Das "Wirken" "der Bathory" gewürzt mit schwarzer Magie
politischen Intrigen, geheimnisvollen magischen Büchern
dazu noch ein wenig Horror ala Lovecraft und gründliche historische Recherche das klingt nach einem absoluten Reisser.
Leider wird das Buch aber keinem der Ansprüche gerecht.
Der Author wohl uneins mit sich selbst was er nun eigentlich
wirklich schreiben will Historienroman, Lehrbuch, Politthriller,
Detektivgeschichte, klassischen Schauerroman oder modernen
Horror, versucht sich an allem zugleich und scheitert dabei grandios.
Störend empfand ich besonders der Drang zu belehren,
Die ansonsten recht flach beschriebenen 'guten' Charaktere lassen keine Gelegenheit unverstrichen, politisch korrekt im Sinne der Schulbücher der 1970iger über sich selbst und ihre Zeit zu räsonieren
Dabei versuchen sie sogleich auch alles schauerliche, was der Autor da für sie zusammengerührt hat, auch sofort rational zu erklären.
Das macht zum einen die Charaktere unglaubhaft und verhindert
das Aufkommen einer unheimlichen 'gotischen' Stimmung
insofern wirken auch die eingestreuten Hexenrituale
und Werwolfandeutungen recht banal und kindisch.
Auch das Einstreuen von Lovecraftschen Versatzstücken kann dieses Werk nicht retten
Wenn zum Beispiel eine junge Dorfbewohnerin plötzlich in einem Holzhaufen so etwas wie 'Tentakel' sieht, die nach ihr greifen, wirkt das eigentlich schon eher belustigend.
Mehr als unwahrscheinlich, dass eine einfache Bäuerin aus einem abgelegen ungarischen Bergdorf Anfang des 17. Jahrhunderts, jemals etwas wie ein Tentakel gesehen hat.
Zumal sie ja eigentlich aufgrund der Geschehnisse eher ein Wolfsartiges Untier erwarten müsste.
Derlei Fehler unterlaufen dem Autor leider zu oft.
(Ein Lektor hätte es merken müssen)
Auch ein echtes Detektivfeeling will nicht aufkommen dazu wird zu oft der Kommisar Zufall bemüht und jedes Rätsel das sich stellt, wird für den Leser entweder im Nu gelüftet
oder aber im weiteren Verlauf nicht weiter erwähnt.
Ein Beispiel gefällig da kommt die Mittäterin Nummer 1 den Häschern davon, wird auf der Flucht zufällig von irgendwelchen Tieren vermutllich Wölfen angefallen und zufällig
kommen Held + Heldin gerade des Wegs, um das Manuskript zu finden. na-ja.
Selbst die Verbindung der Vorgeschichte, um das geheimnisvolle, schauerliche Manuskript, zur eigentlichen
Erzählung bleibt lange unerwähnt , bis sie so ganz nebenbei, von der Bathory einfach erzählt wird.
Da auch noch die ganze sado sexuelle Dimension des Falles der politischen Korrektheit zum Opfer fallen
muss überrascht nicht im Mindesten.
Allerdings bleibt die Frage warum musste es dann gerade "die Bathory" sein, hätte es die Lindenstrasse
nicht auch getan.
Alles in allem ein Buch von dem man besser die Finger lassen sollte.
Zwei Sterne für die recht gründlichen Recherchen hat das Buch verdient, mehr aber auch nicht.
Ansonsten wäre dem Verlag anzuraten das nächste Mal bitte den Roman zu verkaufen und nicht das erste Expose.