Was erwartet man von einem als "Das Geheimnis der Matrix" betitelten Buch? Ein besseres Filmverständnis? Hintergrundinformationen zur Materie? Eine Fortführung der philosophischen Fragen? Vielleicht eine Mischung aus allem, aber interessiert sich der Hobbyphilosoph wirklich auch für das Hongkong Kino und dessen Einfluss auf Hollywood?
18 Autoren, 18 Essays, 18 unterschiedliche Meinungen. Für den der seinen Horizont zum Thema Matrix in alle Himmelsrichtungen erweitern will, ist dieses Buch ideal. Diejenigen, die sich mit einigen Fragen bereits intensiver beschäftigt haben, werden wohl nicht allzu viel Neues erfahren. So pendelt der geneigte Leser zwischen wissenschaftlichen Gedankenspielereien über die Möglichkeit der Konstruktion einer künstlichen Realität, den literarischen Grundlagen des Filmes oder Abhandlungen über die Bedeutung des Cyberpunks. Genauso wechselhaft stellt sich dabei die Qualität der einzelnen Beiträge dar. Wenn beispielsweise Alen Dean Foster, mit der fachmännischen Subtilität eines Baseballschlägers, zur Analyse des Zielpublikums ausholt, sollte man lieber ganz schnell weiterblättern.
Allgemein gesagt, liegt der Schwerpunkt mehr dem Genre-Background und berührt den Film manchmal nur noch partiell. Eine nette und informative Bettlektüre, die durchaus neue Denkanstöße gibt, aber keineswegs alle Fragen beantwortet oder tief in die metaphysische Materie eindringt. Wieso wurde zu keinem Zeitpunkt auf Platons Höhlengleichnis Bezug genommen? Was ist denn nun mit der Determination der Zukunft, welche in Reloaded im Mittelpunkt stand? Ultimativ ist dieses Buch nicht, erst recht nicht für die letzten beiden Teile - die werden nämlich gar nicht erst behandelt. Trotzdem lesenswert!