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Produktinformation
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»Es gibt einen Roman, der besser als Erinnerungsstütze und Mahnung taugt als alle wirtschaftswissenschaftlichen Sachbücher: Emile Zola hat schon im Jahre 1891 eine reale Finanzkrise zu seinem grandiosen naturalistischen Roman Das Geld verarbeitet. ... [E]in Finanzthriller, der keine ökonomischen Vorkenntnisse erfordert, weil er mit Mitteln der Literatur in großem Stil erzählt, wie derartige Übertreibungen des Kapitalismus entstehen. Auf hohem Niveau unterhaltsam.«
(Harald Loch Nürnberger Nachrichten )
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Das Buch spielt im Paris des Second Empire, kurz vor dem deutsch-französischen Krieg 1871. Die Hauptperson heißt Saccard, wie alle Romanhelden Zolas auch irgendwie ein Rougon-Macquart, ein Mitglied dieser Familie, die durch alle Bücher Zolas hindurch an ihrer Maßlosigkeit, ihrem Wahnsinn und ihrem Alkoholismus zugrunde geht, aber doch nie ganz stirbt.
Saccard will Geld, denn Geld ist für ihn Macht. Deshalb gründet er ein Start-up, die "Banque Universelle", die Bauvorhaben im Nahen Osten finanziert, mit dem verklärten Ziel, irgendwann Jerusalem für die Christenheit zurückzuerobern und vielleicht den Papst dort residieren zu lassen. Für die Zeit eine geniale Idee, genau richtig, um die Menschen zu begeistern und den Börsenkurs in die Höhe zu treiben.
Eine zweite Hauptperson, Madame Caroline, die Nachbarin, die Schwester des Kollegen und später die Geliebte Saccards, erlebt die Geschichte des Aufstiegs der Bank an der Börse und ihren unvermeidlichen Fall hautnah mit. Zola benutzt sie, um mit ihren Augen Saccard zum Leben zu erwecken, seinen unglaublichen Willen und sein Feuer, seine Fähigkeit zu lügen, seine Gabe, Leute mitzureißen und sie für seine Sache Geld ausgeben zu lassen, sein grenzenloser Egoismus, seine Grausamkeit und sein gleichzeitiger kindlicher Glaube, er handle zum Wohle der anderen.
Es schwirren mehr als anderthalb Dutzend Nebencharaktere durch die Geschichte, Mätressen und Spekulanten - meistens jüdische, worauf sehr stark und politisch unkorrekt herumgeritten wird -, sowie brave, einfache Menschen, die von der Spekulationsgier ergriffen werden und ihre Träume, Hoffnungen und ihr Geld der Banque Universelle und Saccard anvertrauen. Am ergreifendsten ist die Geschichte einer Mutter mit ihrer Tochter aus uraltem, verarmten Hochadel. Sie hausen in einem Schloss und sparen sich die Kleider vom Leib, um einmal im Jahr adelige Mitmenschen zu einem Diner einladen zu können. Bis sie Saccard treffen und ihre gesamten Ersparnisse, die eigentlich als Mitgift für die Tochter geplant waren, für Aktien der Banque Universelle ausgeben, in der Hoffnung, reich zu werden und endlich wieder ein würdiges Leben zu führen.
Zolas Beschreibungen von der Euphorie, wenn alle Kurse an der Börse steigen, und von der nachfolgenden Depression, wenn sich alle plötzlich verdrücken und die Börse grau und verlassen mitten in Paris steht, weisen erstaunliche Parallelen zum Internet-Boom der Jahrtausendwende oder zum Schwarzen Freitag von 1929 auf.
So lernen wir, dass die Erfahrungen von Börsencrashs sich nicht an nachfolgende Generationen weitergeben lassen.
Praktischer Hinweis:
Das Buch ist zu lang. Vielleicht hatte Zola eine Mindestdicke für seine einzelnen Bände im Auge und sich deshalb gezwungen, die Geschichte auszudehnen. Nach einem Drittel der Seiten sind alle dramatischen Weichen gestellt für den Fall in den Abgrund, aber Zola muss immer noch einen draufsetzen, immer noch einmal die Banque Universelle sich aus einer Krise retten und sogar gestärkt heraustreten lassen, bis man als Leser keine Lust mehr hat.
Deswegen Mut zum Überblättern, bis das Ende erreicht ist, denn das Ende lohnt sich!
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