Es heißt, die Fähigkeit Schönheit wahrzunehmen, hänge davon ab, wie viel göttliche Energie in einem fließe. Was das betrifft, muß Autor James Redfield erfüllt sein von dieser Energie, denn sein „Geheimnis von Shambhala" ist schön von der ersten bis zur letzten Seite, es bringt eine durch und durch positive Lebenseinstellung zum Ausdruck. Das Buch setzt ideell dort fort, wo das vorangegangene Werk „Die Zehnte Prophezeiung von Celestine" kulminierte, nämlich in der Erkenntnis, daß es die Aufgabe der Menschheit ist, auf diesem Planeten eine durchgeistigte Kultur des Lebens zu etablieren, welche die materialistische Kultur des bloßen Überlebens ablösen muß. „Das Geheimnis von Shambhala", gewissermaßen eine „11.Erkenntnis", liefert die Antworten, wie diese spirituelle Transformation zu geschehen hat; nämlich durch die 4 Erweiterungen der persönlichen Gebetsfelder, die im Laufe der Handlung des Buches erklärt werden. Der Ausdruck „Gebetsfeld" ist meines Erachtens etwas holprig, das einzig Störende im Buch; „morphisches Feld" im Sinne des Wissenschafters Rupert Sheldrake wäre vielleicht besser, um Assoziationen an sinnentleertes Kirchengemurmel zu vermeiden.
Ohne zuviel vom Inhalt zu verraten: Redfield hebt für eine ethische Evolution der Menschheit folgende Punkte hervor: Umstellung der krankmachenden Nahrungsgewohnheiten - wie etwa des Konsums von Tieren -, positives Denken, Selbstvertrauen sowie das bewusste Achten auf Synchronizität, auf scheinbare „Zufälle", die just in dem Moment eintreffen, in dem sie mit einer aktuellen Lebensfrage korrespondieren und uns so neue Wege weisen. Je offener der Mensch für Synchronizitäten ist, desto stärker wird ihre Frequenz, desto rascher verläuft seine spirituelle Evolution.
Als Rahmenhandlung bediente sich James Redfield diesmal der tibetischen Legende von Shambhala, einem Ort am Dach der Welt, in dem evolutionär höher entwickelte Menschen leben, die versuchen, den Rest der Menschheit auf ihr Schwingungsniveau zu führen. Diese „geheimen Meister" sind nichts Neues, schon Helena Blavatsky (1831-1891) berief sich in ihren Schriften auf sie. Zur „Zeit des Übergangs" werden die „Krieger von Shambhala" zum Kampf ausrücken. Allerdings wird diese Schlacht nicht mit Schwertern, sondern Bewusstseinserweiterungen ausgefochten. Gegner sind all jene, die Umweltzerstörung, Polizeistaat oder Totalitarismus verkörpern - in Redfields Buch repräsentiert durch die chinesische Besatzungsmacht Tibets.
Die Message: Jede(r) kann der Armee Shambhalas beitreten. Es gilt, ein globales Netzwerk der „Krieger von Shambhala" zu erschaffen; die spirituelle Vision in den Beruf einfließen und ihn so zur Berufung zu machen. Wenn genügend Individuen wieder glauben lernen - und zwar nicht an tote Dogmen, sondern lebendige Verbundenheit mit der Mitwelt, wirkt ihre Kultur auf den Rest der Menschheit „ansteckend", schafft ein neues, gewaltiges Bewusstseinsfeld, das einen „bewusst sein" lässt.
Wenn Sie, geneigte Leserin/geneigter Leser auf diese Rezension oder Redfields Buch stoßen, lassen sie ab nun den Synchronizitäten ihren Lauf...!