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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gute Darstellung von kaum bekannten Seiten der Antike,
Von barockfreund (Konstanz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Mysterien (Taschenbuch)
Der Titel des Buches "Geheimnis der Mysterien" klingt für den Alltags-Sprachgebrauch zunächst doppelt gemoppelt, und fast könnte man befürchten, es würde einem esoterisches Geheimnis-Geraune in dem Buch begegnen. Dem ist überhaupt nicht so. Es handelt sich um eine sehr klare, fundierte, aber dabei anschauliche und gut lesbar geschriebene Darstellung der antiken Mysterienkulte in ihren verschiedene Erscheinungsformen.Ein Problem ist natürlich, dass man kaum weiß, was bei den Mysterienritualen geschah (sodass die Mysterien etwas geheimnisvolles geworden sind), aber die Autorin versteht es, verschiedene Informationen aus dem kulturellen Umfeld so heranzuziehen, dass das Thema erfolgreich eingekreist wird, und man das Gefühl hat, vollständig informiert zu sein. Das Buch ist vom Aufbau her recht einfach gehalten, d.h. es werden einfach die verschiedenen Mysterienreligionen und Heiligtümer der Reihe nach beschrieben (Demeter, Kybele, Isis etc), es besticht aber durch den außerordentlich interessanten Inhalt. Zum einen erfährt man eine Menge über die Seiten antiker Mythologie, die im klassischen Bildungskanon fehlen, obwohl sie in der Antike eine sehr wichtige Rolle spielten. Zum anderen ergibt sich ein äußerst interessanter Vergleich zum Auftreten des Christentums (dieser Vergleich geschieht in dem Buch eher beiläufig, es finden sich aber viele interessante Verweise). Ich habe daraus den Schluss gezogen, dass die Verbreitung des Christentums tatsächlich eine historische Notwendigkeit war, indem ein ganz allgemeiner Bedarf an einer persönlichen Erlösungsreligion bestand, und das Christentum für diesen Bedarf das beste, stimmigste "Angebot" hatte, während sich aber verschiedene Religionen mit ähnlichem Angebot auf demselben "Markt" tummelten. Faszinierend fand ich in dieser Hisicht z.B. den Hinweis auf Parallelen zwischen der Darstellung der Isis als Muttergottheit und der christlichen Muttergottes-Ikonographie, oder die (im Buch allerdings nicht thematisierte) Parallele zwischen den Einweihungsritualen in Eleusis etc, wo man symbolisch das Sterben, Durschreiten des Todes und Wiedergeborenwerden durchlief, verglichen mit dem christlichen Mythos vom Tod des Heilands, seinem Hinabsteigen in das Reich der Toten, und seiner Wiederauferstehung. Mit einem Wort: sehr interessante und zum Nachdenken anregende Lektüre, die auf angenehm unaufgeregte Weise präsentiert wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Über die Vielfalt antiker Religiosität,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Mysterien: Antike Kulte in Griechenland, Rom und Ägypten (Taschenbuch)
Die Antike kennt neben den offiziellen und öffentlichen Staats-, Stadt- und Hauskulten und dem homerischen Götterhimmel eine weitere Form von Religiosität, die sog. Mysterienkulte. Diese unterscheiden sich signifikant von den ofiziellen Kulten durch ihr geheimes Wissen und verborgenen Riten, in welche man erst nach einer Art Prüfungszeit eingeführt wurde. Der wichtigste Grund, warum diese neben den öffentlichen Kulten existierten, dürfte in der Schäche der der offiziellen Kulte liegen, die religiösen Bedürfnisse der Menschen ausreichend befriedigen zu können. So boten die "geheimen" Kulte in Form von Mythen häufig Antworten auf existentielle Fragen der Menschen, wie: Woher komme ich, wohin gehe ich, wie schütze ich mich vor der gefahrvollen Welt? etc.Besonders die feierliche und religiös aufgeladene Einführung, Initation, in die Kulte hat den Neuaufgenommen das Gefühl vermittelt, an einer höheren, das eigene Leben transzendierenden Existenz teilzuhaben. Neben der Hoffnung auf höhere Weihen und Teilhabe am Göttlichen, sind es aber gerade auch soziostrukturelle Elemente, welche die Mysterienkulte so attraktiv machten. So kennen viele der Kulte keine Schranken des Ranges, Standes, der Abstammung oder des Geschlechts. Selbst Sklaven hatten häufig Zutritt. Auch oblag es der freien Entscheidung, welchen Mysterienkult man wählte - ein bedeutender Unterschied zur offiziellen "Religion". Wie das Christentum, so hatten auch die "Mysterien" in Krisenzeiten Hochkonjunktur, mit denen das Christentum viele Gemeinsamkeiten teilt(e). Aber im Gegensatz zum letzteren waren die Kulte nie wirklich öffentlich verboten und geheim. Der Geheimnischarakter bezog sich va. auf das "geheime Wissen" der Kulte. Sie verfügten aber an vielen öffentlichen Plätzen über Tempel. Eben wie die offiziellen Kulte konnten sich auch die Mysterien gegen das rasch wachsende Christentum nicht durchsetzen. Die Autorin gibt einen spannenden Einblick in die geschilderte Form antiker Religiosität, die mehr zu bieten hat, als die starre Religiosität antiker Menschen, wie sie uns va. durch christliche Autoren immer wieder vermittelt wurde. Sie stellt die wichtigsten und am weit verbreitesten Mysterienkulte der griechisch-römischen Welt vor und bietet einen Einblick in Anziehungskraft, Ablauf und Inhalt der Kulte. Immer wieder spannend zu sehen sind die zahlreichen Gemeinsamkeiten, die die hier vorgestellten Kulte (Mysterien von eleusis, Dionysosmysterien, Isismysterien, Mithrasmysterien...) teilen - besonders was deren Ursprungsmythen betrifft. Die Darstellung wird durch Abbildungen aufgelockert, wirkt sprachlich aber schonmal etwas langatmig. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Rundherum,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Mysterien: Antike Kulte in Griechenland, Rom und Ägypten (Taschenbuch)
Das Buch beschreibt detailliert die wichtigsten Mysterienkulte, die im alten Rom und seinen Provinzen verbreitet waren. Am Ende wird sowohl auf Gemeinsamkeiten wie auch die Folgen für den christlichen Glauben und die Konflikte damit dargestellt. Um es zu lesen, sollten aber mittlere Kenntnisse über das römische Reich vorhanden sein.
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