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Das Glasperlenspiel: Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften
 
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Das Glasperlenspiel: Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften [Gebundene Ausgabe]

Hermann Hesse
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Drei Jahre, nachdem Hermann Hesses ambitioniertes Alterswerk Das Glasperlenspiel (1943) in der Schweiz erschienen war, wurde sein stolzer Autor in Deutschland mit dem Goethe-Preis geehrt. Für den Roman war die Auszeichnung ein doppelter Glücksfall: Zum einen ebnete sie dem Buch auch auf vormals nationalsozialistisch verseuchtem Terrain den Boden; zum anderen machte sie eine Nähe zwischen zwei Autoren deutlich, die der damals 69-jährige Dichter in seiner Entwicklungsgeschichte über Reifung und Abfall des Magister Ludi Josef Knecht schon in der Wahl des Figurennamens formulierte.

Tatsächlich stellt Knecht, der im utopischen Kastalien des 23. Jahrhunderts zum Meister des esoterischen Glasperlenspiels avanciert, eine Art umgedrehten Doppelgänger Wilhelm Meisters dar: Versucht er doch, im meditativen Ordensspiel zu vollkommener, an östlicher Weisheit orientierter Demut zu gelangen. Für Hesse war dies eine Art Sieg des Geistes über die materielle Verrohung der Epoche des "feuilletonistischen Zeitalters", das er vor allem in der Barbarei des nationalsozialistischen Deutschlands figuriert sah. Was Goethe im Wilhelm Meister als "pädagogische Provinz" zur höheren Erziehung des Menschengeschlechts bereits angelegt hatte, hat Hesse in seinem Kastalien literarisch Wirklichkeit werden lassen: eine Seelengemeinschaft von in die Regeln des Glasperlenspiels Eingeweihten, an dessen Ansprüchen Knecht allerdings am Ende, von der Außenwelt verführt, in gewissem Sinne scheitert. Das Hesse dem Leser diese Regeln nicht näher erklärt, sondern hinsichtlich seiner Erläuterungen im Nebulösen bleibt, ist ebenso traurig wie verständlich.

Leider wirkt Hesses Glasperlenspiel -- ein Kultbuch der 68er-Generation -- aus heutiger Sicht deshalb über weite Strecken allzu verkrampft esoterisch und konstruiert: Als literarische Kette aus Glasperlen statt aus echten Perlen geflochten eben. Trotz dieses Mangels ist das historisch etwas angestaubte Glasperlenspiel immer noch besser also so mancher glanzlose Roman der Gegenwart. Und mit der Sonderausgabe des Romans bei Suhrkamp, die anlässlich von Hesses 125. Geburtstag erschienen ist, liegt zudem eine preiswerte Neuauflage vor. --Thomas Köster

Audiobook-Rezensionen

Hermann Hesses Alterswerk „Das Glasperlenspiel“ erschien 1943 in Zürich, 1946 erfolgte eine Ausgabe in Deutschland. Bereits 1931 hatte der Autor an dem Werk zu schreiben begonnen. Ohne Zweifel handelt es sich bei dieser letzten großen Prosaarbeit Hesses um keine leichte Kost. Man kann „Das Glasperlenspiel“ wegen seiner Tiefe und Komplexität getrost als Opus für Kenner bezeichnen. Wer sich jedoch damit auseinandersetzen möchte, wird in dem Erziehungs- und Lebensideal, das in einer Synthese von Wissenschaften und Kunst, von Geist und Sinnen besteht, faszinierende gedankliche Ansatzpunkte finden.

Der Roman, der den Autor davor bewahrt hat, am Zustand der realen Welt zu verzweifeln, entwirft als fiktive Gegenwelt Kastalien: Es handelt sich um eine streng hierarchisch, dennoch zwangfrei organisierte Ordensgemeinschaft, die die Selbstaufgabe des Einzelnen für den Dienst an der Gemeinschaft idealisiert. Politik, Wissenschaften und Kunst werden hier wieder als Einheit gelehrt und gelebt. Das Glasperlenspiel ist das heiligste Prinzip dieses pädagogischen Ideals: Dieses abstrakte Spiel mit sämtlichen Inhalten und Werten unserer Kultur verbindet die unterschiedlichsten Wissensbereiche miteinander – jenseits von Nationalismen, Konfessionen und Ideologien. In dieser utopischen, alternativen Gesellschaft lebt etwa um das Jahr 2400 Josef Knecht, der spätere Glasperlenspiel-Meister. Dieser überzeitliche, jedoch exemplarische Lebenslauf wird von einem Chronisten in 12 Kapiteln erzählt. Josef Knecht wird mit 40 Jahren zum jüngsten Magister Ludi gewählt, 8 Jahre später verlässt er ungehindert den Orden.

