Eigentlich ist das ein stinknormaler historischer Roman, so in die "Wanderhure"- Richtung. So dachte ich jedenfalls. Doch was einem hier serviert wird geht weit über das "Normale" hinaus und sticht sogar Altmeisterin Iny Lorentz aus (die meiner Meinung nach sowieso überschätzt wird). Die Hebamme Marthe wird verfolgt, da die Frau ihres Herrn eine Totgeburt hat. Auf der Flucht schließt sie sich einer Gruppe Siedlern an, die ein neues Dorf in der Nähe von Meißen gründen wollen. Dort kommt sie scheinbar zur Ruhe, aber schon bald wird sie erneut angefeindet und verfolgt. Man leidet so mit Marthe mit, das es schon fast weh tut und gleichzeitig hat man Schmetterlinge im Bauch, als sie sich in den Dorfherrn Christian verliebt. Für Leute mit schawchen Nerven ist dieses Buch jedoch nix, da die Brutalität mit der der Oberschuft Randolf und seine Anhänger zu Werke gehen sehr anschaulich geschildert werden. Sonst für alle und jeden Liebhaber historischer Romane ein "Festschmaus".