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Das Gesetz der Gier: Krimi [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Kaes
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

3. September 2012
Die brutale Seite der Globalisierung

In Istanbul sterben unzählige junge Arbeiter an Staublunge. Sie alle waren mit der Produktion von Designer-Jeans beschäftigt. Ein türkischer Mediziner macht sich nach Köln auf, um mit dem Auftraggeber zu sprechen. Vierundzwanzig Stunden später ist er tot. Kriminalhauptkommissarin Antonia Dix wird bald klar: Auch in der Modebranche gilt das Gesetz der Gier. Es geht um Profit, die Ware muss billig produziert werden. Das Textilunternehmen plant deshalb, die gesamte Produktion ins Ausland zu verlagern. Ein gefundenes Fressen für militante Globalisierungsgegner; doch auch die sind keineswegs resistent gegen die Versuchung des Geldes. Ein alter Buchhalter mit seinem Sinn für Gerechtigkeit macht jedoch allen einen Strich durch die Rechnung. »Das Gesetz der Gier«, der neue Kriminalroman von Wolfgang Kaes, wirft die Frage auf, was Mode mit Moral zu tun hat.


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (3. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570011224
  • ISBN-13: 978-3570011225
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 125.626 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Einer der besten neuen Polit-Krimis, für die dunkelsten Stunden im Herbst." (DIE ZEIT)

„Nicht nur ein brillant geschriebener Thriller , sondern auch ein brisante gesellschaftspolitische Anklageschrift.“ (Kölner Stadt-Anzeiger)

„Ein Buch, das nicht nur spannend geschrieben ist, sondern auch lange nachwirkt.“ (General Anzeiger)

Über den Autor

Wolfgang Kaes, geboren 1958 in der Eifel, finanzierte sein Studium mit Jobs als Waldarbeiter, Lastwagenfahrer im Straßenbau, Taxifahrer und schließlich als Polizeireporter für den Kölner Stadt-Anzeiger. Er arbeitete für das US-Nachrichtenmagazin Time, schrieb Reportagen für den Stern und andere. Heute ist Wolfgang Kaes Chefreporter beim Bonner General-Anzeiger. Zuletzt erschien „Bitter Lemon“, "Das Gesetz der Gier" ist sein sechster Roman.

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5.0 von 5 Sternen Die Kluft zwischen Reich und Nicht-Reich 21. Oktober 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Altenpflegerin muss für durchschnittlich 1753 Euro Brutto einen ganzen Monat lang hart arbeiten, Josef Ackermann für den gleichen Betrag nicht einmal eine Stunde. In diese Statistik passt durchaus auch das Wort des Altbundeskanzlers Gerhard Schröder: „Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen hat natürlich mehr Macht als ich“.

Eine Macht, welche die „Lenker und Macher“ der Wirtschaft (und Politik bis in höchste Staatsämter hinein) seit je her wohl bereits weidlich ausnutzen. Subventionen kassieren und dann an den nächst billigeren Ort weiterziehen. Oder, wie im Buch als „Initialzündung“ des Thrillers beschrieben, zu „tödlichen“ Bedingungen billig Jeans in der Türkei herstellen.

Beobachtungen, die der Journalist und Reporter Wolfgang Kaes zur Grundlage seines neuen Thrillers um das ehemalige Kölner „Problemkind vom Eigelstein“, David Manthey, setzt. Der Ex-Polizist ist kurz in Köln, um seinen Ziehonkel Günter Oschatz zu besuchen. Nach einem Jazz Konzert erleidet der versierte Jazz Musiker Oschatz einen Herzinfarkt und bittet David, seinen Bruder zu suchen, den er seit Jahrzehnten nicht gesehen hat.

Ein Bruder, soviel weiß der Leser bereits, der Jahrzehnte lang treu seinen Dienst als farbloser Buchhalter der Textilfirma Hellberg versehen hat und der nun, kurz vor der Rente, sein Gewissen spürt. Er kennt alle beruflichen und privaten Schweinereien des Firmenpatriarchen und seiner Schwiegertochter, weiß, dass Geld beiseite geschafft wurde, weiß auch Bescheid um unhaltbaren Arbeitszustände in der Türkei, die bereits 5.000 jungen Männern das Leben gekostet hat. Bernd Oschatz greift sich belastende Unterlagen, unterschlägt einige Millionen Euro und schließt sich heimlich einer Protestbewegung an, um die gesamte Firma Hellberg unter Druck zu setzen. Und wird ab dann durch die Firma gejagt.

