manager magazin (1/2004)
Management: Neue Lebensweisheiten vom Erfinder der Mäuse-Strategie.
Passend zum Weihnachtsfest erscheint das neue Werk von Spencer Johnson mit dem Titel "Das Geschenk". Der schmale Band ist quasi eine Neuauflage des Millionenbestsellers "Die Mäuse-Strategie für Manager". Allein der Titel wirft die Frage auf: Was steht da eigentlich drin?
Nun, die Sache ist schnell erzählt. Die Mäuse finden ein Stück Käse. Statt es gierig vollständig aufzufressen, entscheiden sie bereits nach der Hälfte, neuen Käse zu suchen. Merksatz: Mache in guten Zeiten einen Plan für schlechte Zeiten.
"Das Geschenk" funktioniert nach dem gleichen schlichten Muster. Nur lautet der Merksatz des auf Hawaii lebenden Autors: Konzentriere dich auf die Gegenwart, dann wirst du glücklich sein und deinen Job erfolgreich meistern. Diese Empfehlung verpackt Johnson in das kitschige Märchen vom alten Mann, der die Weisheit an einen Jungen weitergibt. Der Junge merkt sich die Geschichte und erzählt sie als Greis einem Mädchen und so weiter und so weiter.
Der Erkenntniswert des Buches hat die intellektuelle Kraft eines Kalenderspruchs. Der Erfolg des Vorgängerwerks lässt sich nur damit erklären, dass viele Manager und solche, die sich dafür halten, in einer stets komplexer werdenden Welt Zuflucht in simplen Fabeln suchen.
Ein wesentlicher Vorteil soll indes nicht verschwiegen werden. Dank sehr großer Buchstaben und luftigen Drucks sind die 105 Seiten in exakt 52 Minuten gelesen. Das rasche Vergnügen schenkt dem Leser also das teuerste Gut des modernen Menschen: Zeit. Noch mehr Zeit lässt sich freilich sparen, wenn man ganz auf die Lektüre verzichtet.
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In der Gegenwart leben, aus der Vergangenheit lernen, die Zukunft planen: Mit diesen Prämissen lässt sich die Botschaft von Johnsons neuem Buch beschreiben. Spencer Johnson hat bereits den auch in Deutschland höchst erfolgreichen Titel "Die Mäuse-Strategie für Manager" geschrieben, einen Appell, Veränderungen nicht als Schicksal, sondern als Chance zu begreifen und zu nutzen. Wer Parabeln mag, der wird auch an dem neuen Spencer-Buch sicher seine Freude haben. Doch Lebensweisheiten in amerikanischer Gleichnis-Form sind nicht jedermanns Sache.
Worum es geht? Um eine etwas betulich erzählte Geschichte eines jungen Mannes, der durch den Rat eines klugen, älteren Mannes Zufriedenheit, persönliches Glück und beruflichen Erfolg gefunden hat. Der Kern der blumig ausgeschmückten Geschichte: Nur für den bekommt das Leben einen Sinn, der eine Aufgabe im Beruf und im Leben findet und offen auf das reagiert, was wichtig ist in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Eine differenziertere Betrachtung der Grundtatsachen des Lebens ist denkbar.--Mathias Voigt