Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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43 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Endlich!, 24. September 2008
Endlich ein Buch zur Geschlechterthematik, welches auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und die Biologie nicht außen vor lässt (was bei einem biologischen Thema wie Geschlecht eigentlich auch nicht sinnvoll ist). Und was von einer Frau geschrieben ist, denn sonst würden die "Meinungsführerinnen" bei dem Thema nicht zuhören.
Ein ganz entscheidender von ihr vorgetragener Punkt ist: Männer sind extremer als Frauen, und zwar in körperlicher wie geistiger Hinsicht. Ob es um Inselbegabte, Menschen mit extrem hohem IQ, Nobelpreisträger, Schachgenies, musikalische Wunderkinder etc. geht: in allen diesen Fällen dominiert ganz klar das männliche Geschlecht. Bei den geistig Behinderten, Schwererziehbaren, Schulversagern, Unruhigen, Straftätern etc. aber auch.
Biologisch macht dies ausgesprochen Sinn, wie auch andere Autoren aufzeigen konnten. Eine wahrscheinliche Ursache für einen Teil dieser Unterschiede liegt in den Chromosomen: Männer sind durch ihre XY-Chromosomen genetisch weniger geschützt als wir Frauen mit unserem Doppel-X.
Wie Mersch in Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem im Detail darstellt, werden in Ameisenstaaten alle sozialen Aufgaben von Weibchen erledigt. Weibchen besitzen einen doppelten Chromosomensatz, Männchen dagegen nur einen einfachen (eine ähnliche Differenz wie beim Menschen). Bei ihnen wirken sich also genetische Veränderungen praktisch sofort aus, auch bei der Vererbung. In solchen Staaten besitzen die Männchen nur eine Aufgabe: Sie treten in einen gnadenlosen Ausscheidungskampf um die Befruchtung einer Königin und nur die fittesten haben Erfolg. Die genetische Weiterentwicklung erfolgt also in erster Linie über die variableren Männchen und das ist bereits deren einzige Aufgabe. In menschlichen Gesellschaften geht es demgegenüber vergleichsweise "human" zu: Männer konkurrieren lediglich um sozialen Erfolg, der ihre Chancen beim weiblichen Geschlecht erhöht. Die größeren Extreme beim männlichen Geschlecht und deren besondere Chromosomenausstattung stellen also insgesamt einen evolutionären Vorteil dar. Man darf daran nicht rütteln, ohne in die Gefahr zu laufen, die gesamte biologische Art zu gefährden.
Es ist zu hoffen, dass - angestoßen durch Bücher wie das von Susan Pinker - wir auch in Deutschland wieder in eine offene Diskussion und diesmal mit Beteiligung der Männer über das zukünftige Geschlechterverhältnis eintreten werden. Der zurzeit eingeschlagene Weg - die Angleichung der Lebensentwürfe beider Geschlechter und Gender Mainstreaming - ist erkennbar ein Irrweg, der den Interessen beider Seiten nicht gerecht wird. In getrenntgeschlechtlichen Spezies wie dem Menschen kann es schon aus biologischen Gründen keine vollständige Angleichung der Lebensentwürfe beider Geschlechter geben.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erhellend, erleichternd, 19. November 2008
Durch den ausführlichen Spiegel-Artikel wurde ich auf dieses Buch aufmerksam - und habe es mit Genuß und Freude gelesen. Worum geht es? Um den großen kleinen Unterschied oder die Frage aller Fragen: warum nur sind Frauen und Männer verschieden? Susan Pinker nähert sich der Frage auf verschiedenen Wegen, angefangen von der Biologie (Genetik, Chromosomensätze) bis hin zum Verhalten (ererbt, erlernt) und zu realen Beobachtungen in der Welt (viele männliche Chefs in den obersten Etagen, viele Frauen die gern Teilzeit arbeiten), Berufswahl (typische Männer- und Frauenberufe) etc.
Ergebnis: Männer sind extremer (zugespitzt gesagt, es gibt mehr männliche Genies, aber eben auch Verbrecher, Autisten etc.). Frauen wollen ganz offenbar anderes als Männer, das wird insbesondere in den westlichen Industrieländern deutlich, in denen sie die freie Wahl haben. Frauen haben offenbar andere Werte, die ihnen wichtig sind.
Ich fand die Lektüre erhellend und auch erleichternd, weil sie einem vieles deutlich(er) macht, was man vielleicht vermutet, aber eben nie gewußt hat. Ich lese das Buch als Ermutigung, daß Frauen wollen sollen, was sie wollen und dazu stehen sollten, wenn es sich von männlichen Vorstellungen unterscheidet.
