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Das Gespenst des Kapitals Broschiert – 16. Dezember 2010


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Produktinformation

  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: Diaphanes; Auflage: 3. (16. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3037341165
  • ISBN-13: 978-3037341162
  • Größe und/oder Gewicht: 12,4 x 2,5 x 17,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 74.705 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ein Buch, so wirksam wie ein Crash.« (Mark Siemons, FAS)

»Es ist nicht weniger als ein frontaler Angriff auf kapitalistische Mythen und die dorischen Säulen der Wirtschaftswissenschaften. In einem faszinierend dichten Gedankengang beschreibt Vogl die Entstehung des spekulativen Kapitalismus und die Produktion von Furcht und Hoffnung. Vogl schreibt mit Eleganz und rhetorischer Leidenschaft.« (Thomas Assheuer, Die ZEIT)

»Eine Entzauberung der Finanzwirtschaft. Der erste Schritt heraus aus der Abhängigkeit ist die Einsicht in das Illusionäre der gesamten Veranstaltung. Joseph Vogl hat ihn getan.« (Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Joseph Vogl (*1957) ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literatur: Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Visiting Professor an der Princeton University, USA. Er lehrte u.a. an der Bauhaus Universität in Weimar und der Ludwig-Maximilians-Universität in München und hat zahlreiche Monographien und Artikel veröffentlicht. Für seine Übersetzungen von Schlüsselwerken der neueren französischen Philosophie (darunter Gilles Deleuze: Differenz und Wiederholung, J.-F. Lyotard: Der Widerstreit) erhielt er 1988 den Übersetzerpreis zur Förderung der deutsch-französischen Beziehungen.

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Kundenrezensionen

3.6 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Jürgens- Bücher TOP 100 REZENSENT am 17. August 2011
Format: Broschiert
Der Autor geht zunächst auf die kuriose Geschichte in dem Buch SZ-Bibliothek Metropolen Band 1: Cosmopolis ein. Der Leser erfährt danach, dass der Name des Spekulanten von dem römischen Wachposten kommt, der nach Gefahren und Missgeschicken Ausschau hielt (speculari).
Der Autor verfolgt dann die Geschichte des Geldes und der Finanzen in den letzten vierhundert Jahren und läßt dabei auch Gedanken von Marx, Kant, Dantes Hölle, Platon und Aristoteles einfließen.
Kritisch betrachtet er die heutigen Finanzgeschäfte:"Die Akteure des Kapitals operieren nicht mit bekannten Qualitäten, sondern versuchen, eine kontingente Zukunft danach zu bewerten, wie der Markt sie selbst gegenwärtig bewertet. Dies macht scheinbar verlässliche Größen wie Angebot und Nachfrage- und deren stabilisierende Kraft- nicht nur unkenntlich, sondern unerkennbar."(S.153)
So entstehen Preise, die sich allein über die Erwartung künftiger Preise konstituieren. "Sie repräsentieren keine zugrunde liegenden "Fundamentalien", sondern zirkulieren als höchst wirksame Wertgespenster."(S.157)
Da das ausgeglichene Spiel von Angebot und Nachfrage verkehrt wurde, entstehen Blasen, runs, bust und booms, aber auch Finanzpanik oder euphorischen Eskalationen, gefördert u.a. vom Massenwahn, Herdenverhalten und blinden Nachahmungstrieben.
Ferner zeigt er, dass Emotionen, dilettantisches Tun, Spielerverhalten, Gier und schlicht mangelnde Vernunft oft die Auslöser von großen Einbrüchen an den Finanzmärkten waren. Für ihn ist dann der Markt weder effizient noch rational, sondern schlicht ahnungslos.
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86 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Hans-Joachim Stadermann am 26. Januar 2011
Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Vogl beleuchtet die Wirtschaftstheorie auf eine Weise, wie es lange nicht mehr geschehen ist. Er kann es, weil er sich eine Literaturkenntnis erworben hat, die in dieser Breite bei den meisten Vertretern des Faches leider längst fehlt. Aus verständig ausgewählten Werken der Wirtschaftstheoriegeschichte destilliert er ein knapp 200 Seiten messendes Konzentrat, das es in sich hat. Die Theorieentwicklung wird darin als Versuch der Auflösung eines immer wieder aufkommenden widersprüchlichen Eindrucks dargestellt. Die Theorie der Wirtschaft handelt einerseits von der Wohlfahrt sichernden Warenproduktion und wunderschönen und leicht verstehbaren Harmonien; die erlebbare Wirtschaft durchläuft dagegen auch immer wieder wenig harmonisch wirkende, offenbar schwer zu erklärende Perioden der Stagnation oder gar des wirtschaftlichen Niedergangs. Aristoteles sah dies als Folge davon, dass die Wirtschaft nicht mehr nur auf die im Gleichgewicht zu erzeugende Gütermenge zur Befriedigung des natürlichen Bedarfs der Polis gerichtet war. Darüber hinaus wurde für den auf Gelderwerb gerichteten Handel produziert. So wie die Befriedigung des Bedarfs endlich war, hatte das Streben nach Geld kein Harmonie sicherndes Maß und keine Grenze. Im Zeitalter der ökonomischen Klassiker glaubte man, den Widerspruch durch Harmonie störende externe Ereignisse gedanklich überbrücken zu können. Heute sind zur Schließung der Lücke zwischen dem Denken und dem Wahrnehmen von Wirtschaft sublimere Ideen üblich, aber eben keineswegs überflüssig.Lesen Sie weiter... ›
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57 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Dr.Livingstone VINE-PRODUKTTESTER am 24. Juni 2011
Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Der Inhalt müsste Pflichtlektüre für Staatsbürger sein. Ungeahnte, längst vergessene Zusammenhänge erhellend.
ABER DER SPRACHSTIL mit einerseits....Aufzählungen, komplizierten Verschachtelungen um nach zehn Zeilen wieder ins andererseits...zum einen....zum anderen...u.s.w. zu gelangen - und die zu Wiederholung neigende Langatmigkeit
wecken den Eindruck, es handele sich um eine Diplomarbeit, bei der es überhaupt nicht darauf ankommt, dass ein Normalbürger sie liest. Das wichtige Buch ist deshalb abschnittsweise nur unter Schmerzen geniessbar, was nicht nur mit dem Thema zu tun hat. Bedauerlich angesichts der Bedeutung, die der Inhalt hat, dass zumindest Menschen mit Abitur verstanden haben sollten, wie es zu unserem Geldsystem und den aktuellen Folgen gekommen ist.

