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Das Geld der Zukunft: Über die zerstörerische Wirkung unseres Geldsystems und Alternativen hierzu
 
 
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Das Geld der Zukunft: Über die zerstörerische Wirkung unseres Geldsystems und Alternativen hierzu [Taschenbuch]

Bernard A. Lietaer , Ursel Schäfer
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Geld regiert die Welt. Doch wie regiert es diese Welt? Bernard A. Lietaer, ausgewiesener Finanzexperte, zeigt die schlimmen Folgen des heutigen Finanzsystems auf: Armut und Umweltzerstörung. Doch es geht ihm nicht um Panikmache oder reißerische Enthüllungen. Er versucht mit Beispielen für Komplementärwährungen Wege aus der Sackgasse der derzeitigen Finanzordnung zu weisen. Mit Lietaer macht das ein Mann, der als Universitäts-Professor, Berater von Regierungen und Mitarbeiter der belgischen Nationalbank einen sehr guten Ruf besitzt.

Der Riemann-Verlag legt so in seiner Reihe One Earth Spirit wieder ein Buch vor, das -- fachlich fundiert -- überraschende Möglichkeiten der Veränderung aufzeigt, ja schon mit gelungenen Beispielen vorstellt. Lietaer geht nach einer Einführung (Geld -- Grundlage aller Möglichkeiten) im ersten Teil auf die Geschichte und die Gegenwart des Geldes ein. Er beendet ihn mit fünf Zukunftsszenarien, die er für möglich hält: sie reichen von Die Hölle auf Erden bis Nachhaltiger Wohlstand. Im zweiten Teil entwickelt er Währungen, die eine nachhaltige Entwicklung unserer Welt und damit den Wohlstand aller Menschen befördern. Hier konkretisiert er seine Idee der Komplementärwährung, das heißt die Einführung von Währungseinheiten wie Sozialstunden und Bonuspunkten parallel zu dem bereits bestehenden Währungssystem. Dessen Schwächen werden so ausgeglichen und eine neue Form der Entwicklung ermöglicht. Das sind keine leeren Gedankenblasen eines realitätsfernen Theoretikers -- Lietaer gelingt es vielmehr, mit zahlreichen Beispielen für seine Idee überzeugend zu werben. Und das ist vergnüglich zu lesen.

Fazit: Ein Buch für alle, denen die offenen Fragen des heutigen Finanzsystems am Herzen liegen. --Christian Frühwald -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Lesen Sie dieses scharfsinnige und eindringliche Buch. Sie werden verstehen, wie unsere Geldsysteme und die Menschen, die sie steuern, nicht nur unser Leben beeinflussen, sondern auch die Zukunft unserer Kinder und das Wohlergehen unseres Planeten. (Dee Hock, Gründer von VISA Inter )

Kurzbeschreibung

Zwei Billionen Dollar fließen täglich zwischen den Währungen hin und her. Nur 2% davon dienen ihrem natürlichen Zweck, der Bezahlung von Waren und Dienstleistungen. Die restlichen 98% sind Spekulationsgelder, die immer bedrohlichere Krisen auslösen. Der Top-Finanzfachmann Lietaer erläutert die Funktionsweise unseres Geldsystems, erklärt den Zins- und Zinseszins-Mechanismus und erläutert die Wirkung von Komplementärwährungen.



Klappentext

Lesen Sie dieses scharfsinnige und eindringliche Buch. Sie werden verstehen, wie unsere Geldsysteme und die Menschen, die sie steuern, nicht nur unser Leben beeinflussen, sondern auch die Zukunft unserer Kinder und das Wohlergehen unseres Planeten.
Dee Hock, Gründer von VISA Inter

Über den Autor

Wenige Menschen haben in so verschiedener Funktion mit dem Geld- und Finanzsystem zu tun gehabt wie Bernard Lietaer. In den 70er Jahren beriet Dr. Lietaer die peruanische Regierung bei der Optimierung von Währungsgeschäften.Während seiner fünfjährigen Tätigkeit an der belgischen Zentralbank zeichnete er verantwortlich für die Einführung des ECU. Anschließend wurde er Präsident des elektronischen Zahlungssystems in Belgien. Von 1987 bis 1991 fungierte Lietaer u.a. als Geschäftsführer und Währungshändler des erfolgreichsten Hedge Fonds (Gaia Hedge II). Um sich auf das vorliegende Buch zu konzentrieren, ist Bernard Lietaer zur Forschung zurückgekehrt: Er unterrichtet derzeit an der Sonoma State University archetypische Psychologie und am Institute for Sustainable Resources and Agriculture der Universität Berkeley nachhaltiges Wirtschaften.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Geld - Grundlage aller Möglichkeiten

