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Das Glück der anderen [Taschenbuch]

Stewart O'Nan , Thomas Gunkel
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 2 (2. Juni 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499234300
  • ISBN-13: 978-3499234309
  • Originaltitel: A Prayer for the Dying
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 125.885 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Stewart O'Nan
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Sheriff Hansen ist ein rechtschaffener und besonnener Mann. In Friendship benötigt er seinen Revolver höchstens einmal, um ein tollwütiges Schwein zur Räson zu bringen. Die Menschen in dem kleinen Bergarbeiternest in Wisconsin tragen Namen wie Guterson oder Soderholm -- und Jacob Hansen, Gesetzeshüter, Priester und Bestatter in einer Person, sieht sie als seine Schutzbefohlenen an. Friendship, ein Ort, der in diesen leise dahinplätschernden, schläfrigen Sommermonaten seinem Namen alle Ehre macht. Einige Vorkommnisse in letzter Zeit allerdings spülen in Sheriff Hansen Erinnerungen an den amerikanischen Bürgerkrieg wieder hoch, dessen Schrecken nun sechs Jahre zurückliegen.

Die ungeheuren Kriegsgräuel von damals impften ihm wider Erwarten den Glauben an die Kraft des Guten ein, Sheriff Hansen, beileibe kein bigotter Mann, fing in dieser Zeit heimlich zu beten an. Seine Gebete verstärken sich, nachdem er die Leiche eines fremden Soldaten entdeckt und kurz darauf eine umherirrende, delirierende Frau aufgegriffen hat. Friendship ist von einer Diphterie-Epidemie bedroht. Die kleine Gemeinde und ihr Hüter stehen vor ihrer schwersten Prüfung!

Ruhig dahinströmend und durchtränkt von leisem Horror, entwickelt Stewart O'Nan in seinem fünften Roman sein düsteres Siechengemälde ausgangs des 19.Jahrhunderts. Immer mehr Menschen erkranken und sterben, am Ende werden sie in ihrer Panik auf eine Entwicklungsstufe zurückgeworfen, die Hansens moralisches Korsett, das Vertrauen an das Gute im Menschen, völlig ins Wanken bringt. Als gar noch seine Frau und seine kleine Tochter auf den Tod erkranken und nur eine sofortige Flucht Rettung verhieße, stellt sich für den Sheriff unvermittelt die Frage nach Pflicht und Schuldigkeit.

Eine hochmoralische Parabel über die Frage der Vorherrschaft des Bösen über das Gute, eine Erfahrung, die zweifelsohne auch der Autor durchlebt hat. Welcher Teufel hätte Stewart O'Nan sonst geritten, seinen Protagonisten durchgängig in der zweiten Person anzureden, eine die ruhige Erzählstruktur beinahe ruinierende, völlig überflüssige und enervierende Idee? --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

In einer amerikanischen Kleinstadt bricht eine Seuche aus. Jacob Hansen, Sheriff, Leichenbestatter und Pastor, muss hilflos zusehen, wie die Bewohner seine Warnungen vor der Krankheit in den Wind schlagen und alle Quarantänemaßnahmen missachten. Die Zahl der Toten wächst dramatisch, von der friedlichen Dorfidylle ist nichts mehr zu spüren. Panik bricht aus. Und Jacob Hansen muss sich entscheiden: zwischen der Verantwortung für die Gemeinschaft und der Rettung seines privaten Lebensglücks.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Zur Story braucht hier nichts gesagt zu werden, da dies bereits weiter oben geschehen ist. O 'Nans "Glück der anderen" ist eine faszinierende Meditation mit Stilmitteln des Suspense und des Action-Writing. O 'Nan scheint geschult an Raymond Carver. Wie dieser schreibt er in kurzen, klaren Sätzen ohne viele Nebensätze. Der Roman ist geschrieben in der zweiten Person Singular, was äußerst ungewöhnlich ist und dem Autor (anders als bei Nutzung einer "Ich"-Perspektive) ermöglicht, gleichzeitig die Perspektive des monologisierenden Erzählers und die dessen, der den Erzähler kommentiert, einzunehmen. Die "Du"- Perspektive bewirkt eine seltsam metaphysische und gleichzeitig bis in Grenzbereiche vordringende Erzählmöglichkeit, die bei Gebrauch der ersten Person Singulat nicht erreichbar wäre.
Das Setting des Romans ist ebenso schlicht und überschaubar wie seine Sprache: fast archaisch wird der Ort der Handlung angelegt, eine isolierte Kleinstadt in den USA im vorigen Jahrhundert, deren einzige Verbindung zur Außenwelt der einmal täglich passierende Zug ist.
Themen des Romans sind Glaube, Religiösität, Disziplin, Verantwortung, Schuld, Warten auf Erlösung. Trotz Beschäftigung mit so existentiellen Fragen des menschlichen Lebens ist auffällig wie wenig Liebe, Hoffnung und Nähe es zwischen den handelnden Personen gibt. Rigide Glaubensvorstellungen sind wichtiger als der Gebrauch der Vernunft. Die genannten Attribute stehen im Denken des Protagonisten fast gleichberechtigt nebeneinander. Die Mischung aus dem Mangel an echtem Gefühl und Irrationalität ist dabei prägend. Die Verweigerung eines rationalen Zugangs zu den Menschen und Ereignissen wird darin deutlich, daß der Protagonist sich mit seiner Glaubensvorstellung soweit im Wege steht, daß er nicht zu erkennen fähig ist, daß er selbst, als verantwortungsfixierter Helfer und Retter letztlich verantwortlich für den Tod seiner Familie, seiner Mitmenschen und seines Heimatortes wird.

