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Produktinformation
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Edna macht, als sie mit achtzehn Jahren auf die Universität kommt, die Bekanntschaft von Samuel. Sofort ist sie von ihm angetan und weiß: der oder keiner. Samuel gibt sich extravagant, herablassend und ungeheuer abgeklärt. Tastend gehen die beiden aufeinander zu, treffen sich auf Partys für Erstsemester oder segeln gemeinsam. Nur sprechen, das kommt in ihrer Beziehung nicht häufig vor. Worüber auch? "Die Gegenwart ist schon kompliziert genug. Und wir reden nicht so viel, weil wir so genau spüren, was im anderen vorgeht, eigentlich." Genau an diesem "eigentlich" hängen alle Schwierigkeiten.
Unterfüttert ist ihre Freundschaft, Edna nennt es ihr "Unterleben" oder "das Leben unter unserem Alltag", mit der Geschichte ihrer Väter, die sich aus der Zeit des Krieges kennen. Beide sind Juden und wurden von Deutschland nach Auschwitz deportiert.
Edna und Samuel hängen wie Marionetten an seidenen Fäden, die die Väter mit ihren Ängsten vor Verfolgung immer noch nicht gekappt haben.
Edna trennt sich schließlich von Samuel, hat andere Männer und kehrt doch wieder zu ihm zurück. Es dauert lange, bis sie zu sich findet und erkennt, was sie selbst möchte. Wobei das traurige Ende der Geschichte schon von Anfang an klar ist -- Samuel stirbt. Aber warum muß ihre Liebe tödlich enden? --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
sollten besonders Männer lesen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Gewissen (Taschenbuch)
Also auch ich gebe diesem Werk von Frau Durlacher 5 Sterne, da es hervorragend die Psyche einer Frau beschreibt, die von der grossen Liebe "überrannt" wird und sich zuerst dieser Liebe gnadenlos unterwirft, bevor sie den für sie richtigen Weg findet.Dabei habe ich entdeckt, dass die Beschreibung der Gedankengänge der Protagonistin so genau und nachvollziehbar sind, dass manche Männer, die dieses Buch gelesen haben, durchaus Frauen danach besser verstehen lernen. Für uns Frauen ist es wunderbare Literatur, wir können uns wundervoll reinversetzen, mitleiden und uns mitfreuen. Eine perfekte Sprache und spannender Schreibstil runden das Werk ab ! Sehr lesenswert ! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
nicht Fisch nicht Fleisch,
Rezension bezieht sich auf: Das Gewissen (Taschenbuch)
interessanter Ansatz, das Lebensgefühl, der 2. Generation der Opfer des Holocausts nachvollziehbar zu machen: Edna Mauskopf wächst in einer Atmosphäre auf, in der keine Unbeschwertheit erlaubt ist: Alles muss sie sich bewusst machen, jede Belohnung hart verdienen; es herrschen Bescheidenheit, Ernsthaftigkeit, ein Zurücknehmen seiner selbst. Edna entwickelt Essstörungen, weil ihr Vater ständig suggeriert, er bekäme nicht genug, wolle nie wieder hungern. Sie legt zwanghafte Rituale ab, um ihre Familie vor möglichem Unglück zu schützen. Sie ist wie fremdgesteuert, ihr Gewissen ständig da, ein schlechtes Gewissen, dass es ihr angesichts dessen, was der Vater ausgestanden hat, zu gut gehen könnte.Erzählt wird allerdings von der erwachsenen Edna Mauskopf und ihrer glückosen Beziehung zu Samuel, der ähnlich sozialisiert ist. Das Gewissen lastet auf ihnen tonnenschwer und erlaubt ihnen kein eigenes Leben. Erst spät kann Edna sich davon freimachen; Samuel gelingt es nie. Trotz allem finde ich den Roman schlecht aufgebaut, schlecht geschrieben, gewollt überdreht und jugendlich, die Charaktere nicht überzeugend, diese Liebe nicht nachvollziehbar und die Handlung zu unentschlossen. Im Vordergrund steht die Liebesgeschichte, die nicht überzeugt und auch einfach nicht interessiert; in Nebensätzen werden dann holzschnittartig die Befindlichkeiten dieser Kinder des Holocaust beschrieben, da wird's interessant, aber es fügt sich nicht zusammen. Der Roman ist weder als Liebesgeschichte (zu konstruiert und schlecht geschrieben) und schon gar nicht als "Holocaustroman", wie die Kritiken ihn zum Teil handelten (da zu oberflächlich), zu empfehlen. Und vielschichtig ist er schon gar nicht; es liegt doch alles sehr dicht an der Oberfläche. An einigen Stellen wird's dann auch noch bemüht intellektuell; Jessica Durlacher spricht, wenn es um das allseits präsente Gewissen und Ednas und Samuels Zwänge geht, häufig von "Text", "dichter Textualität" u.ä., was mich nur genervt hat. Fazit: schnelle Lektüre, interessanter Ansatz. Aber: wenig überzeugende Liebesgeschichte, und an guten Büchern mit ähnlicher Holocaustthematik mangelt es nicht. Wen das interessiert, bitte unbedingt Jurek Becker lesen: Bronsteins Kinder. Intelligent, streng, kritisch mit mit sich selbst und seinen Lesern und dabei überaus warm und menschlich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So gut müsste man schreiben können,
Von Dietrich Marquardt (Frankfurt/M, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das Gewissen (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist phänomenal. Es beginnt so locker-flockig im Student(inn)en-Alltag und bekommt doch ganz nebenbei einen ernsten Grundton. Bei allen Beziehungen der Erzählerin, die realistisch in alltäglichen Begegnungen geschildert werden, fliessen problematische Aspekte ihrer Entwicklung (etwa Essverhalten) beiläufig mit ein. Nicht nur die wechselvolle Geschichte zum angebeteten Freund und späteren Ehemann, auch Freundschaften zu Frauen werden im Auf und Ab plastisch. Das Verhältnis zu Vater und Schwiegervater, beide als Juden aus Deutschland geflohen, ist für die Erzählerin und ihren Samuel überaus wichtig. Auch Samuels Entschluss, das Risiko eines "Heldentodes" einzugehen, ist ohne die Geschichte der Väter nicht verstehbar. Bisweilen ein bisschen konstruiert. Trotzdem und auch wegen der (letztlich überzeugenden) Konstruktion ein tolles, ein faszinierendes Buch.
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