Ein schockierendes und ein beruhigendes Buch.
Schockierend, weil offensichtlich wird, wie nahe wir alle am Wahn vorbeischrammen oder dem Wahn verfallen sind, ohne von der Umwelt als krank identifizert zu werden.
Beruhigend, weil die persönliche und authentische Geschichte des Pete Kluth zeigt, dass selbst ein Mensch mit einer so schweren bipolaren Störung heutzutage wieder gut in ein relativ "normales Leben" eingliederbar ist.
Die sprachliche Qualität des Buches ist nicht immer die beste. Wer jedoch diese 340 Seiten nicht primär aus literarischen Gründen liest, wird nicht enttäuscht. Es ist flüssig und leicht lesbar formuliert. Das schiefe Welt- und Selbstbild eines Menschen, der an einer bipolaren Störung leidet, wird anschaulich vorgestellt. Die Probleme der Angehörigen, das Leid (Zerrüttung der Familie) und die vielen Unsicherheiten im Umgang mit einem psychisch kranken Menschen werden unmissverständlich angesprochen.
Ich halte dieses Buch für einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung eines besseren Verständnisses von bipolaren Störungen und den persönlichen Folgen für den Patienten, dessen Familie und Freunde. Deshalb bleibe ich auch bei der Beurteilung mit 5 Sternen.