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Das Geld in der modernen Wirtschaft: Marx und Luhmann im Vergleich (Campus Forschung) Broschiert – 3. März 2008


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Produktinformation

  • Broschiert: 358 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (3. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593386070
  • ISBN-13: 978-3593386072
  • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 2,6 x 21,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Hanno Pahl, Dr. phil., ist seit 2007 Forschungsassistent am universitären Forschungsschwerpunkt Ethik an der Universität Zürich.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Einleitung: Zur soziologischen Analyse der Eigenlogik des Geldes Jede Theorie arbeitet mit ihrem eigenen Beobachtungsinstrumentarium und sieht demgemäß das, was sie sehen kann. Aufklärung setzt dagegen voraus, diese Bedingungen des Beobachtens zu erkennen und Vorsorge dafür zu tragen, dass der Gegenstand der Beobachtung nicht nur zur Sprache, sondern selbst zum Sprechen kommt. Welche Geschichte würden die Funktionssysteme, um die es geht, selbst erzählen? Helmut Willke Diese Arbeit handelt von der Wirtschaft der modernen Gesellschaft und der Emergenz ihrer monetären Strukturzusammenhänge. Gerade in jüngster Zeit sind es die rasanten und augenscheinlichen Entwicklungsdynamiken der internationalen Finanzmärkte, die der sozialwissenschaftlichen Reflexion Anlass zur Thematisierung monetärer Phänomena geben. Viele Beiträge gehen allerdings kaum über eine bloß phänomenologisch deskriptive Ebene hinaus und stellen kaum mehr als eine Artikulation der Erfahrung der ›posthermeneutischen‹ Undurchdringlichkeit der globalen Finanzsphäre dar. Das maßgebliche Anliegen dieser Arbeit ist es, theoriegeleitete Betrachtungsweisen der Wirtschaft der modernen Gesellschaft und ihrer Finanzsphäre auszuloten und aufzubereiten, die in Vielem quer stehen zu gängigen Lehrmeinungen und Grundannahmen sowohl in Wirtschaftswissenschaften wie in Wirtschaftssoziologie, die aber in der Lage sind, jene empirisch unschwer zu erfahrene Eigenlogizität des Geldes stärker begrifflich einzuholen. Mit Baecker (2003: 475, Herv. H.P.) teilen wir die Auffassung, wonach die Soziologie "an ihrer Absicht einer Gesellschaftstheorie der Wirtschaft festhalten und sich darum bemühen [sollte], mit einer von den Wirtschaftswissenschaften abweichenden Grundbegrifflichkeit ihren Gegenstand zu konstruieren und ihre Problemstellung zu definieren". In dieser Einleitung wollen wir in einem ersten Schritt (1.) einen Blick auf die ›Geldvergessenheit‹ in Neoklassik und Wirtschaftssoziologie werfen, der zugleich dazu dienen soll, in unser Verständnis des Objektbereichs einzuführen. Daran anschließend (2.) soll der methodische Zugriff umrissen werden, der in einer theorievergleichenden Untersuchung zur Emergenz des Monetären besteht, wie sie in den Theorien von Marx und Luhmann vorliegt. Abschließend (3.) erfolgt ein skizzenhafter Gang durch die Argumentationsstruktur der drei Kapitel der vorliegenden Studie. 1. Die Geldvergessenheit in Neoklassik und Wirtschaftssoziologie Der Forderung nach einer Gesellschaftstheorie der Wirtschaft und des Geldes kommen traditionelle wirtschaftssoziologische Forschungsprogramme in aller Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt nach. Ganßmann (1996: 21) sprach von "Oppenheimers Fluch" , um die problematische disziplinäre Parzellierung des ökonomischen Gegenstandsbereichs auf den Punkt zu bringen, der zufolge "die Soziologie von ›Mensch-Mensch‹, die Ökonomik aber von ›Mensch-Ding-Beziehungen‹" handeln würde. Tatsächlich scheinen weite Teile der Forschungslandschaft dieses Paradigma in nahezu idealtypischer Form zu repräsentieren: Die neoklassisch geprägte Schulökonomie rekurriert auf einen - und sei es auch nur methodologisch