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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
49 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Interessanter Diskussionsstoff (mit Potential zum Aufwach-Erlebnis?),
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Glück der Unerreichbarkeit: Wege aus der Kommunikationsfalle (Gebundene Ausgabe)
Miriam Meckel beschäftigt sich in diesem Buch kritisch damit, zu welchen Veränderungen neuere Informations- und Kommunikationstechnologien (Handy, E-Mail, Internet) in unserem Alltag geführt haben: Welchen Herausforderungen stehen wir im Zuge des schier unbegrenzetn Informationsangebots und der quasi uneingeschränkten Erreichbarkeit zu jeder Zeit gegenüber? Erst das letzte Kapitel beschäftigt sich mit dem empfohlenen Weg, den angesprochenen Herausforderungen zu begegnen: Gezielt eingesetzte Verknappung der eigenen Erreichbarkeit bzw. Verfügbarkeit, um die Qualität der momentanen Arbeit bzw. Kommunikation zu erhöhen. Folgende Themen werden behandelt (Kapitelübersicht):Datenflut und Denkebbe Die Tyrannei der Entscheidung Mythos Multitasking Wie Technik unser Leben bestimmt Die Entgrenzung von Lebensort und Lebenszeit Rollenspiele des vernetzten Menschen Liebeskommunikation in der Netzwelt Nackt im Netz ohne die Grenzen des Privaten Das Glück der Unerreichbarkeit Die Autorin beschreibt eigene Erlebnisse und Beobachtungen, erwähnt Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien und zitiert Andere an einigen Stellen. Ein ausführlicher Anmerkungsteil verweist auf Quellen und weiterführende Literatur. Das Buch ist einfach und flüssig zu lesen. Der Schreibstil ist locker und zum Teil recht humorvoll. Einige der Thesen oder Beobachtungen haben mich wenig überrascht und ich fand den Informationsgehalt der entsprechenden Kapitel also geringer ( so z.B. ,Datenflut und Denkebbe`, ,Der Mythos Multitasking`, ,Wie Technik unser Leben bestimmt`). Andere waren für mich wertvoller (insbesondere ,Die Tyrannei der Entscheidung`). Immer aber waren die Verweise auf entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema für mich interessant. Etwas gestört hat mich der mir etwas plauderhaft vorkommende Stil. An einigen Stellen habe ich Absätze übersprungen in Ungeduld zu erfahren, worauf die Autorin hinaus will. Weiterhin fand ich es persönlich fraglich, ob jedes der Kapitel nötig gewesen wäre, um auf die angestrebte These hinzuführen: ,Das Glück der Unerreichbarkeit`. So fand ich die Ausflüge ins Thema ,Liebeskommunikation in der Netzwelt` zwar informativ, sie waren aber nicht notwendig, um mich davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist mal ,abzuschalten`. Weitere weniger gewichtige Kritikpunkte sind für mich die etwas flüchtig und lieblos eingefügten wenigen Abbildungen (nicht jede trägt eine Erklärung; nicht jede unterstützt die Verständlichkeit des Textes), sowie dass es nicht für jedes der angesprochenen Probleme eine Empfehlung gibt, wie man am besten damit umgehen sollte (z.B. wie gehe ich mit der Datenflut um, wie gelange ich zu tragbare Entscheidungen trotz eines Überangebotes an verfügbaren Alternativen). Es ist also kein ,Ratgeberbuch`, am ehesten noch ein Buch, das einem die Augen für diese Probleme öffnen will. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Thema verfehlt?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Glück der Unerreichbarkeit: Wege aus der Kommunikationsfalle (Gebundene Ausgabe)
VOLLTREFFER============ Die sich mehrenden Auflagen von Miriam Meckels Buch "Das Glück der Unerreichbarkeit" und die vielen zustimmenden bis begeisternden Stellungnahmen zu diesem Buch zeigen an, daß dieses Buch offensichtlich das Alltagserleben von vielen Menschen trifft. Die zunehmende umfassende Erreichbarkeit von immer mehr Menschen weltweit erzeugt Verhaltensweisen, die jeden Winkel des alltäglichen Kommunizierens zu durchdringen scheinen. Ob Beruf oder Freizeit, ob öffentlich oder privat, Miriam Meckel schildert anschaulich an vielen Beispielen, zu welchen extensiven Formen von Kommunikationsaktivitäten dies --bei abnehmender Qualität-- führen kann. Sie schildert Auswirkungen dieses Verhaltens im Leben des einzelnen, und welche krankhaften Fehlformen möglich sind, durch die Menschen in ihren sozialen Beziehungen bedroht oder gar zerstört werden. Wer dieses Buch liest wird sich mühelos in all diesen Schilderungen mehr oder weniger wiedererkennen können. SYMPATHISCH =========== In ihre Schilderungen fließen immer wieder eigene Verhaltensweisen, eigene Erlebnisse und Experimente ein. Dies ist mutig, verleiht dem Text eine persönliche Note, gibt ihm etwas Authentisches, macht die Autorin für viele Leser offensichtlich sympathisch. VIELE WIEDERHOLUNGEN ===================== Fakt ist aber auch, daß die inhaltlichen Aussagen von Miriam Meckel sich durch viele Wiederholungen auszeichnen. Hätte sie nicht einen so guten Schreibstil, man würde das Buch nach den ersten 50 Seiten aus der Hand legen und würde nicht viel verpassen. ENDSTATION INDIVIDUUM ===================== So gelungen die Beschreibung des alltäglichen Kommunikationsverhaltens --gerade auch in seinen Zerrformen-- erscheint, so