Das deutsche Krimi-Genre wird ja in den letzten Jahren durch die regionalistisch angehauchten Geschichten...nun...nicht gerade bereichert..nennen wir es lieber: ergänzt. Da gibt es eher passable Ideen (für meinen Geschmack manche Romane um den Allgäuer Kommissar Kluftinger) und eben fast schon seichte Aneinanderreihungen
von Lokalkolorit und entfernter Krimihandlung (beispielsweise die Schwarzwald-Krimis von Ummenhofer/Rieckhoff).
Ganz so flach ist der vorliegende Münsterland-Krimi sicher nicht: in der herbstlich-nebligen Moorlandschaft um Münster wird ein Junge ermordet aufgefunden. Just zu dem Zeitpunkt, als ein verlorener Sohn des Dorfes, dem zwanzig Jahre zuvor ein nahezu identischer Mord letztendlich nicht nachzuweisen war, auf Heimaturlaub ist.
Natürlich ist die Verdachtslage klar: fast alle Dorfbewohner sind überzeugt, dass es sich um eine Wiederholungstat handelt.
Der Beschuldigte taucht unter, hält aber Kontakt zu einem seiner Jugendfreunde, der ihm Unterschlupf gewährt, während der Lynchmob im Dorf sich sammelt. Nun überschlagen sich die Ereignisse: das Versteck fliegt auf, der Verfolgte entkommt vorerst ins neblige Moor. Der Jugendfreund entpuppt sich als etwas ganz Anderes, nebenbei wird noch die Karte "Psychopathologie" ausgespielt: der Verdächtigte ist schizophren.
Es kommt zum mittelgroßen showdown im Moor und löst sich in Nichtgefallen auf. Seltsam das alles!
Schade, denn die Mischung aus nebliger Moorlandschaft, ländlicher Umgebung und die Chance, originelle Charaktere herauszuarbeiten, hätte einen guten Stoff abliefern können.
Leider jedoch wurden die Charaktere nur sehr oberflächlich skizziert, die Auflösung des Rätsels war hanebüchen, lediglich der allgegenwärtige Nebel hat Eindruck hinterlassen.
3 Sterne für den Nebel, etwas Spannung und 2 Tote.