Da ich die anderen drei Bände der Osiris-Reihe gelesen hatte, wollte ich nun wissen, wie die Geschichte ausgeht und begann mit dem 4. und letzten Teil.
Auch der 4. Teil stellt leider keine Verbesserung des Romanzyklus dar und kann mit anderen Romanen von C. Jacq nicht mithalten.
Da es jetzt auf das Finale zugeht, kommt zumindest etwas Spannung auf, der Prophet selbst schleicht sich in Abydos ein und versucht mit den verschiedensten Methoden, dem Pharao zu schaden. Dadurch, dass Iker und Isis im Mittelpunkt des Geschehens stehen, kann man als Leser sogar etwas mitleiden.
Aber die Personen handeln weiterhin manchmal sehr unlogisch, immer wenn es spannend zu werden verspricht, langweilt der Autor mit seitenlangen Beschreibungen des Osiris-Kults, der selbst für Leser, die sich für das alte Ägypten interessieren, sehr langatmig und manchmal sogar unverständlich sind. Ob der Osiris-Kult, so wie C. Jacq ihn beschreibt, historisch wirklich so belegt ist oder eher in das Reich der Fantasy-Literatur gehört, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber das Geschehen rund um die Hauptperson Iker erscheint zuweilen doch regelrecht märchenhaft. Der Klappentext verrät leider auch fast die ganze Handlung, so dass der Leser nicht sehr überrascht über den Fortgang der Geschichte ist. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Der Stil lässt manchmal auch vermuten, dass man versehtentlich ein Jugendbuch erwischt hat, sehr einfach und manchmal geradezu naiv.
Für meine Begriffe ist die Figur des Propheten in die mystische Richtung hoffnungslos überzeichnet, so dass der Roman die Wege des historischen Romans verlässt und eher zur Fantasyliteratur zu zählen ist. Auch hier wird viel Spannungspotential verschenkt. Hinzu kommt, dass der Prophet und seine Anhänger sehr viel Gemeinsamkeiten mit modernen islamistischen Terroristen aufweisen, dieses scheint doch sehr weit hergeholt und wenig historisch korrekt zu sein.
Insgesamt ist dieses Buch nur für Leser zu empfehlen, die alle anderen Teile der Osiris-Reihe gelesen haben und nun wissen wollen, wie die Geschichte ausgeht. Es gibt bedeutend bessere Bücher von C. Jacq.