fragwürdig ist jedoch das Rezept, das Miriam Meckel als Lösung der Probleme präsentiert. Mit dem Verweis auf die Freiheit des Individuums, der Möglichkeit der Selbstbestimmung, ermuntert sie die Leser, sich dem überbordenden Informationsfluß durch individuelle Verweigerung zu entziehen; auf diese Weise soll man Räume der Stille, der Konzentration, der Besinnung auf das Wesentliche ermöglichen. Darin soll dann mehr gedacht werden, um die Komplexität hinreichend zu vereinfachen. Das Wesentliche, das Wichtige soll erkannt werden. Ist diese Antwort tragfähig? THEMA VERFEHLT? =============== Dass der einzelne Mensch angesichts einer Überfülle an Informationen und Kommunikationsaufforderungen faktisch keine andere Möglichkeit hat, sich dieser zu erwehren, als die Menge der zu verarbeitenden Informationen auf ein 'menschenmögliches Maß' zu reduzieren, ist in gewisser Weise trivial und jede Zeit muß da ihr eigenes Maß angesichts neuer Technologien finden. Den Blick auf die subjektive Erlebnisperspektive des einzelnen Individuums zu beschränken kann allerdings grob irreführend sein, dann nämlich, wenn diese Informationsüberflutung unabhängig vom Wollen des einzelnen ein unausweichliches Produkt der neuzeitlichen Informationsgesellschaft ist, und zwar so, daß die Selbstdefinition dieser Informationsgesellschaft genau über diese täglich produzierten Informationsinhalte realisiert wird. Die Herstellung komplexer Produkte wie z.B. Autos, Flugzeugen oder Kraftwerke setzt voraus, daß die komplexen Informationsströme funktionieren, ebenso verlangt das Funktionieren komplexer globaler Märkte nach den Experten, die die dazu notwendigen komplexen Informationsstrukturen beherrschen. In einer solchen Situation dem einzelnen Ingenieur zu empfehlen, sich einfach aus den Informationsströmen zu verabschieden, mag individuell subjektiv kurzfristig sicher eine Entlastung bringen, hochgerechnet bricht damit aber eine komplexe Ingenieurleistung und damit ein ganzer Wirtschaftsbereich in sich zusammen (und dies ist nur ein winziger Ausschnitt). Natürlich wird auch eine Miriam Meckel dies nicht wollen. Aber hier genau beginnt das Problem: wenn die Informationsüberlastung NICHT eine rein subjektiv-individuelle Angelegenheit ist, sondern aus einer globalen Informationsverdichtung moderner Gesellschaften resultiert, dann ist ein Aufruf zu mehr individueller Besinnlichkeit (ich vereinfache) nicht nur nicht hilfreich, sondern geradezu fatal. Man würde dann vorgaukeln, daß das Problem durch subjektive Verhaltensänderung alleine lösbar wäre; in Wirklichkeit handelt es sich aber möglicherweise um ein sehr ernstes strukturelles Problem moderner Informationsgesellschaften, das das Potential hat, komplette Gesellschaften vollständig zu ruinieren, nämlich dann, wenn die täglich produzierten Informationen von immer mehr Menschen nur noch als 'Rauschen' wahrgenommen werden können, weil weder einzelne noch Institutionen länger in der Lage sind, die darin enthaltenen Informationen angemessen zu verstehen. GANZ AM ANFANG? =============== Sollte die stark vereinfachende Sicht von Miriam Meckel tatsächlich keine ausreichende Analyse des kulturellen Problems von informationsflußbasierten Gesellschaften darstellen, dann allerdings hätten wir ein sehr gravierendes Problem, das uns deutlich macht, daß wir ziemlich am Anfang stehen, was eine mögliche Lösung betrifft. Die von Miriam Meckel beschriebenen Probleme wären dann bestenfalls das Vorwort zu einem Buch, das noch geschrieben werden müßte, und zwar nicht nur als Text, sondern als gelebter globaler Prozeß. Ich habe nicht den Eindruck, daß momentan irgendjemand auch nur ansatzweise weiß, wie eine solche strukturelle Lösung aussehen könnte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kurzweilig und engagiert,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das Glück der Unerreichbarkeit: Wege aus der Kommunikationsfalle (Gebundene Ausgabe)
Miriam Meckel ist am Puls der Zeit. In diesem Buch bringt die Kommunikationswissenschaftlerin auf den Punkt, was Führungskräfte derzeit bewegt: die Versklavung durch die moderne Informationstechnologie. In einer packenden Analyse zeigt sie, wie wir uns fast widerstandslos dem Diktat der Technik unterwerfen und an unseren privaten wie beruflichen Bedürfnissen vorbeileben. Meckel ist gleichermaßen witzig wie engagiert: Mit humorigen Beispielen aus ihrem eigenen Kommunikationsalltag hält sie den Lesern den Spiegel vor, bemüht sich aber auch redlich, Auswege aus der totalen Abhängigkeit aufzuzeigen. Ihre angenehm leichte Schreibe hat einen einzigen Makel: Sie bleibt bisweilen an der Oberfläche. Die Frage, weshalb wir uns so leichtfertig von der Technik versklaven lassen, wird ebenso wenig beantwortet wie jene nach dem Grund, der uns das eigentlich einfache Abschalten so schwer macht. Trotzdem: Das Buch bietet nicht nur Anregungen zum Bessermachen, sondern hält durch seine Kurzweiligkeit vom ständigen Schielen auf den BlackBerry ab. Ein Muss für alle Unternehmer und Manager, die sich von der modernen Informationstechnologie stranguliert fühlen, meinen wir.
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