Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Compilation
Pop 2000 - Das gibt's nur einmal entstand zur zwölfteiligen Fernsehdokumentation
50 Jahre Popmusik und Jugendkultur in Deutschland. Siebzehn Künstler und Bands interpretieren Songs von anderen deutschen Musikern neu, was zu vielen Überraschungen, spannenden Kombinationen und einem ungewöhnlich amüsanten Streifzug durch Deutschlands Musikgeschichte und Begegnungen zwischen Generationen und Stilen führt.
Auf den Kopf gestellt und gegen den Strich gebürstet werden da von 5 Sterne Deluxe vom Disco zum Elektro-Rap "Yes Sir I Can Boogie" von Baccara, von Guano Apes der Alphaville-Hit "Big In Japan" zum wüsten Gitarrenrock. Auch bei Nenas "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" in einer charmanten Reggae-Version der Absolute Beginner lässt sich das Original kaum mehr ausmachen.
Weitere Höhepunkte sind Smudo mit der eher unbekannten, zeitlosen Herwig-Mitteregger-Nummer "Rudi", der Filmklassiker "Der dritte Mann", von CAN genial umgesetzt, aus deren "Soul Desert" Blixa Bargeld Höllisches köchelt. Von den Einstürzenden Neubauten hat wiederum die ostdeutsche Band Das Auge Gottes das Stück "Sehnsucht" zerlegt, und Herbert Grönemeyers "Männer" wird von Nina Hagen fröhlich auf den Punkt gebracht.Dieser ist neben drei Fremdversionen auch selbst mit "Da Da Da" von Trio mit leiser Selbstironie vertreten. --Ingeborg Schober
INTRO
"Sometimes it's beyond me", meinte The Edge anläßlich der letzten Tour, als er nach seinen Gitarren-Effektgeräten gefragt wurde. Und so klingt die neue U2 denn auch eher wie ein musikalischer Supermarkt der Bleeps & Clonks. Ob wohl daher das Thema für die kommende Tour stammt? Wie dem auch sei: hier hat man viel zu tief in die Trickkiste gegriffen. Perverse, schweinische, jaulende und quietschende Gitarrensounds - bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und kaum mehr als solche zu erkennen - dominieren das Bild. Obendrein wird multipliziert, was das Zeug hält, frei nach der Devise "Immer feste Druff". Andererseits gab man sich beim Abmischen der Rhythmusgruppe - bewußt oder nicht - weniger Mühe, so daß alles ziemlich matschig und wirr klingt. Der Baß wummert körperlos über dem percussiven Brei aus übersteuerten Zimbeln und dumpfen Beats. Allerdings: die Stücke sind wieder als solche zu erkennen. Wurde auf dem Schnellschuß "Zooropa" diesbezüglich fragmentiert und experimentiert, was das Zeug hält, hat man sich diesmal am Riemen gerissen und präsentiert wieder memorable Melodien, Hooks und Refrains. Man merkt dem Album an, daß Bono & Co. mal so richtig subversiv zeigen wollten, daß man trotz Media-Overkill doch nicht so richtig zum Corporate-Rock gehört. Das Ergebnis könnte man als interessantes Scheitern bezeichnen.
Ullrich Maurer / © Intro - Musik & so
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