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Solche Schachtelsätze sind mehr Regel als Ausnahme und münden bisweilen auch in Stilblüten wie die folgende Äußerung über die Scheinrolle des Staatsapparats im Dritten Reich, die ich hier ungekürzt wiedergebe: "Während dem Staat allenfalls noch die Aufgabe zufiel, als Repräsentant des zivilen Prinzips den Schein des Vertrauens und der Gewähr bürgerlicher Normen zu erzeugen, war der Partei weiterhin die Möglichkeit gegeben, ihren revolutionären Affekten und Zielsetzungen Raum zu gewähren, indes die Führungsspitze, ganz den Erfordernissen machttaktischer Opportunität folgend, von der einen Seite zur anderen hinüberwechseln, die eine gegen die andere ausspielen und gegebenenfalls alle zusammen betrügen konnte".
Kürzere Sätze, weniger Substantive in einem Satz und insbesondere ein sparsamerer Umgang mit solch undurchsichtigen Begriffen wie "byzantinisch" oder "macchiavellistisch" hätten dem sprachlichen Anspruch seines Buches keinen Abbruch getan.
Mit diesem Stil tut sich Fest keinen Gefallen, denn im Grunde hat er ja recht, seine Theorien sind stichhaltig und überzeugend. Denn dieses Buch ist sowohl psychologische Biographie, wie Milieustudie, in der Fest darstellt, wie die verschiedenen Schichten, der die Nazi-Größen entstammten, auf ihr späteres Lebens und Handeln eingewirkt haben. Und obwohl Fest in seiner Hitler-Biographie viel von dem hier vorliegenden Material wieder aufführt, bleibt auch sein Hitler-Portrait durchgehend interessant. Er hat recht, mit seinem Resümee, dass jede leise Bewunderung, die man vielleicht noch für Hitler empfinden mag, restlos verschwindet, wenn man sich intensiv mit dem Leben dieses Mannes beschäftigt.
So steckt auch in diesem Buch ein großer Gewinn für den es in jedem Fall fünf Sterne verdient hätte, nur erfordert es, im Gegensatz zur Hitler-Biographie, sehr viel Konzentration, um nicht den Faden zu verlieren. Mir kam es streckenweise so vor, als habe sich Fest absichtlich so kompliziert wie möglich ausgedrückt und klarere Synonyme für anspruchsvolle Begriffe bewusst vermieden. Warum es der Verfasser seinen Lesern so schwer gemacht hat, ist unbegreiflich, denn er hat doch vielfach bewiesen, dass er es besser kann.
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