Susan Hill kennen deutsche Leser als Autorin gebundener Thriller wie "Der Menschen dunkles Sehnen". Zugegeben - darin macht Hill eine gute Figur, doch ihre kürzeren Geistergeschichten sind unschlagbar. Anfang der 1980er Jahre erschien "Die Frau in Schwarz", eine klassische Geistergeschichte, die ich erst vor zwei Jahren entdeckte und seither immer wieder lese. Soviel Atmosphäre und Kurzweiligkeit findet man selten. Gerade neu erschienen ist "Das Gemälde", eine herrliche Schauergeschichte, die den Leser behutsam auf den eigentlichen Punkt bringt. Einfachheit und hohe Fragilität in der Sprache zeichnen Susan Hill auch hier aus. Ich wünsche mir, dass Susan Hill weitere Geistergeschichten schreibt. Und dass auch andere Autoren dieses zum schriftstellerischen Ausleben herausfordernde Genre wieder mehr bedienen.