Mit seinem neuen Roman "Das Geständnis" hat John Grisham mich nach seinen vorherghenden Flops wieder etwas versöhnt. Das Buch ist ein engagiertes Plädoyer gegen die Todesstrafe und eine große Kritik am Rechtssystem bestimmter Staaten Amerikas.
Als eines Tages ein mehrfach verurteilter Sexualtäter, Travis Boyette, im Haus des Revernd Keith Schroeder auftaucht und den Tod an einem jungen Mädchen gesteht, dessen vermeintlicher Mörder in einigen Tagen hingerichtet werden soll, weiss Keith Schröder zuerst nicht, wie er darauf reagieren soll.Boyette begündet sein Geständnis damit, dass er bald sterben wird, da er einen inoperablen Hirntumor habe und er vorher die Unschuld des verurteilten Farbigen Donte Drumm bezeugen will. Außerdem wisse er wo die Leiche Nicole Yarbers vergraben liege, da er dies selbst getan habe. Donte Drumm wurde nämlich zum Tode verurteilt, obwohl niemals eine Leiche gefunden wurde und er nach einem erpressten Geständnis,das er später widerrief, immer wieder seine Unschuld beteuerte.
Der Leser erfährt nun in diesem Buch, wie die Mühlen der Justiz im Staate Texas malen. Ein engagierter Rechtsanwalt"Robbi Flagg"setzt sich für die Aussetzung der Todesstrafe des Beschuldigten ein und beginnt ein Rennen gegen die Zeit.Wird er es schaffen Donte vor der Todesspritze zu bewahren?
Ich fand das neue Buch des Autors streckenweise sehr berührend, vor allem die Szenen aus der Todeszelle, Spannung kam auch streckenweise auf, was mich aber am meisten begeistert hat, war die Darstellung der verantwortlichen Personen, die mit der Rücknahme dieses Urteils zu tun hatten.Man hatte nicht das Gefühl, dass sie über einen Menschen urteilten, sondern es ging ihnen eigentlich immer nur um Prestige und ihre Wiederwahl.Auch die Darstellung des zum Tode Verurteilten ist dem Autor meiner Meinung nach gut gelungen, seine Gedanken und Gefühle wurden sehr überzeugend rübergebracht.
Auch die Mittel, die Justiz und Polizei anwenden,um ein Geständnis aus dem Beschuldigten herauszupressen,wurden spannend erzählt.Die überall anzutreffende Presse, die sich wie die Schmeißfliegen auf diese Sache stürzten und sogar von der Mutter des Opfers sehr medienträchtig eingesetzt wird,machen dem Leser noch einmal sehr deutlich, dass es weniger um den Menschen, als vielmehr um sensationsheischende Effekte geht, die die Zuschauer gierig aufsaugen.
Allerdings gibt es auch einige Kritikpunkte und desshalb auch keine 5 Sterne.
Stellenweise ging es mir etwas zu pathetisch zur Sache und einige Situationen waren auch etwas unglaubwürdig.Ins Detail möchte ich jetzt nicht gehen, da ich dann zu viel verraten würde.
Trotz aller kleinen Schwächen, hat mir das neue Buch des Bestsellerautors wieder gut gefallen und ich finde es wesentlich gelungener, als seine Vorgänger