»Geld ist wie ein eiserner Ring, den man sich durch die Nase zieht.
Er führt uns, wohin er will.
Wir vergessen dabei nur, daß wir ihn selbst geschaffen haben.«
Mark Kinney

»Wir bewegen uns nicht einfach auf die Zukunft zu, sondern wir gestalten sie.
Die Wege müssen nicht gefunden, sondern geschaffen werden, und dabei verändern sich sowohl der Gestalter wie auch die Richtung.«
John Schaar

»Die modernen Krisen sind vom Menschen geschaffen und unterscheiden sich von vielen früheren Krisen dadurch, daß sie bewältigt werden können.«
Zweiter Bericht an den Club of Rome

Dieses Buch zeigt, wie wir in nur einer Generation auf der ganzen Welt einen »nachhaltigen Wohlstand« schaffen können. Zwischen Kapitel 1 und 9 erfahren Sie, warum ein nachhaltiger Wohlstand kein Widerspruch in sich ist. Sie lernen die historischen Bedingungen kennen, die diesen Wohlstand bis heute verhindert haben. Mit Hilfe von Hintergrundinformationen werden Sie Entwicklungen verstehen, die einen nachhaltigen Wohlstand in absehbarer Zeit möglich machen und derzeit auf der ganzen Welt zu beobachten sind. Dieses Kapitel zeigt, warum solch eine entscheidende Verbesserung paradoxerweise aus einer Krisensituation hervorgehen kann - genauer: aus dem Zusammentreffen von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die sich uns in noch nie dagewesener Weise stellen. Ob wir die Herausforderungen nun annehmen oder nicht, ihr Zusammentreffen zwingt uns dazu, dramatische Veränderungen in Betracht zu ziehen.

Die »Zeitkompressionsmaschine«
Es war einmal ein außergewöhnlich reicher und schöner Planet. Dessen einfallsreiche Bewohner erfanden einst zu ihrem eigenen Vergnügen eine gigantische Maschine. Wie überrascht waren sie jedoch, als sie herausfanden, daß sie mit ihrer Maschine die Zeit verdichten konnten. Aufgrund dieser ungewöhnlichen Eigenschaft zwang die kolossale Erfindung die Bewohner dazu, sich einiger Mißstände in ihrem Leben bewußt zu werden - Mißstände, die zwischen liebgewordenen, festen Gewohnheiten und ihren eigenen Überlebensaussichten standen.
Ein zentraler Mechanismus der Maschine bestand darin, daß sich vier mächtige Entwicklungen wie gigantische Kolben gleichzeitig aufeinander zubewegten. Die vier Entwicklungen waren nur schwer zu erkennen und noch schwerer anzugehen, vielleicht weil sie von den sehr einfallsreichen Bewohnern des Planeten selbst geschaffen worden waren. Die »Zeitkompressionsmaschine«, die von diesen begabten, doch leider kurzsichtigen Erfindern entwickelt worden war, ist in Abb. 1 dargestellt. Bei genauerer Betrachtung werden Ihnen diese Leute, ihr Planet und ihre »Zeitkompressionsmaschine« wahrscheinlich sehr bekannt vorkommen.
Die »Zeitkompressionsmaschine« besteht aus vier Entwicklungen, die wie gesagt ähnlich vier gigantischen Kolben mit unterschiedlicher Geschwindigkeit auf denselben Punkt zusteuern. Stellen Sie sich zwei Kolben als Eisberge vor - die »Überalterung der Bevölkerung« sowie die »globale Klimaveränderung und das Aussterben der Arten« -, beide bewegen sich langsam, aber unaufhaltsam in Richtung auf dieselbe Stelle. Die beiden anderen gigantischen Kolben - die »Währungsinstabilität« einerseits und die »Informationsrevolution« andererseits - bewegen sich schneller und unregelmäßiger wie Schiffe, die »Titanic« zum Beispiel, ebenfalls zur gleichen Zeit auf dieselbe Stelle zu.
Diese vier »Megatrends« sollen im folgenden kurz beschrieben werden. Jedes Thema wird dabei zu einer knappen »Geldfrage« zusammengefaßt, einer Grundsatzfrage, auf die es innerhalb der nächsten zehn Jahre gewollt oder ungewollt eine Antwort geben wird. Anschließend zeigen wir, wie aus diesen »Geldfragen« die Chance entstehen kann, einen nachhaltigen Wohlstand in die Realität umzusetzen.
Der erste Schritt ist die Erkenntnis, daß »für den Vogel Strauß schwere Zeiten anbrechen«, wie das Magazin The Economist am 1. 1. 1999 schrieb. Wenn jemand wie ein Strauß seinen »Kopf in den Sand steckt«, weil er eine Gefahr nicht sehen will, findet er vielleicht kurzzeitig seelischen Halt, doch lebenswichtige Teile seiner »Anatomie« sind stark gefährdet. Kurz gesagt, ist es also an der Zeit, unsere Köpfe aus dem Sand zu ziehen.
Fangen wir an mit der Überalterung der Bevölkerung - es ist die langsamste dieser Entwicklungen, doch gleichzeitig auch die, die unvermeidlich kommen wird.

