Das Buch passt in die Kategorie "Lesefutter", bewegt sich aber v.a. sprachlich erfreulich deutlich über den üblich schlampig herausgehauenen Bestsellern. Ich habe es zwei Mal in der 5.Jahrgangstufe des Gymnasiums als Lektüre eingesetzt und den Eindruck gewonnen, dass es v.a. die schon geübteren Leser meiner Klassen sehr anspricht. Der Humor ist durchaus subtil, der Erzähler angenehm selbstironisch, der Inhalt durchaus zu vertiefen. So entbehrt ja leider religiöse Ideologisierung, der Puritanismus der Nordenglandstaaten mit der das gesamte Leben durchdringenden Religiosität spielt im Buch eine zentrale Rolle, nicht einer gewissen Aktualität, ist der Aberglaube vieler Menschen und ihre Unfähigkeit zu rationaler Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit ja durchaus auch Thema der Gegenwart.
Wohlgemerkt, diese ernsten Themen können herausgearbeitet werden, sie müssen es aber nicht. Moralinsaure Zeigefinger gibt es im Buch nur von Figurenseite, von Autorenseite erfreulicherweise nicht. An Kollegen richtet sich meine hoffentlich sowieso überflüssige Empfehlung: Lesen Sie zunächst selbst. Mir hat das Buch jedenfalls gut gefallen, wie auch "Familie Zaubermeister & Co" sowie "Chancy", diese beiden allerdings in meiner Jugend.^^