Herodot von Halikarnassos (um 485-425 v.Chr.) war der wohl erste Weltenbummler, der seine Erkenntnisse zu Papier gebracht hat. Er reiste durch Griechenland, Asia Minor, Ägypten, Mesopotamien und Persien, hat mit Leuten geredet und alles aufgeschrieben, was er hörte - inclusive der seltsamsten Gerüchte. Man kann diesen Text durchaus mit einer (amüsanten) Fernsehdokumentation einer Region von heute vergleichen - nur mit dem Unterschied, daß Herodot nicht editiert hat und alles widergibt. Er ist nicht journalistisch objektiv, aber das macht den Text interessant. Der ganze 'gossip', der sich durch den gesamten Text zieht ist von heutigem Standpunkt durchaus amüsant.
Allerdings kann man dieses Werk nicht als reines Entertainment abtun! Man lernt durchaus viel über die damaligen Kulturen und ihre Bräuche (z.B. Brautprostitution in Babylon). Geschichtlich versucht Herodot, alles so genau wie möglich widerzugeben, inclusive des Alters Ägyptens oder seltsamer Berechnungen über die Größe Afrikas. Dann tauchen hier und da immer wieder interessante Fakten auf, wie z.B. daß die Phönizier (und nicht Vasco da Gama!) als erste Afrika umsegelt haben - wer hätte das gedacht?
Ich habe diese Insel-Edition (Taschenbuch), und es ist -qualitativ als Ware- den hohen Preis durchaus wert. Das Papier ist sehr dünn und gut, der Druck ist spitze.
Also, für jeden, der sich fürs Altertum interessiert, und dabei noch ein wenig von 2500 Jahre alten Gerüchten ermuntert werden möchte, sollte sich dieses Buch kaufen.