Erster »Kolben«: Die Überalterung der Bevölkerung
Das durchschnittliche Lebensalter des Menschen lag im Verlauf seiner Geschichte bei etwa 18 Jahren. Während des 19. Jahrhunderts und verstärkt in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts führten dramatische Fortschritte in der Hygiene, Ernährung, Lebenshaltung und Medizin zu einer Steigerung der Lebenserwartung. In den Industrieländern beträgt das Lebensalter heute im Schnitt 80 Jahre für Frauen und 76 Jahre für Männer. Als Folge davon leben zwei Drittel aller Menschen, die jemals über 65 Jahre alt wurden, in der heutigen Zeit. Die Zahl 65 wurde, nebenbei bemerkt, von Reichskanzler Bismarck im 19. Jahrhundert als offizielles »Rentenalter« festgelegt, also in einer Zeit, da die Lebenserwartung in Deutschland bei etwa 48 Jahren lag. Damals ging man davon aus, daß nur wenige das »biblische« Alter von 65 Jahren erreichen würden. Unser ganzer Generationenvertrag zur Rentenversicherung ist daher eigentlich nur auf die Versorgung weniger Menschen ausgerichtet.
In den letzten Jahrzehnten werden wir die Auswirkungen dieser demographischen Veränderung zu spüren bekommen. Der Wandel ist absehbar, denn die daran beteiligten Menschen leben schon heute. Durchschnittlich ist etwa ein Bewohner von sieben in den Industrieländern bereits über 65. Im Jahr 1960 war dagegen lediglich einer von elf so alt oder älter. In nur 20 Jahren wird einer von fünf Bewohnern das Rentenalter erreicht haben und im Jahre 2030 fast jeder vierte (siehe Abb. 2).
Diese noch nie dagewesene »Alterslawine« wird die Weltwirtschaft und Weltpolitik verändern. Ein Experte meinte dazu: »Die weltweite Überalterung der Bevölkerung ist im 21. Jahrhundert nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik das beherrschende Thema. Sie wird die Innenpolitik der Industrieländer dominieren, ja geradezu heimsuchen, und eine Umgestaltung unserer Sozialverträge erforderlich machen.« Für die Probleme, vor die uns diese Alterslawine weltweit stellt, gibt es in der Geschichte keinen Präzedenzfall, an dem wir uns orientieren könnten.
Der weltweite Überalterungsprozeß bietet allerdings auch einige positive Auswirkungen. Beispielsweise ist die Chance, zu dieser historisch einmaligen Altersgesellschaft zu gehören, größer als je zuvor. Es besteht sogar die Hoffnung, daß sich aufgrund des hohen Prozentsatzes an erfahrenen und reifen Menschen in der kommenden Wissensgesellschaft eine Ära entwickelt, die den Namen »Zeitalter der Weisheit« verdient. Die Zeit wird es zeigen.
In der momentanen Übergangsphase müssen wir uns allerdings erst einmal den ernüchternden Tatsachen stellen. So sind etwa ungedeckte Rentenverpflichtungen ein ernstes Problem. Dabei handelt es sich um Leistungen, die den heutigen Berufstätigen bereits zustehen, für die aber keine Rücklagen existieren, weil die Gelder bereits jetzt an die derzeitigen Rentenempfänger ausbezahlt werden. Diese ungedeckten Verpflichtungen belaufen sich allein in den OECD-Ländern auf 35 Billionen Dollar (eine Summe, die von der amerikanischen Wirtschaft in fünf Jahren erwirtschaftet wird). Rechnet man noch die Kosten für die Gesundheitsfürsorge hinzu, ist die Zahl mehr als doppelt so hoch. Dabei haben wir bei diesen schwindelerregend hohen Zahlen nicht einmal den zukünftig steigenden Anteil der alten Menschen an der Bevölkerung mit einbezogen, der in Abb. 2 dargestellt ist.

Die folgende knappe »Geldfrage« faßt das sozialwirtschaftliche Dilemma zusammen, das die...
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