Bestimmendes Element in der Hörspielbearbeitung von Michael Farin ist die Chronologie von Knechts Leben. Mit puristischen Mitteln wird das Überzeitliche und gleichzeitig Utopische dieses Erziehungsromans umgesetzt. Dabei unterstreicht die meist befremdlich wirkende Musik die Meditation und Kontemplation, die Stimmen scheinen aus einer anderen Welt zu sein. Durch die essayistische Einleitung „Der Versuch einer allgemeingültigen Einführung ins Glasperlenspiel“, gesprochen von Barbara Nüsse, gelingt eine gewisse Strukturierung des Hörspiels. Theorie und Anschauung bleiben so gegenwärtig. Beeindruckend sind die exemplarische Lehrer/Schülerbeziehung (Rudolf Wessely, Ulrich Matthes) oder der Brief Knechts an den Lehrer über das Glasperlenspiel. Hörspiel mit Musik, Spieldauer: ca. 300 Minuten, 3 MC. Auch als CD erhältlich.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Glasperlenspiel
OT Das Glasperlenspiel. Versuch einer Lebensbeschreibung des Magisters Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften OA 1943 Form Roman Epoche Moderne
Das Glasperlenspiel ist Hermann Hesses intellektuelle Antwort auf die Barbarei des Hitlerfaschismus. Mit der Utopie seiner pädagogischen Provinz Kastalien entwirft der Autor darüber hinaus eine Gegenwelt zu Diktatur und Verbrechen des Dritten Reichs und stellt die Frage nach den erzieherisch-bildenden Möglichkeiten des Geistes. Die in sich geschlossene geistige Welt der Zucht und der Askese in Kastalien findet höchsten Ausdruck und Vollendung in der Kunst des Glasperlenspiels: einem Spiel, bei dem »sämtliche Inhalte und Werte unserer Kultur« miteinander kommunizieren. Der Roman basiert auf der Idee einer überzeitlichen Biografie des Glasperlenspielmeisters Josef Knecht, der in einigen Wiedergeburten große Epochen der Menschheitsgeschichte miterlebt.
Entstehung: Hesse arbeitete an seinem Spätwerk so lange wie an keinem anderen seiner Bücher – von Ende 1930 bis Anfang 1942. Den faschistischen Terror und den Krieg hatte der Dichter bereits in einem Brief aus dem Jahr 1932 vorausgesehen. Getragen von einem konsequenten Pazifismus (»Lieber von Faschisten erschlagen werden/als selbst Faschist sein./ Lieber von den Kommunisten erschlagen werden,/als selbst Kommunist sein«) formulierte er sein ideelles Glaubensbekenntnis im schweizerischen Montagnola.
Aufbau: Das Werk ist »den Morgenlandfahrern« gewidmet, die in Hesses Erzählung Die Morgenlandfahrt (1932) »in die Heimat der Seele und Jugend« aufgebrochen sind, und es gliedert sich in drei Teile: Das Glasperlenspiel. Versuch einer allgemeinverständlichen Einführung in seine Geschichte. Es folgen die Lebensbeschreibung des Magisters Ludi Josef Knecht und schließlich Josef Knechts hinterlassene Schrif-ten. Dabei handelt es sich um 13 Gedichte des Schülers sowie um drei »Lebensläufe« des Studenten Knecht mit den Titeln Der Regenmacher. Der Beichtvater. Indischer Lebenslauf.
Inhalt: Die utopische Gelehrtenrepublik Kastalien ist in der ersten Hälfte des dritten Jahrtausends angesiedelt und aus einer Gegenbewegung zu den Wirren des sog. feuilletonistischen Zeitalters entstanden, dem 19. und 20. Jahrhundert. In dieser Zeit habe der Geist eine unerhörte und ihm selbst nicht mehr erträgliche Freiheit genossen. Aus Verzweiflung über den moralischen Zerfall dieser Gesellschaft schufen weitblickende Menschen schließlich ein neues Reich der Bildung und der Künste. Die höchste Kunst ist die des Glasperlenspiels: Bei seinen Aufführungen fügen die Spieler Ideen, Gedanken und kulturelle Werte zu neuen Verbindungen zusammen.
In dieser Welt wächst die Hauptfigur Josef Knecht heran. Durch seine musikalische Begabung macht er erste Bekanntschaft mit den Ideen des kastalischen Ordens. In der Eliteschule der Glasperlenspieler gelangt er in den Kreis der Erwählten. Der Gelehrte Jakobus macht ihn mit der Welt der Geschichte bekannt, die in Kastalien nicht existiert. Erstmals stellt Knecht die Absolutheit des Gelehrtenstaats in Frage und begreift, dass auch die kastalische Kultur nur eine verweltlichte Neben- und Spätform der christlich-abendländischen Kultur ist, dem geschichtlichen Wandel und damit der Vergänglichkeit unterworfen.
Kaum 40-jährig wird Knecht zum Magister Ludi, dem Glasperlenspielmeister, gewählt. Später sieht er für sich die Notwendigkeit, neue Wege zu beschreiten, und nimmt das Angebot seines Jugendfreundes Plinio an, dessen Sohn zu unterrichten. Bei einem Wettschwimmen zwischen Schüler und Lehrer ertrinkt Knecht in einem Gebirgssee.
Wirkung: Das in Deutschland zunächst verbotene Werk erregte durch den Zeitungs-Vorabdruck einzelner Passagen bereits großes Interesse. Unterschiedliche Fassungen der damals als außerordentlich politisch verstandenen Einleitung kursierten im Deutschen Reich als inoffizielle Abschriften. Das komplexe und vielschichtige Werk war über Jahrzehnte hinweg Gegenstand intellektueller Auseinandersetzungen und Interpretationsversuche. Die Begriffe Glasperlenspiel und Kastalien stehen auch heute noch für das Prinzip der reinen Geistigkeit. K. V. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Josef Knecht steigt in der Ordensprovinz Kastalien zum Magister Ludi auf, dem höchsten Priester des sakralen Glasperlenspiels. Der Orden idealisiert die vollkommene Selbstaufgabe des Einzelnen für den Dienst an der Gemeinschaft. Doch bald schon stößt Knecht an die Grenzen seiner dienenden Selbstverwirklichung und bricht auf... Das "Glasperlenspiel" ist ein Spiel mit sämtlichen Inhalten und Werten unserer Kultur, es spielt mit ihnen, wie etwa in den Blütezeiten der Künste ein Maler mit den Farben seiner Palette gespielt haben mag. Hörspiel. Sprecher: Rudolf Wessely, Ulrich Matthes, Barbara Nüsse u.v.a. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Über den Autor

