In dem Roman "Das Geheimnis der Burgkapelle" führt Barbara Mansion zum dritten Mal ihre Leser in die mittelalterliche Saargegend des dreizehnten Jahrhunderts. Wie in ihrem ersten Roman ist es auch hier wieder die Siersburg, wo sich mysteriöse Ereignisse zutragen. Ein freudiges Ereignis, eine Kindstaufe, lässt Dame Ermentrude, die als Patin ausersehen ist, einmal mehr von Kirkel auf die Burg am Rande des Saartales reisen. Doch Pater Jerome, der Hauskaplan der Burg, findet vor der Burgmauer einen Sterbenden, der ihm mit letzter Kraft noch ein Kästchen in die Hand drückt. War es Mord oder ein Unfall? Und welches Geheimnis verbindet sich mit dem merkwürdigen Inhalt des Kästchens? Dame Ermentrude wird schnell misstrauisch und stösst auf widersprüchliche Details. Aber die Burg ist mitten in den Festvorbereitungen und keiner schenkt dem Vorfall vor der Burgmauer große Beachtung - zumal das Opfer unbekannt war. So bleibt Damen Ermentrude nichts anderes übrig, als sich selbst des Falles anzunehmen. Dass der resoluten Dame hierbei einmal mehr Pater Jerome assistieren muss, versteht sich zum Leidwesen des Priesters von selbst. Schon bald gibt es zahlreiche Spuren und Verdächtige. Doch auch der Täter arbeitet weiter an der Umsetzung seines Planes....
Der Roman bietet im besten Sinne der Worte eine klassische Kriminalgeschichte mit dem Flair der Miss Marple-Romane. Als erfahrener Krimi-Leser glaubt man oftmals schon ganz genau zu wissen, worauf das Ganze hinaus läuft und merkt dann doch -wenige Seiten weiter-, dass man auf der falschen Spur ist. Aber es sind gerade diese falschen Fährten und manch unerwartete Wendung in der Handlung, die die Neugier und die Spannung des Lesers voranbringen. Dabei hat der Krimi keinerlei Längen und bleibt sehr gut nachvollziehbar. Die mittelalterliche Welt wird zwar anschaulich dargestellt, überdeckt jedoch nicht -wie in manch anderen Romanen - die eigentliche Handlung. Und das ungleiche Ermittlerpaar einer resoluten, trinkfreudigen Adeligen und eines nörgelnden, hasenfüsigen Paters läuft wieder zur Hochform auf. Somit kommt auch der Humor in dieser Geschichte nicht zu kurz. Ein gut durchdachter Krimiplot gewürzt mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo und einer Prise Humor in einer stimmigen mittelalterlichen Welt machen das Buch zu einem sehr kurzweiligen Leseerlebnis. Eine tolle Lektüre zum Entspannen...