verstandenen - homo oeconomicus, der, polemisch gesprochen, "seit dem Faustkeil des Neandertalers immer auf dieselbe Weise angetrieben worden sei" (Heinsohn, Steiger 2002: 10). Die Wirtschaftssoziologie betätigt sich als "Resteverwerter" (Saurwein 1994: 47) und bearbeitet den von der Ökonomik weithin ausgeblendeten ›Datenkranz‹, das heißt etwa die soziale Eingebettetheit ökonomischen Handelns. Es ist aber eine grundsätzliche Frage, ob sich aus der bloßen Addition beider Forschungsperspektiven ein ›ganzheitliches‹ Bild der Entwicklungsdynamik der modernen Wirtschaft gewinnen lässt, oder ob das Resultat nicht vielmehr in einer doppelten Halbheit besteht. So fragt denn auch Kaube (2000: 257) mit provokativem Unterton: "Aber folgen die Banken der ökonomischen Theorie des Geldes und die Hausfrauen der soziologischen?" Es scheint uns evident, dass es sich sowohl beim robinsonadenhaft vorgestellten homo oeconomicus wie beim normengeleiteten homo sociologicus um jeweils - wenn auch sich zueinander komplementär verhaltende - einseitige Abstraktionen handelt. Was aber wäre, wenn das eigentlich Ökonomische der modernen Gesellschaft derart verfasst ist, dass es durch die entlang von ›Mensch-Mensch‹- bzw. ›Mensch-Ding‹-Beziehungen justierten Raster dieser Begriffsstrategien einfach hindurchfällt? In dieser Arbeit wird die These vertreten, dass die Entwicklungsdynamik der modernen Ökonomie - und dies schließt die oben genannten evolutionären Prozesse auf den heutigen internationalen Finanzmärkten ein - sich weder durch einen Bezug auf Handlungsrationalität noch auf dem Wege einer allgemeinen Theorie materieller Reproduktion entschlüsseln lässt, sondern nur qua Analyse des Zusammenhangs ihrer rekursiv aufeinander verweisenden monetären Formen (etwa Preis, Geldfunktionen, Kapital, Profit, Zins etc.). Denn es sind diese Formen - so die zweifellos auf den ersten Blick befremdlich anmutende Überlegung -, die in der Sphäre des Ökonomischen Subjekt und Objekt vermitteln und beide Pole - das rational handelnde Individuum und die Wirtschaft als opakes Ding-an-sich - erst wechselseitig konstituieren, bzw. einer systemtheoretischen Lesart nach, die von Luhmann abstrakt konzipierte Konditionierung der Systemelemente - also Handlungen bzw. Kommunikationen - durch das System konkret bestimmen. Damit wird eine Gegenposition zu den vorherrschenden Annahmen einer Neutralität des Geldes eingenommen und der Blick auf die Performativität der ökonomischen Kategorien selbst gelenkt, auf das Geld als eigensinnige soziale Tatsache (Ganßmann 2000) bzw. als emergentes soziales Konstrukt (Deutschmann 1995). Bereits der Philosoph Liebrucks (1972a: 281) hatte das moderne Geld in einer solchen Weise charakterisiert, als "ein starres, festes, von uns unabhängiges System […], als das harte Gesetz, das über unseren Tausch verhängt ist, an dessen Spielregeln wir uns zu halten haben, zu denen, um einen Ausdruck Wittgensteins zu gebrauchen, wir ›abgerichtet‹ werden". Bei Willke (2003a: 168f.) finden wir heute die weniger prätentiös vorgetragene, inhaltlich aber ähnliche Aussage, nach der die "Marktlogik" zu entschlüsseln sei als eine "spezifische Grammatik ökonomisch möglicher Kommunikationen", welche das Handeln der Subjekte in einer Weise konditioniere, "wie sie sich beim Sprechen der Grammatik und Pragmatik ihrer Sprache unterwerfen müssen".

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Michael Wendl am 13. Dezember 2014
Format: Broschiert Verifizierter Kauf
Der Text erweist sich als gute nund auch treffende Zusammenfassung der Marxschen Geldtheorie und er zeigt zugleich die theoretischen Aporien von Luhmann Systemtheorie auf. Kritisch ist festzuhalten, dass der Text unnötig kompliziert formuliert wurde und diese angestrengte Wissenschaftssprache das Verständnis des Textes unnötig erschwert.
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