Jan de Bont versenkt in seinem Remake des Filmes "The Haunting of Hill House" jeden Hauch von Horror in einer Flut von Special-Effects, die gegen Ende immer lächerlicher werden. Einzig die skurrile Architektur und hin und wieder nette Drehbucheinfälle sorgen dafür, dass dieses uninspirierte Remake nicht zur völligen Lachnummer gerät.
Und leider kann in diesem Fall auch die Musik nicht allzuviel retten. Sie schafft es leider nur selten wirklich Angst einzuflößen.
Nehmen wir zum Beispiel das Thema aus „Home Safe". Im Film kommt dieses Thema oft in den ruhigen Momenten vor; am eindrücklichsten zu Beginn, als Lili Taylor zum Schloss fährt und ihr Auto in Luftaufnahme gezeigt wird. Unweigerlich erinnert mich diese Szene an „The Shining". Dort entwickelt sie schon ganz zu Beginn -dank der Musik von Wendy Carlos- ein unwohles Gefühl. Hier jedoch hat es eher einen romantischen Touch und dient dem Spannungsaufbau nur wenig.
Bei den effektgeladenen Szenen wartet Goldsmith hingegen mit dissonantem, energischem Bläsereinsatz auf - und versenkt damit das letzte Gruselpotenzial in einer einzigen Wuchtsauce.
Wo Goldsmith allerdings wirklich mehr aus dem Film macht, ist in den „Carousel"-Szenen. Dort hat nämlich deBont das Potenzial völlig verspielt: Ein solch drehendes Spiegelkabinett bietet solche Möglichkeiten, er nutzt es aber nur für einen billigen Effekt. Goldsmith's Thema verstärkt hier das noch übrig gebliebene Unheimliche an der Szenerie meisterhaft. Leider kommt es viel zu kurz.
Wenn man allerdings mal den Film völlig vergisst und sich nur die Musik anhört, muss man sagen, dass Goldsmith's Score durchaus einige schöne Momente hat, die sich jedoch eher in Richtung Romantik als in Richtung Grusel entwickeln.
Fazit: Schöngemacht, aber wirklich aus dem Hocker reißen, kann es einen leider nicht.
(Übrigens: Der Score hat gerade mal eine Länge von gut 35 Minuten!)