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Das Gesicht des Dritten Reiches: Profile einer totalitären Herrschaft
 
 
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Das Gesicht des Dritten Reiches: Profile einer totalitären Herrschaft [Taschenbuch]

Joachim C. Fest
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Joachim C. Fest zeichnet in seinen psychologisch-biographisch angelegten Porträts der Führungsclique des Dritten Reiches ein kenntnis- und detailreiches Bild des Nationalsozialismus, das alle wesentlichen Züge dieses totalitären Herrschaftssystems aufdeckt.

Über den Autor

Joachim C. Fest, 1926 in Berlin geboren, war bis 1993 Mitherausgegeber der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter der in viele Sprachen übersetzten grundlegenden Hitler-Biographie.

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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr interessant, 20. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Gesicht des Dritten Reiches: Profile einer totalitären Herrschaft (Taschenbuch)
Über einige von Fests Theorien bezüglich der Motive und Charaktere der in diesem Buch porträtierten Hauptfiguren des dritten Reiches kann man sicherlich geteilter Ansicht sein. Nichtsdesto trotz ist die Darstellung der einzelnen Porträts meiner Ansicht nach sehr gelungen, da Fest auf eine plumpe Dämonisierung verzichtet und gerade die Durchschittlichkeit der meisten Nazi-Persönlichkeiten betont. Das bewirkt nicht etwa eine Verharmlosung des dritten Reiches sondern genau das Gegenteil - denn wenn es nicht durch und durch böse und somit außergewöhnliche Menschen waren, die die Verbrechen des dritten Reiches verübt haben, sondern eben gewöhnliche, die jedoch ihre übelsten Charakterzüge aufgrund der Umstände voll ausleben konnten, so ruht die Gefahr der Wiederholung der Geschichte in vielen Personen und ist daher viel präsenter, als mancher glauben mag.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Buch, das eigentlich Alles sagt!, 12. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Gesicht des Dritten Reiches: Profile einer totalitären Herrschaft (Taschenbuch)
Für alle Betroffenen die die Hitlerzeit im Kindesalter erlebt haben, noch mehr für die später Geborenen, stehen die Fragen: "Warum? Wie war das möglich? Waren unsere Eltern und Großeltern so dumm?" Immer wieder im Raum. Unzählige Bücher sind darüber geschrieben worden, sachliche, detailreiche, solche die der eigenen Entschuldigung dienen, dumme und ewig gestrige.

Joachim C. Fest gehört zu Denen, wahrscheinlich ist er überhaupt "der", die sachlich, nüchtern, hervorragend recherchiert und mit dem Blick auf das Wesentliche, entscheidend zur Beleuchtung der Hintergründe und des Geschehens beigetragen haben Dieses Buch, man könnte es als "Das Buch, das alle Anderen entbehrlich macht" bezeichnen, zeigt komprimiert ein erschütterndes Bild auf.

Getragen von dem kruden Gedankengut des 19. Jahrhunderts von dem Wahnideen des Kaiserreiches, dem Horror des Ersten Weltkrieges und des auf Rachegelüsten basierenden Versailler Vertrages, mit der Folge des völligen Niederganges Deutschlands, entstand ein Umfeld, das eine solche Entwicklung begünstigte. Ein schwacher Staat, eine Großteils rückwärts gewandte Elite, Parteiengezänk, eine illoyale Beamtenschaft und Justiz, wollte oder konnte die Entwicklung nicht verhindern.

Nur wenige erkannten die Gefahr, viele witterten persönliche Vorteile wie auch die Wiederherstellung Ihres 'rechtmäßigen' Status, die die Sozialdemokratie verriet und versagte, wie sie es schon 1914 getan hatte, die Kommunisten waren durch Lenin, Stalin und Co. geknebelt. Die 'Breite Masse' orientierungslos, verarmt, stumpf und leicht lenkbar.

So konnte ein gescheiterter asozialer Bohemien, der eher zufällig sein demagogisches Talent entdeckt hatte, zum Versammlungsstar und Rattenfänger aufsteigen. Um ihn sammelten sich gleichgeartete gescheiterte und / oder karrierehungrige, großteils primitive Existenzen. Die, Jeder für sich, Nichts weiter im Sinn hatten als eigene Interessen, Macht- und Geld. Bei Hitler selbst und einigen seiner Kumpane, waren auch purer Haß, sektiererische Wahnideen von Rasse und Volk wesentliche Leitbilder.

Rücksichtslos, skrupellos, vor keinem Verbrechen zurückschreckend verfolgte Hitler sein Ziel, die alleinige Macht in Deutschland, Europa und der Welt. Als manche erkannten was geschah, war es zu spät zur Gegenwehr. Auch führende ausländische Politiker verkannten lange die Gefahr und verpassten die letzten Chancen, das Unheil zu stoppen.

Die Einzige 'noch' Macht, die Reichswehr hatte nur wenige Köpfe, die der Versuchung durch neue Anerkennung und Karriere widerstanden. Standesdünkel, falsch verstandene Staatloyalität, bis zur Selbstverleugnung ausgeartete Politikenthaltsamkeit, aber auch naive Blauäugigkeit prägten des Bild des Offizierskorps. So dass auch hier Hitler geschickte Intrigen verfingen und die realen Möglichkeiten zu entschlossenen Eingreifen verhinderten.

