Das angebliche "Gesetz der kleinen Zahlen" lässt sich in einem einzigen, an Trivialität nicht mehr zu überbietenden Satz zusammenfassen: statistische Berechnungen sind für kleine Stichproben (= "kleine Zahlen", nämlich kleine Anzahlen von Roulette-Coups) nicht mehr hinreichend zuverlässig. Oder, etwas salopp ausgedrückt: die "Gesetze großer Zahlen" gelten nicht für kleine Zahlen. Woww!
Der Autor versteht es nicht, selbst einfache mathematisch-logische Zusämmenhänge verständlich darzustellen. Die zahlreichen Formeln sind offenbar ohne einen Formel-Editor erstellt worden und deshalb manchmal schlicht unverständlich, teilweise zudem fehlerhaft. Exponenten werden mal mit dem Zeichen ^ gekennzeichnet, mal tatsächlich "hochgestellt", aber nicht in kleinerer Schriftgröße, obwohl jedes simple Textverarbeitungsprogramm Zeichen korrekt hochgestellt darstellen kann. Das Multiplikationszeichen wird willkürlich, manchmal innerhalb einer einzigen Zeile wechselnd, mal mit *, mal mit x dargestellt. Es sieht aus, als hätte nicht einmal der Autor selbst sein Manuskript vor Drucklegung noch einmal korrekturgelesenen, geschweige denn ein Dritter. Offenbar von dritter Hand ausgedruckte Tabellen mit endlosen Zahlenkolonnen belegen dagegen schlichtweg gar nichts.
Sprachlich kann man dem Autoren nur ein "ungenügend" ausstellen. Selbst einige durchaus richtige Gedankenansätze bleiben deshalb nahezu unverständlich, und wenn es um komplexere Zusammenhänge geht, verliert sich Herr v. Haller in Gefasel oder Gestammel bzw. versteckt sich hinter Zitaten. Schließlich versteigt er sich in völlig abstruse Behauptungen wie etwa die, wenn eine Roulettezahl in einer Coupfolge 999mal nicht erschienen sei, sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie beim nächsten Mal fällt, nicht mehr 1 : 37 (und das nicht etwa in Bezug auf mögliche Kesselfehler oder ähnliche Unregelmäßigkeiten, sondern angeblich mathematisch begründet!).
v. Hallers Aussagen über Abweichungen von den statistisch (für große Zahlen!) zu erwartenden Verteilungen sind stets nur für die Rückschau auf bereits vergangene Ereignisse, also bereits gefallene Coupfolgen zutreffend. Prognosen für die Zukunft - über nicht gewinnbringende Trivialaussagen wie etwa "es wird in einer Coupfolge immer einige Zahlen geben, die überdurchschnittlich und welche, die unterdurchschnittlich häufig erscheinen" hinaus - lassen sich daraus nicht ableiten, denn es gibt keine Möglichkeit, wonach wir erkennen könnten, welche Zahlen konkret das sein werden. Damit ist eine Prognose genauso zuverlässig wie die bekannte Wetterregel: "Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie's ist".
Solche Dinge sind allerdings schon seit langer Zeit von wirklichen Mathematikern (die der Laie v. Haller mal so eben mit einem Federwisch beiseite schiebt), bewiesen worden.
Die Auskunft, wie man auf seinen angeblichen Erkenntnissen ein gewinnbringendes Roulettespiel aufbauen kann, bleibt uns Herr v. Haller denn auch schuldig, um hierzu auf andere Werke aus seiner dilettantischen Feder zu verweisen. Man fragt sich natürlich, ob seine Systeme erfolgreich sein können, wenn er es nötig hat, ein derart miserables Büchlein als Book on Demand herauszugeben.
Fazit: selten solch einen Schrott gelesen!