Hermann Hesse, geboren am 2.7.1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen, starb am 9.8.1962 in Montagnola bei Lugano.

Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin.

Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.     

Auszug

Es ist unsere Absicht, in diesem Buch das Wenige festzuhalten, was wir an biographischem Material über Josef Knecht aufzufinden vermochten, den Ludi Magister Josephus III., wie er in den Archiven des Glasperlenspiels genannt wird. Wir sind nicht blind gegen die Tatsache, daß dieser Versuch einigermaßen im Widerspruch zu den herrschenden Gesetzen und Bräuchen des geistigen Lebens steht oder doch zu stehen scheint. Ist doch gerade das Auslöschen des Individuellen, das möglichst vollkommene Einordnen der Einzelperson in die Hierarchie der Erziehungsbehörde und der Wissenschaften eines der obersten Prinzipien unsres geistigen Lebens. Und dieses Prinzip ist denn auch in langer Tradition so weit verwirklicht worden, daß es heute ungemein schwierig, ja in vielen Fällen vollkommen unmöglich ist, über einzelne Personen, welche dieser Hierarchie in hervorragender Weise gedient haben, biographische und psychologische Einzelheiten aufzufinden; in sehr vielen Fällen lassen sich nicht einmal mehr die Personennamen feststellen. Es gehört nun einmal zu den Merkmalen des Geisteslebens unsrer Provinz, daß seine hierarchische Organisation das Ideal der Anonymität hat und der Verwirklichung dieses Ideals sehr nahe kommt.

Wenn wir trotzdem auf unsre m Versuche bestanden haben, einiges über das Leben des Ludi Magister Josephus III. festzustellen und uns das Bild seiner Persönlichkeit andeutend zu skizzieren, so taten wir es nicht aus Personenkult und aus Ungehorsam gegen die Sitten, wie wir glauben, sondern im Gegenteil nur im Sinne eines Dienstes an der Wahrheit und Wissenschaft. Es ist ein alter Gedanke: je schärfer und unerbittlicher wir eine These formulieren, desto unwiderstehlicher ruft sie nach der Antithese. ... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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