Unser Wirtschaftssystem wirkt irgendwie krank. Trotz eines gewissen Wachstums scheint der Durchschnittsbürger härter denn je um seine Existenz kämpfen zu müssen. Dieses entbehrte schon immer - aus meiner Sicht - jeglicher Logik, denn Wachstum bei konstanter Bevölkerung sollte doch die Lage des Einzelnen verbessern bzw. entspannen!?
Als Hauptschuldigen für das marode Wirtschaftssystem macht Creutz das Geldsystem ausfindig. Überzeugend erklärt er zunächst die Grundlagen, um dann die Hauptschwäche aufzuzeigen, nämlich die Existenz des Zinses. Dieser ist in einem jungen Geldsystem (wie bei uns nach dem 2. Weltkrieg) noch wenig auffällig, allerdings heutzutage verzinsen sich bereits riesige Milliardenvermögen weniger Personen, wobei Millionen von Menschen für diese Zinsen arbeiten müssen. Da diese Effekte nicht allzu offensichtlich sind, werden sie von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, aber das System führt zu einer Spirale von exponentiell steigenden Vermögen und eben auch Schulden. Durch diese zunehmende Ungleichheit verliert das Geld seinen eigentlichen Sinn, nämlich den Umlauf der Waren und Dienstleistungen anzutreiben.
Creutz versucht auch Wege aus der systemimmanenten Krise aufzuzeigen, aber ihm fällt nichts wirklich brauchbares ein. So bleibt das Buch hervorragend in der Problemanalyse, aber schwach bei der Lösungsfindung.