Ihre Bücher zu Sakrileg und Illuminati sind die bisher umfangreichsten zum Thema, doch mit "Das Geheimnis der Maria Magdalena" haben sich Dan Burstein und Arne de Keijzer explizit noch einmal der geheimen Heldin des Da Vinci Code gewidmet. Erneut wurden deshalb vorwiegend Autorinnen, die schon durch Beiträge für "Die Wahrheit über den Da Vinci Code" verfasst haben versammelt um Argumente für eine Maria Magdalena als Ehefrau Ehefrau des biblischen Superstars Jesus Christus von Nazareth zusammenzutragen.
Unter den Beteiligten finden sich auch die derzeit überzeugtesten Anhängerinnen von Maria Magdalena, Margaret Starbird (Die Frau mit dem Alabasterkrug) und Kathleen McGowan (Autorin des Thrillers das Magdalena Evangelium). Kritiker kommen betont nicht zu Wort und dennoch wird versucht sehr unterschiedliche Bilder der Heiligen zu propagieren, weshalb sie auch kurz mit dem modernen Popstar Madonna verglichen wird, als Vorkämpferin für Gleichberechtigung. Dem lobenswerten Unterfangen für eine Gleichberechtigung der weiblichen Heiligen zu kämpfen wird fällt dabei allerdings auch die Darstellung eines erheblich komplexeren historischen Bildes zum Opfer, welches von so mancher Diskutantin radikal vereinfacht und für eigene Zwecke ideologisch eingefärbt wird.
Die Debatten sind sehr aufgeladen und auf ein Forschungsgebiet dass ohnehin bereits in die Schublade Pseudowissenschaft abzurutschen droht kann dieser Versuch das ganze auch noch ideologisch in verschiedene Lager zu spalten kann das verheerende Folgen haben. So beruht auch ein Großteil der Beweisführung auf gnostischen Evangelien und Bibelzitaten, während Historiker, Archäologen, Literaturwissenschaftler, Ägyptologen und Theologen verschiedener christlicher Konfessionen vor der Tür stehen gelassen werden, stattdessen interpretieren Laien Fakten die rein auf der Annahme beruhen dass der biblische Mythos der Wahrheit entspricht, wobei geschickt Fragen nach der Göttlichkeit des "Messias" ausgeklammert werden, das wäre dann doch zuviel, würde man sich in ein Jesus-war-göttlich und Jesus-war-nur-ein-Mensch-Lager spalten.
Fast ausnahmslos sind die "Mitarbeiter" US-Staatsbürger, was schon einiges über Sinn und Zweck der Debatte aussagen kann, die wieder einmal vor allem auf die USA mit ihrer vielfältigen religiösen Landschaft fixiert ist, denn wie heißt es auf Seite 76 schön in der Überschrift "Theologie ist letztlich politisch" und auch wenn eine wissenschaftliche Debatte, eben mit internationalen Wissenschaftlern, Laien und Autoren erheblich aussagekräftiger und zielführender wäre um auf einen grünen Zweig und zu einer einen von Theologen anerkennbaren Standpunkt zu kommen, so scheitert dieser Wunsch nach einer (politik)freien Religion letztlich doch an verschiedenen Interessen, von hohen Auflagezahlen bis zu ausgebuchten Seminaren, denn auch das vertreten und Durchsetzen solcher ist schlussendlich eine Aufgabe der (Religions)Politik. Egal unter welchem Gesichtspunkt man das Buch also betrachtet, es ist lehrreich und wenn schon nur um als Beispiel für Religionspolitik in den USA zu dienen.
Fazit:
Ideal für alle die sich seit Sakrileg bzw. The Da Vinci Code gerne näher mit Maria Magdalena beschäftigen möchten.