Während eiens Besuchs in Potsdam wurde mir das Buch von der Buchhändlerin sehr ans Herz gelegt und sie hatte RECHT.
Hier erzählt die Autorin die Geschichte ihrer Familie und wie sie Stück für Stück darüber erfuhr. Sie erzählt mit Leidenschaft über ihre Nachforschungen und wie diese ihr Leben zu bestimmen begannen. Es ist eine schöne, aber auch immer wieder sehr tragische Geschichte. Manche Passagen fand ich persönlich etwas überzogen, aber es geht hier nicht um meine Empfindungen, sondern um die der Autorin.
Hier wird also deutlich, dass Prinz August noch eine "dritte Gattin" und mit dieser eine Tochter namens Cahrlotte hatte. Die Autorin behauptet, dass er Emilie von Ostrowska auch heirate und diese somit seine Witwe im rechtlichen Sinen war. Mutter und Tochter waren deshalb waren deshalb mit dem Tode bedroht und deshalb wurde die Tochter dem jüdischen Schneider des Prinzen anvertraut, wuchs unter dem Namen Gottschalk auf. Die Nachkommen waren dann jüdisch und mussten die Grausamkeiten des Nazi-Regimes erleiden. Hier kann man sich gut vorstellen, dass dies für die Autorin mehr als nur eine emotionale Reise in die Vergangenheit gewesen sein muss.
Die Geschichte ist sehr glaubhaft, die Dokumente liegen vor. Für mich aber nicht überzeugend ist die Frage beantwortet, warum die Tochter dem Scheider Gottschalk übergeben wurde. Die Frage, ob Prinz August Emilie im rechtlichen Sinne heiratete, bleibt offen. Seine vorherigen Beziehungen (mit Kindern und Verleihung von Adelstiteln an Mütter und Kinder) sprechen nicht dafür, auch wenn im Buch diese Verbindungen als morganatische Ehen bezeichnet werden. Ein Beweis dafür gibt es nicht. Mehr als eine morganatische Ehe kann es mit Emilie auch nicht gewesen sein. Das schließt die Tochter ohnehin von der Thronfolge aus, ganz davon abgesehen, waren Frauen in Preussen nicht thronfolgefähig. Die Hinweise und Anspielungen der Autorin in diese Richtung überzeugen nicht. Also bleibt nur das Vermögen des Prinzen: dies soll nur der wahre Grund gewesen, um die wahre Erbin um das Vermögen zu bringen. Hier soll das köngliche Haus alles in Bewegung gesetzt haben, um Emilie udn Charlotte um das Erbe des Prinzen zu bringen. Auch hier finde ich die Ausführungen nicht wirklich überzeugend.
Gesamturteil: ein Buch, das ich gerne gelesen habe, vor allem weil man die Leidenschaft der Autorin spürt. Es bleiben aber noch einige Fragen offen.