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9 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Hormonell gestützter Psychozirkus, 7. Juni 2009
Ich habe es ja immer schon geahnt, aber nun habe ich endlich dafür den Beweis in den Händen: Der Mann ist eine Entgleisung der Evolution. Nicht nur, dass er ein anderes Geschlecht hat als Frauen, bei seiner jeweiligen Produktion werden regelmäßig die Toleranzgrenzen überschritten, die den Qualitätsvorschriften entsprechen. Eigentlich könnte nur der Schöpfer wissen, was an den Verhaltensweisen von Menschen noch tolerierbar ist und was aus dem Rahmen fällt. Der ist aber nicht gefragt. Man setzt hier gleich eigene weiblich ermittelte Normen. Die Streuung der Verhaltensweisen von Männern ist deshalb auch sehr groß. Die meisten Männer sind Ausschuss. Hormoneller Ausschuss, gemessen an dem wie die Verhaltensweisen von Frauen streuen. Der Mann, das arme Wesen, welches aber nichts dafür kann.
Das ist das Fundament, auf dem man nun aufbaut: Wie geht man am besten mit so etwas um, damit es nutzbar wird und keinen Schaden anrichtet ... Wie meistern Frauen ihre Welt, und warum sind Männer in Führungspositionen trotzdem häufiger vertreten...
Frauen machen eben alles anders und sie haben auch andere Ziele im Leben als Männer ... und weil die Männergesellschaft das nicht berücksichtigt ... Ein endloses Gelaber...
Nun könnte man das alles damit abtun, was Richard Precht ("Liebe - ein unordentliches Gefühl") da so schön auf den Punkt bringt: Wenn Sie irgendwo lesen: "Amerikanische Forscher haben herausgefunden ...", dann ist das ein Grund zum Weiterblättern.
Schon der begeisternd zustimmend rezensierende Spruch von Louann Brizendine ("Das weibliche Gehirn") auf der Rückseite des Covers hätte mich warnen müssen. Dieser total dem weiblichen "Hormonismus" verfallenen Wissenschaftlerin, die auch noch eine Hormonklinik gründete, scheint Frau Pinker ihr Buch gewidmet zu haben.
Irgendwo habe ich gelesen: Wenn man Babys Atomwaffen in die Hände geben würde, sie würden sie ohne Skrupel gegeneinander anwenden. Daraus leitete man ab, dass der Mensch durch sein soziales Umfeld erst zu dem gemacht wird, was ihn zum Menschen macht.
Der Ansatz dieses Buches ist anders. Es ist nicht die Umwelt, die den Menschen prägt, sondern die Hormone und die Gene sind es, und nur die. Das geht angeblich in dem Moment los, an dem der Fötus im Mutterleib den ersten Hormonschub in Richtung Geschlechtsentwicklung bekommt.
Was alles aus unterlassener Erziehung und Vernachlässigung, aus weitervermittelter Verantwortungslosigkeit, gesellschaftlichen Rollenklischees und deren eiserner Durchsetzung, die modernen Formen der Arbeitshetze, sozialer Ausgrenzung, gesellschaftlichen Zwängen und anderem an einem Menschen verbogen werden kann, amerikanische Wissenschaftler finden wahrscheinlich immer einen Weg, das wissenschaftlich ungefährlich zu klassifizieren und anschließend in gewinnbringende Kanäle zu leiten. Das hier zielt penetrant auf psychologische, psychiatrische und pharmazeutische Behandlung. Vergessen Sie alles, was mit Pädagogik zu tun haben könnte.
Wenn beispielsweise psychisch-sozial gestörte Eltern aus bereits psychisch-sozial gestörten Familien mit ihren nach Jahren falscher Erziehung aus dem Ruder laufenden Kindern beim Psychiater aufschlagen, dann ist das neuerdings Vererbung. Durch alle möglichen Einflüsse an diesen Patienten hervorgerufene Gehirnveränderungen werden dann ebenfalls genetisch gedeutet. Darüber können Sie später nur noch mit Hilfe von Seelenklempnern, die Ihnen das gegen Honorar erklären, hinweggetröstet werden. Was da letztendlich verändert wird sind nach meiner Meinung höchstens Kontostände von Ärzten und Patienten.
Wenn mein Arzt bei mir nach jahrelangem Alkoholmissbrauch eine Säuferleber diagnostiziert, oder vielleicht durch dauernden Missbrauch von berauschenden Lösungsmitteln Hirnschäden auftreten, dann ist das wohl kaum genetisch zu begründen. Dieses Buch geht aber in dieser Art an die Probleme heran. Ich halte das für gefährlich.
Dieses begeisterte Schöpfen von skurrilen und gegenläufigsten Erkenntnissen aus einem Reservoir abstrusester psychologischer und soziologischer Untersuchungen und Befragungen, verbunden mit den laufenden Rückversicherungen einer gegenseitigen geschwätzigen Bestätigung unter Gleichgesinnten ging mir mit der Zeit etwas auf die Nerven. Da half mir auch die unterstützende namentliche Aufzählung dieser in Kompaniestärke als beratend aufgeführten prominenten Helfer im abschließenden Dank nichts.
Was ich allerdings aus dem "Geschlechterparadox" Wertvolles entnommen habe ist die Erkenntnis, welches erschreckende Bild die emanzipierte unabhängige intellektuelle amerikanische Frau heutzutage vom Objekt Mann hat. Wer das wissen möchte, welche Vorurteile das alles sind, dem empfehle ich dringend, dieses Buch zu lesen. Zwischen den Zeilen, da steht das.
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