für eine gemischte Bauweise ausgelegt. Außerdem soll angeblich neben den 20 Gleisplänen mit ansprechenden Überschriften wie "Talbrücke - Schweizerisches Eisenbahnparadies", "Tiroler Impressionen - Rund um Reutte" oder "Das Flair der Reichbahnzeit - Kopfbahnhof mit Groß Bw" eine Anlage in Modulbauweise vorgestellt werden, die man allerdings vergeblich in dem Buch sucht.
Das Buch offenbart eine Ideenfundgrube für Großanlagen im heimischen Keller oder beim Modellbahnverein. Das bewährte Farbschema wurde aus dem ersten "Märklin"-Gleisplanbuch übernommen, sieben verschiedene Farben zeigen gerade Gleise sowie Bogengleise und Weichen am jeweils oberen Rand der Seite an. Hier endet jedoch auch schon die übersichtliche Struktur. Das Layout des Buches ist zwar mit zahlreichen Fotos der Anlagen und Illustrationen von Peter Bomhard schön anzusehen, jedoch teils sehr unpraktisch. Denn die Stücklisten und Gleispläne sind oftmals nicht auf einer Seite abgebildet, was nerviges Hin- und Herblättern der teilweise ausklappbaren Seiten nötig macht. Die Stücklisten sind zwar übersichtlich in einem Extrakasten aufgelistet, doch auch hier wäre eine Sortierung nach Artikelnummern eine Erleichterung gewesen. Und manche Anlagenpläne sind sogar unvollständig, denn die Pläne der Schattenbahnhöfe stimmen nicht mit dem darüber liegenden Streckenverlauf überein. Hier ist also der Leser selbst gefordert, sein Modellbauwissen anzuwenden.
Auch die Qualität der abgebildeten Gleispläne ist nicht die Beste: Die Ziffern zu klein, die Größenangaben oftmals auf dem Kopf oder über andere Linien gedruckt, sodass sie schlecht lesbar sind, machen das Arbeiten mit den Vorlagen mühsam. Zwar entschuldigt sich Klaus Eckert schon in seinem Vorwort dafür, dass die Abbildungsmöglichkeiten begrenzt sind und die Größe der Anlagen dem Layout angepasst werden mussten, doch ist ein Ratgeber ja kein Bildband zum Ansehen, sondern sollte eine praktische Vorlage sein, mit dem sich leicht arbeiten lässt - was bei einer anderen Anordnung von Gleisplänen und Bildern sicher möglich gewesen wäre.
Dafür sind die K-Gleispläne am Ende des Buches (fast) genauso, wie man es erwartet: Stücklisten, Streckenverlauf und Schattenbahnhof sind zwar übersichtlich auf einer Seite abgebildet, jedoch auch hier so klein, dass nur eine vergrößerte Fotokopie ein vergnügliches Modellbauen möglich macht.
Wer sich von solchen Unzulänglichkeiten nicht beirren lässt, wundert sich nur noch über das Glossar, das dem Anfänger, der mit dem "Gleisplanbuch" sowieso hoffnungslos überfordert sein wird, abschließend erklären möchte, was Anschlussgarnitur, Kleineisen und Weichenantrieb sind. Der Profi, für den dieses von "Märklin" autorisierte Buch sicherlich geeignet ist, braucht diese Erklärungen nun wirklich nicht mehr.
(c) Steffani Lehmann von Literaturtipp.com