Streckenweise handelt es sich bei dem Roman um eine Legende, eine Heiligengeschichte, streckenweise um eine Crime-Story, in der die Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen eines Größenwahnsinnigen geschildert werden, der (mit sich und seinem Gott im Reinen) sein persönliches Handeln außerhalb aller Kausalitäten sieht.
Ein bewegendes und verstörendes Buch, das von hohem literarischen Niveau ist und gleichzeitig Ähnlichkeiten mit Stephen King in seinen besten, tiefsten Erzählungen aufweist.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Glücksfall mit Fehlern 15. Februar 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die Geschichte beginnt langsam und zeichnet das Bild einer Kleinstadtidylle im Amerika Ende des 19. Jahrhunderts. Jacob Hansen ist Sheriff, Leichenbestatter und Prediger in einer Person. Doch dann trifft die Diphterie in Friendship (dem Ort des Geschehens) ein und durch die Dürre frisst sich auch noch ein Feuer unaufhaltsam auf sie zu. Es ist eine Zeit des Sterbens und für Jacob eine des Glaubens und der Prüfung.
Die Geschichte hört sich schon so an, als ob man hier grob zwei Schreckensszenarien miteinander verwoben hätte. Dazu kommt der Eindruck, dass die Schreibweise (man bekommt alles in der 2. Person) unpassend oder sehr ungwewöhnlich ist und somit schwerer zu lesen. Tatsächlich ist die sich immer wiederholende Selbstbefragung Jacobs ein kleines Manko des Romans. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat und das Ganze wie ein Gebet aus der Sicht des Predigers sieht, wird es ein düsterer Weg in die Abgründe des Glaubens. Jacob hat keine klaren Antworten mehr und kann nur noch seine Bindung an die Menschen die er liebt und zu Gott heranziehen. Er verliert darüber sogar seinen Verstand. Kann man das Glück aller anderen über das eigene stellen ohne sich zu verlieren?
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M. Braun
Format:Taschenbuch
Warum der Originaltitel dieses Romans "A prayer for the dying" in den Titel der deutschen Ausgabe "Das Glück der anderen" umgewandelt wurde, ist mir ein Rätsel. Von Glück ist hier sehr wenig die Rede, vor allem, nachdem das Unheil gleich doppelt in Form einer Diphterie-Epedemie und eines verheerenden Feuers über die Kleinstadt Friendship hereinbricht. Der Erzähler Jacob, vom Grauen des Bürgerkrieges gezeichnet, als Sheriff für das weltliche und als Pfarrer für das geistige Wohl der Einwohner verantwortlich, kann die Menschen nicht retten (nicht einmal seine eigene Famile), und bleibt alleine zurück mit riesigen Schuldgefühlen und bohrenden Zweifeln an Gott und seinem Glauben. Der etwas ungewohnte Erzählstil ("Du") stellt seine ständigen Selbstgespräche dar und macht diese Selbstvorwürfe um so deutlicher.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Mit gemischten Gefühlen
Das Setting der Geschichte lässt viele Fragen offen. Die Personen muten eher einem seichten Wildwestroman an als einer ernsthaften Geschichte. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Tagen von Lomomoo veröffentlicht
Sehr beeindruckend, dieses Buch
Ich habe O'Nans Roman mit großem Interesse gelesen, er hat mich mehr und mehr gefesselt und bleibt lange im Gedächtnis. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Hugo Habicht veröffentlicht
Eigentlich 6 Sterne!
Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
Ein Mann macht immer alles richtig, denkt immer zuerst an Andere, an sich selbst zuletzt - und scheitert. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Leseratte veröffentlicht
der schreibstil ist fantastisch
es ist eine einfache story, wie ich finde. doch der schreibstil ist erfrischend in der zweiten person singular verfasst mit knappen sätzen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Januar 2009 von steph
Rettung nicht in Sicht
In seinen kürzeren Roman schafft es Stewart O'Nan eine Art Kammerspiel des Schreckens zu entwerfen, in das ein kleiner Ort verstrickt ist und an seinem Dilemma verzweifelt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. August 2007 von Polar
Warum??
Nach dem Bürgerkrieg lebt Jacon Hansen in dem kleinen Ort Friendship. Er hat eine Familie gegründet und arbeitet als Sheriff, Bestatter und Prediger in einer Person. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Mai 2007 von marielan
Die Geschichte eines großen Einfaltspinsels
Jacob Hansen, seines Zeichens Sheriff, Prediger und Leichenbestatter in einem kleinen Bergarbeiternest in Wisconsin namens Friendship, ist ein Mann von Ehre. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. September 2005 von Noel
das glück der anderen
Eine Art zu Erzählen, die mich an einen lese-und schreibinteressierten Jugendlichen erinnert und mit der 2. Lesen Sie weiter...
Am 28. Januar 2002 veröffentlicht
Du hast dieses Buch verschlungen ...
Du hast dir damals die "Speed Queen" und "Engel im Schnee" gekauft, warst begeistert, hast Freunde von Stewart O'Nans Büchern überzeugt, aber nachdem... Lesen Sie weiter...
Am 9. Dezember 2001 veröffentlicht
Eine düstere Offenbarung
Steward O'Nan entwirft eine düstere Endzeitgeschichte, die unvermittelt beginnt und sich langsam zu überraschenden und abgründigen Situationen entwickelt. Lesen Sie weiter...
Am 3. Oktober 2001 veröffentlicht
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