Das einzig Traurige an diesem Buch ist, dass es bislang nicht neu aufgelegt wurde. Das ist schade! Denn "Das Getüm" sowie auch der 2. Band "Ein Getüm kommt selten allein" bieten alles, was Kindern Spaß macht. Und zum Vorlesen für Eltern ist es auch richtig klasse.
Das Getüm, ein kleines grünes Wesen, begegnet der Ich-Erzählerin, einer alleinstehenden Frau, auf der Straße. Sie nimmt es mit und mit dem ihm eigenen Anarchismus, gepaart mit kindlichem Verhalten bringt es ihr Leben durcheinander. Aber nicht auf irgendeine vorhersehbare Art und Weise. Am Ende jedenfalls geht es nach Rom, in die Via Scalabrini, wo noch echte Ungetüme leben. Das ist aber nur die Rahmenhandlung für eine Flut von aberwitzigen, skurrilen Geschichten, die das Getüm erzählt: von Isidor Feuerspucker etwa, einem Untetüm, das beim Zaren von Russland die Kamine anheizt. Von der kleinen Kunigunde, die als Ungetüm-Kind in einem Piratenschiff einschläft und erst nach Jahren wieder aufwacht, als sie so groß geworden ist, dass sie das Schiff zum Platzen bringt. Oder von Anatol, der als Ungetüm-Kind die Höhle seiner Mutter mit geklauten Straßen, Autos und Schienen vollpackt, die er irgendwo in der Menschen-Welt gestohlen hat - und die dort natürlich fehlen.
Das Buch nimmt Kindern Angst vor großen, unheimlichen Wesen - denn Isidor, Daisy, Kunigunde udn Anatol sind alle sehr liebenswerte Geschöpfe. Das Getüm, sein Freund Mäxchen und die mit beiden befreundete Stubenfliege William natürlich ebenfalls.
Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen und Kindern macht es Spaß, zuzuhören. Die witzigen Illustrationen der Autorin bebildern gut, was man sich sonst vielleicht gar nicht vorstellen könnte.
5 Sterne und der Wunsch nach einer Neuauflage!