Inhalt
Als die 14-jährige Schülerin Clara Tomrad verschwindet, wird schnell ein Verdächtiger gefunden. Hans Kortmann (Christoph Waltz), ehemaliger Lehrer, wegen Vergewaltigung mit Todesfolge vorbestraft und erst seit kurzer Zeit wieder in Freiheit. Doch seine Vernehmung gestaltet sich schwierig. Denn alles, was er zu sagen hat, ist der Satz: Ich rede nur mit Gellhagen. Kriminalhauptkommissar Steffen Gellhagen nimmt sich der Sache an und kehrt in seine alte Heimat zurück. Die Suche nach dem verschwundenen Mädchen gestaltet sich jedoch schwierig und Gellhagen ist gezwungen, sich ein ums andere Mal Rededuelle mit dem zynischen Verdächtigen Kortmann zu liefern, der mehr zu wissen scheint, als er preiszugeben bereit ist. Als auch nach sechs Tagen kein Ermittlungserfolg eingetreten ist, muss sich Gellhagen entscheiden, was er zu opfern bereit ist, um das Leben des Mädchens zu retten und welche Geheimnisse er dafür aufdecken muss.
Bildbewertung
Wie der Titel des 2008 produzierten Thrillers Das Geheimnis im Wald" bereits verspricht, dominieren viele Außen- und Naturaufnahmen das Gesamtbild des Filmes, die gleichzeitig beeindruckend anzusehen sind, wie sie auch die Aussichtslosigkeit der Suche nach der Vermissten in diesem weitschweifigen Umfeld betonen. Unterbrochen werden diese Aufnahmen durch spannende Verhörszenen, die in oft beklemmenden und die Dialoge stützenden Innenräumen stattfinden.
Die Aufnahmen wirken insgesamt ausgeglichen und überzeugen durch gute Schwarzwerte und Bildschärfe. Allerdings wirken die Außenaufnahmen etwas zu farbarm und düster, so dass ständig der Eindruck von Abenddämmerung erweckt wird. Dennoch ergibt sich mit oder gerade wegen dieser Schwächen ein stimmiges Gesamtbild, denn auch die Handlung ist düster und erinnert an die US-Serie Twin Peaks, die ebenfalls das Verschwinden eines Mädchens thematisiert und sich bei der Darstellung vieler Naturaufnahmen und einer undurchsichtigen und verschrobenen Bevölkerung bedient. Insgesamt präsentiert sich der das Werk daher in sehr atmosphärischer Weise, die leichte Abschläge in der Qualität des Bildes ausgleichen kann.
Tonbewertung
Das Tonformat der Veröffentlichung ist Dolby Digital 2.0, auf Untertitel wurde erneut verzichtet.
Schon mit Duell in der Nacht" präsentierte die SZ-Kollektion Deutsche Thriller einen sehr dialoglastigen Genrevertreter, welcher seine Energie durch die geführten Dialoge gewann. Das Geheimnis im Wald" gehört ebenfalls zu diesen Filmen, auch wenn die Umsetzung aufgrund der Vielzahl der Schauplätze etwas klassischer ausfällt, denn vorangetrieben wird die Handlung nahezu ausschließlich in den intelligent geführten, wohldurchdachten Dialogen. Daher ist auch hier die Dialogverständlichkeit außerordentlich wichtig. Glücklicherweise wurde dieser Umstand bei der Produktion berücksichtigt, so dass keinerlei Überlappungen mit Musik oder Geräuschen vorliegt, die es erschweren würden, der Handlung zu folgen. Zudem klingen die Stimmen angenehm voll und natürlich, Mängel fallen nicht auf.
Gesamturteil
Ähnlich wie schon der Thriller Duell in der Nacht" wird auch Das Geheimnis im Wald" durch seine Dialoge bestimmt. Qualitativ hochwertig, intelligent und spannend lassen sie den Zuschauer in der Handlung versinken und erst beim Abspann wieder auftauchen. Dabei gelingt die Umsetzung eines Themas, das viel zu oft nur anhand von Klischees Einzug in Filme hält, ohne diese Klischees ein weiteres Mal zu bedienen. Wer schon Duell in der Nacht" genossen hat oder einen Film im Stil der Serie Twin Peaks" sucht, sollte unbedingt Das Geheimnis im Wald" sehen.
Autor: Christian
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