Die „Gier des Kapitalismus“, das ist das eigentliche Thema des Reporters Kaes, welches er klar und vordergründig in den Raum seines Thrillers setzt. Spannend setzt, denn der Leser begleitet David Manthey und die Polizistin Antonia Dix auf ihrem Weg in den Sumpf der Hintergründe des Verschwindens von Bernd Oschatz und des Todes eines türkischen Arztes, der nach Köln gereist ist, um die Verantwortlichen der Firma zu konfrontieren.

Klar, direkt in der Sprache und mit Tempo bringt Kaes seine realistisch angelegte Geschichte voran, in der er, ein guter Reporter eben, nicht mit seitenlangen Statistiken arbeitet, sondern die Kernaussagen der „Gier“ der Reichen nach immer mehr ständig im Hintergrund mitschwingen lässt und die Motive für alle möglichen Intrigen, Verbrechen und Unterschlagungen damit offen legt. Ebenso, wie er ast lässig nebenbei darauf verweist, wie stark der „Normalbürger“ dem hilflos ausgesetzt ist und zudem natürlich die Risiken des Kapitalismus für die Reichen noch ausbügelt.

In der Lösung, die Kaes anbietet und in manchen anderen pathetischen „flammenden“ Reden im Buch wirken seine Ausführungen zwar in Teilen einfach platt und teils unglaubwürdig, in Stil, Spannung, treffend ausgeführten Charakteren und fundierter Recherche aber ist das Buch, wie schon das vorhergehende, ein echter Treffer. Ein Buch, in dem Kaes mit Sorge den Auseinanderfall der Gesellschaft vor Augen führt. Da, wo der, der unbequem wird, nach interner Absprache ein Super Angebot einer Konkurrenzfirma bekommt, das er nicht ablehnen kann und dann dort in der Probezeit entlassen wird. Problem gelöst. So einfach geht das heutzutage.
Damit legt Kaes seinen Finger auf eine sich ständig weiter verbreitende und vertiefende Wunde des Patienten „Gesellschaft“ als Opfer des Raubtieres kapitalistischer Gier. Indem er einfach erzählt und einen Thriller drum herum baut, nicht indem er den moralischen Zeigefinger überlebensgroß aus dem Buch herausstrecken würde.

Ein durchdachter und guter Thriller mit leichten Schwächen in der ein oder anderen Lösung, der das große öffentliche Unbehagen angesichts der rücksichtlosen Gier bei durchaus vielen Wirtschaftsmächtigen auf den Punkt erzählt und zur Grundlage der Geschichte macht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von robby-lese gern TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nach dem Lesen dieses Buches wird man mit anderen Augen durch die Modeläden ziehen und sich das eine oder andere Mal fragen, ob für diese topmodische Jeans ein Mensch in der Türkei, Pakistan oder Bangladesch sein Leben lassen musste.
Wolfgang Kaes hat mit "Das gebot der Gier" einen anspruchsvollen, gesellschaftskritischen Kriminalroman geschrieben, den man bestimmt nicht aus der Hand legt ohne weiter darüber nachzudenken. Gut recherchiert führt er dem Leser vor Augen , welche Gewinnmargen in der Modeindustrie erreicht werden und welche Machenschaften die Globalisierung möglich macht, um den höchst möglichen Profit zu erzielen.Das dann auch noch mit EU- Subventionen Arbeitsplätze in Deutschland wegrationalisiert werden, um in Billiglohnländern zu produzieren und die Politik nicht eingreift,ist die eine Sache, dass wir Verbraucher aber mit dem Media Markt Slogan "Geiz ist Geil" das Ganze unterstützen, weil es doch so toll ist ein Jeans möglichst billig zu erstehen ist die andere Seite.

Der Autor versteht es sehr gut, dem Leser diese Themen in verschiedenen Handlungssträngen zu präsentieren, die am Ende zu einem schlüssigen Ganzen zusammengeführt werden.Die Spannung ist dabei permanent vorhanden, nicht nur durch die Handlung bedingt, sondern auch durch das Thema an sich,denn die hier agierenden Personen schrecken auch vor Mord nicht zurück, um ihre Machenschaften geheim zu halten.
Was mir aber auch sehr gut an diesem Buch gefallen hat, waren die ermittelnden Personen, allen voran Antonia Dix, eine toughe Kommissarin, die auch schon mal einen flotten Spruch auf den Lippen hat und David Manthey, ein ehemaliger Polizeibeamter mit mehr als interessanter Sozialisation.