Wer Fests Analyse der wesentlichen Persönlichkeiten der 'Dritten Reiches' gelesen hat, begreift auch, dass totalitäre Systeme noch heute be- oder entstehen können. Dass Skrupellose Demagogen und Fanatiker auch heute durchaus Chancen haben. Was bleibt ist Grauen und die Mahnung, immer wieder aufzuklären und zu erinnern.

Das Individuum mag erkennen, verstehen und vernünftig denken, die 'Masse' ist vernunft- und gedankenlos, sie ist völlig manipulier- und (ver-)führbar.

Dieses Buch kann dazu beitragen die Sinne zu schärfen, jeder Geschichtslehrer und Politiker sollte es gelesen haben!
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64 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Sprachniveau auf Kosten des Lesers, 31. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Das Gesicht des Dritten Reiches: Profile einer totalitären Herrschaft (Taschenbuch)
Was mich an Joachim Fests Hitler Biographie noch weit mehr beeindruckte als der hohe Informationsgehalt war die sprachliche Perfektion, die das Werk auszeichnet. Das Buch ist dank seines präzisen, glasklaren Stils nämlich auch für Aussenstehende gut lesbar und eben keine staubige Studie, an der nur Experten ihren Spaß haben.
Trotzdem liegt die Vermutung nahe, dass sich die vorliegende Sammlung von psychologischen Portraits, führender Nazi-Größen, die ebenfalls einen knappen Umriss von Hitlers Werdegang beinhaltet, besonders an Laien richtet, die sich vom Umfang der Hitler-Biographie abgeschreckt fühlen.
Um so mehr überrascht es, dass der Stil dieses Buches wohl selbst promovierte Historiker ärgern dürfte.
Denn im Gegensatz zu der eleganten, wendigen Sprache seiner Hitler-Biographie formuliert Fest in diesem Buch nämlich ausgesprochen umständlich, sein Stil ist zu trocken, streckenweise anstrengend. Joseph Goebbels Propganda-Apparat bezeichnet er beispielsweise an einer Stelle als ein "Arsenal mit ingeniösem Erfindungsreichtum entwickelter Stimulantien zur Erregung öffentlicher Verzückungszustände", ein Kapitel weiter schreibt er über Reinhard Heydrich, "dass auch er zur ideologischen Konzeption des Nationalsozialismus über jene opportunistischen Beziehungen verfügte, die in dergleichen Theorienwerk lediglich den willkommenen Dekor eines ambitionierten Machtegoismus erblickte und schon auf den gesinnungstüchtigen Eifer wie auf einen Begabungsmangel herabsah".

Solche Schachtelsätze sind mehr Regel als Ausnahme und münden bisweilen auch in Stilblüten wie die folgende Äußerung über die Scheinrolle des Staatsapparats im Dritten Reich, die ich hier ungekürzt wiedergebe: "Während dem Staat allenfalls noch die Aufgabe zufiel, als Repräsentant des zivilen Prinzips den Schein des Vertrauens und der Gewähr bürgerlicher Normen zu erzeugen, war der Partei weiterhin die Möglichkeit gegeben, ihren revolutionären Affekten und Zielsetzungen Raum zu gewähren, indes die Führungsspitze, ganz den Erfordernissen machttaktischer Opportunität folgend, von der einen Seite zur anderen hinüberwechseln, die eine gegen die andere ausspielen und gegebenenfalls alle zusammen betrügen konnte".

Kürzere Sätze, weniger Substantive in einem Satz und insbesondere ein sparsamerer Umgang mit solch undurchsichtigen Begriffen wie "byzantinisch" oder "macchiavellistisch" hätten dem sprachlichen Anspruch seines Buches keinen Abbruch getan.

Mit diesem Stil tut sich Fest keinen Gefallen, denn im Grunde hat er ja recht, seine Theorien sind stichhaltig und überzeugend. Denn dieses Buch ist sowohl psychologische Biographie, wie Milieustudie, in der Fest darstellt, wie die verschiedenen Schichten, der die Nazi-Größen entstammten, auf ihr späteres Lebens und Handeln eingewirkt haben. Und obwohl Fest in seiner Hitler-Biographie viel von dem hier vorliegenden Material wieder aufführt, bleibt auch sein Hitler-Portrait durchgehend interessant. Er hat recht, mit seinem Resümee, dass jede leise Bewunderung, die man vielleicht noch für Hitler empfinden mag, restlos verschwindet, wenn man sich intensiv mit dem Leben dieses Mannes beschäftigt.
So steckt auch in diesem Buch ein großer Gewinn für den es in jedem Fall fünf Sterne verdient hätte, nur erfordert es, im Gegensatz zur Hitler-Biographie, sehr viel Konzentration, um nicht den Faden zu verlieren. Mir kam es streckenweise so vor, als habe sich Fest absichtlich so kompliziert wie möglich ausgedrückt und klarere Synonyme für anspruchsvolle Begriffe bewusst vermieden. Warum es der Verfasser seinen Lesern so schwer gemacht hat, ist unbegreiflich, denn er hat doch vielfach bewiesen, dass er es besser kann.

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