Auch im dritten Buch um Polleke geht es im Leben der jetzt fast Zwölfjährigen alles andere als ruhig und geordnet zu. Ihr Vater Spiek ist aus der Entziehungsklinik ausgebüxt und schreibt nun einen Brief aus Nepal, ihre Mama und der Lehrer wollen nach wie vor heiraten, kriegen sich aber ständig in die Wolle und ihr Freund Mimun küsst im Park ihre beste Freundin Caro.
Kein Wunder also, dass Polleke ganz wirr im Kopf ist. Zu allem Überfluss ist da noch dieser Mann, der sie auf der Straße anspricht und in sein Auto einlädt. Ihr Vater hätte einen Unfall gehabt, sagt der Mann, und dass sie ganz schnell ins Krankenhaus kommen soll. Sonst nicht auf den Kopf gefallen, lässt sich Polleke überrumpeln und merkt zu spät, dass an der Geschichte gar nichts stimmt. Spiek ist doch in Nepal!
Zum Glück kommt Polleke in dieser gefährlichen Situation gerade noch einmal mit heiler Haut davon! Und zum Glück hat sie Consuelo, das neue Mädchen in der Klasse, das nur spanisch spricht, als Freundin. Denn sie kann Polleke auch ohne Worte trösten.
Mit ihren kleinen Gedichten und der ihr eigenen Art, die Welt auch dann noch positiv zu sehen, wenn sie selbst von Sorgen geplagt wird, ist Polleke eine der wunderbarsten Heldinnen der aktuellen Kinderliteratur. Wie auch in "Wir alle für immer zusammen" und "Es gefällt mir auf der Welt" bringt Guus Kuijer durch die phantasievolle Polleke seine Leser selbst dann noch zum schmunzeln, wenn das, was ihr passiert, eigentlich gar nicht zum Lachen ist. Ohne Gefühlsduselei, ohne pädagogischen Zeigefinger, ohne den überdeutlichen Stempel "besonders wertvoll" hat er eine Protagonistin erschaffen, die einfach so, ganz unauffällig, unsere Welt ein wenig wertvoller macht.