Es ist Heiligabend, der Hof ist tief verschneit und in der Wichtelstube auf dem Heuboden wartet die Wichtelfamilie auf die Bescherung. Der Wichtelvater ist am ungeduldigsten und freut sich auf den Reisbrei, der den Wichteln alljährlich zu Weihnachten als Respektsbezeugung hingestellt wird. Die Wichtelmutter ist unruhig, weil sie vorausehen kann, dass die Menschen andere Dinge im Kopf haben als die Schale Reisbrei für die Wichtel. Um das drohende Unheil abzuwenden, entwirft sie einen Plan. Der Vater soll nicht merken, dass sie Menschen so nachlässig geworden sind, denn sonst müssen nicht nur die Menschen sondern auch die kleinen Hofbewohner leiden. Nach der Bescherung, als das Weihnachtsessen beginnen soll, tritt der Plan der Wichtelmutter in Kraft. Und eine kleine Panne führt den Menschen vor Augen, dass sie sich wieder auf den alten Glauben an die Wichtel besinnen sollten...
Zunächst war ich ja etwas skeptisch. Oje, werden die Wichtel nicht zu "böse" dargestellt? Immerhin drohen den Menschen, die den Weihnachtsbrei für das kleine Volk vergessen Blitz, Donner und Unheil. Der Wichtelvater wirkt tatsächlich ein bisschen furchteinflößend. Aber Nordqvists Geschichte trifft den Kern von klassischen Wichtelerzählungen viel eher, als kitschig überzuckerte Varianten, die die Wichtel als immer nette und vielleicht auch ein bisschen dümmliche Hausgenossen darstellen. Wichtel sind nun einmal Hausgeister - und die sind nicht nur lieb. Kinder haben damit auch keinerlei Probleme. Unser vierjähriger Sohn hat das sehr gut verstanden und sich auch kein bisschen gefürchtet.
Die Figuren sind allesamt sehr echt und gelungen dargestellt. Besonders der Wichtelvater, der ja eigentlich ein bisschen böse ist, ist doch auch ein Sympathieträger. Wie ein ältlicher Mensch berichtet er von seinen guten Taten und was er alles übers Jahr für die Menschen geleistet hat. Das passt einfach! Auch die Darstellung der anderen Figuren ist rundum gelungen und durchaus auch witzig. Der klapprige Großvater, das quirlige Wichtelmädchen usw.
Zu beachten ist, dass sich die Geschichte im Buch von der Film-Version etwas unterscheidet. Das Bilderbuch ist etwas ausführlicher, es heißt hier z.B. Reisbrei und nicht Weihnachtspudding und die Tatsache, dass die Menschen den Brei vergessen, wird auch begründet. Der Film ist etwas "gefälliger", aber auch sehr stimmungsvoll. Er dauert ziemlich genau 9 Minuten und ist wohl mal bei der "Sendung mit der Maus" gekommen.
Unser Sohn mag beide Varianten ausgesprochen gerne!