Toll, dass der Autor ein so ausserordentlich kluger und belesener Mann ist. Gilt dabei auch "schwergewichtiges Thema - schwierige Sprache"? Soll uns Inhalt vermittelt werden oder die Metabotschaft "Ich bin ein kluger Autor", der schwierige Schachtelsätze kann?
Das Lesen dieses Buches ist ein harter Job, den es, Kapitel für Kapitel, zu absolvieren gilt. Nun ja, es lohnt sich auf jeden Fall.

Ich hatte schon den Impuls, dem Verlag eine "Übersetzung" ins Deutsche vorzuschlagen. Also wer macht es? Gibt es dafür nicht Lektoren?
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Xaquaira am 20. November 2012
Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Fast schon episch beginnt das erste Kapitel, in dem Vogl beschreibt, wie unmöglich es den Wirtschaftsweisen erscheint, dass der Kapitalismus kein Selbstläuferprinzip ist. Eben so, wie sich Jahrhunderte lang die Menschen nicht vorstellen konnten, dass es schwarze Schwäne gibt – bis diese dann entdeckt wurden. Heute, da es evident ist, dass sich die freie Marktwirtschaft selbst reguliert, wehren sich so genannte Experten aber immer noch dagegen, diese Tatsache einzusehen. Deshalb erklärt Vogl in seinem Buch sehr ausführlich, welche Gründe dafür sprechen, dass das kapitalistische System an sich selbst zugrunde gehen muss. Er erläutert den Mythos von der unsichtbaren Hand des Marktes, der heute noch propagiert wird. Schritt für Schritt erfährt der Leser, welche Schwierigkeiten der Glaube an diesen Mythos aufgeworfen hat. Dabei lässt Vogl keinen Zweifel daran, wie dubios ihm diese Mär erscheint. Des Weiteren befasst sich der Autor eingehend mit dem Problem des Geldes. Ein Hauptkritikpunkt dabei ist, dass Banknoten zugleich als Zahlungsmittel und Schuldscheine gebraucht werden. So wird das Finanzsystem zu einem System des Versprechens. Diese Versprechen können allerdings nie eingehalten werden, das verhindert das Prinzip der Geldschöpfung. Nicht existentes Geld, das durch die Erhebung von Zinsen entsteht, soll in der Zukunft zurückgezahlt werden, so versprichst es die Banknote als Schuldschein. Allein unser Glaube daran erhält das System aufrecht, würde jeder sofort das ihm zustehende Geld einfordern, würde das gesamte kapitalistische Prinzip sofort in sich selbst zusammenstürzen.
Gegenwärtiges Handeln zerstört Zukunft – so lautet die Prognose von Joseph Vogl.
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