Über den Inhalt möchte ich nicht zuviel verraten. Es reicht, wenn man sich die Zusammenfassung durchliest.Mich hat dieses Buch allerdings so gefesselt, dass ich mir die anderen Bücher dieses Autors auch zulegen werden. Für Leser von Wolfgang Schorlau und Christan v. Dithfurth mehr als geeignet.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tödliche Textilindustrie 15. Oktober 2012
Von Kerry
Format:Gebundene Ausgabe
Erol Ümit arbeitet in der Türkei in der Textilindustrie. Er stammt aus einem kleinen Dorf, doch um das Mädchen heiraten zu können, da er liebt, hat er sich mit 18 Jahren entschlossen, sein Glück in Istanbul zu suchen, dort einen Job zu finden und soviel Geld zu verdienen, dass er zurück in sein Heimatdorf kann um sie dort endlich zu heiraten. Doch diesen Traum muss Erol mit nur 21 Jahren begraben, als ihm Professor Zeki Kilicaslan, Chefarzt und Leiter der pneumologischen Abteilung des Universitätsklinikums mitteilt, dass er binnen kürzester Zeit sterben wird, denn Erol hat Staublunge, eine Krankheit, die eigentlich nur bei Bergleuten vorkommt.

Professor Kilicaslan ist besorgt, denn diese Diagnose hat er nicht nur Erol gestellt, sondern annähernd 700 jungen Männern in den letzten Jahren und diese hatten nur eines gemeinsam: Ihre Arbeit in der Textilindustrie, in den Kellerfabriken, wo sie 14 bis 16 Stunden täglich arbeiteten. Doch diese 700 sind nur die bestätigten Fälle, diejenigen Männer, die einen Arzt aufgesucht haben. Er schätzt, dass es in Wahrheit um die 5.000 Betroffene gibt. Als Erol stirbt, wendet sich seine die Frau eines Cousins, die Frau, die Erol selbst liebte, an den Professor und informiert ihn über Erols Tod. Professor Kilicaslan beschließt, zu Erols Beerdigung zu gehen und dort übergibt ihm die junge Frau einen Lieferschein, den Erol seinerzeit gedankenverloren aus der Fabrik mitgenommen hat - darauf vermerkt Hellberg-Moden mit Firmensitz in Deutschland. Kilicaslan beschließt in der Firmenzentrale direkt Erklärungen und Entschädigungen für die Arbeiter zu verlangen.

Derweil tritt Bernd Oschatz, Chefbuchhalter bei Hellberg-Moden, endlich in den wohlverdienten Ruhestand ein. Doch anstatt sein Leben nun in vollen Zügen zu genießen, beschließt Oschatz zum ersten Mal in seinem Leben auf sein Gewissen zu hören. Er weiß, wie Hellberg-Moden zu seinen überdurchschnittlich guten Umsätzen gekommen ist und will diese mit Hilfe der REBMOB (einer im Internet tätigen Aktionsplattform) öffentlich machen und in der Tat gerät Hellberg-Moden in ernste Erklärungsnot. Doch Otto Hellberg, Geschäftsführer und Inhaber von Hellberg-Moden, ist nicht gewillt, klein bei zu geben und beauftragt seinen Sicherheitschef Rolf Detmers, einen ehemaligen Polizisten, sich dieser Angelegenheit anzunehmen, koste es was es wolle. Detmers ist alles andere als zimperlich mit seinen Methoden, was als erstes Zeki Kilicaslan zu spüren bekommt, der auf offener Straße überfahren wird. Aber die Enthüllungen gegen Hellberg-Moden lassen sich nicht aufhalten, immer höher schlagen die Wellen, doch Detmers ist bereit weiter über Leichen zu gehen, um seinen Arbeitgeber zu schützen ...

Ein ausgesprochen realistischer und erschütternder Krimi! Der Plot wurde sehr detailliert und informativ ausgearbeitet, ohne jedoch dabei trocken oder gar langweilig zu sein. Dieser Roman weist eine Vielzahl von wichtigen handelnden Personen auf, die jedoch jeweils einzigartig und facettenreich erarbeitet wurden, sodass es problemlos war, sich in die jeweiligen Figuren hineinzuversetzen und die Gründe ihres Handels zu verstehen. Der Schreibstil ist sowohl spannend wie auch informativ gehalten, sodass ich als Leser durchaus viele Informationen über die Textilindustrie in der Türkei und in Deutschland und die Arbeitsbedingungen erhalten, diese aber, auf Grund des überaus fesselnden Schreibstils eher hintergründig aufnahm, da mich die gesamte Geschichte mit allen Aspekten einfach in ihren Bann geschlagen hat. Als Fazit kann ich nur sagen, dass es sich hierbei eher um eine ungewöhnliche Thematik für einen Krimi handelt, diese aber informativ und fesselnd zugleich umgesetzt wurde und der Autor es, dank seines einnehmenden Schreibstils, bereits nach 10 Seiten geschafft hat, mich an dieses Buch zu fesseln, sodass an Aufhören gar nicht zu denken war.
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