Jeffrey Amstrong: Das Geheimnis der Avatare. Die spirituelle Weisheit. Scorpio Verlag, 2010
Neben James Cameron, der mit seinem Science-fiction-Film Avatar" weltweit viele Millionen Zuschauer begeisterte, setzte sich noch ein zweiter Amerikaner intensiv mit dem Thema Avatare auseinander: der Visionär und spirituelle Lehrer Jeffrey Amstrong. Früher zählte er zu den Topmanagern in Silicon Valley, ehe er auf dem Höhepunkt seiner Karriere beschloss, sein Leben ganzheitlich auszurichten. Viele Jahre lang erforschte er daraufhin die heiligen Schriften Indiens, wie die Veden und die Bhagavadita, und richtete dabei seine Aufmerksamkeit auf die Avatare. Der Begriff Avatara (Sanskrit, m.), avatâra, bedeutet so viel wie Abstieg", von ava- hinab" und t' überqueren"). Gemeint ist ein Gott oder ein göttlicher Aspekt, der die Gestalt eines Menschen oder Tieres annimmt und damit eine Art Mission zum Wohl der Erde und der Menschheit erfüllt. Eine solche göttliche Intervention entspricht ganz besonders den Erfordernissen des gegenwärtigen Momentes, damit unsere Erde wieder in Balance kommen kann. Amstrong betont immer wieder, dass sowohl hinter dem Film, als auch hinter seinem Buch der Wille und das Wirken von etwas Größerem stehen. Er verdeutlicht, dass die Menschen und der Planet, den wir bewohnen, spürbar vor einem Wendepunkt stehen, und dass wir die Entwicklung mit Unterstützung der spirituellen Lehren der Avatare in eine gute und für die nachfolgenden Generationen lebenswerte Richtung lenken werden.
Wie man bei Amstrong detaillierter nachlesen kann, hütete Indien über viele Jahrtausende große Geheimnisse eines Lebens, bei denen es um eine größere Harmonie zwischen den Menschen und mit der Natur geht. Eben diese Verbindung ist es, die bei vielen indigenen Völkern so geschätzt und geachtet wurde - und eben dieser respekt- und liebevolle Umgang untereinander lässt heute so viele Zuschauer des Films Avatar" von einem solchen Zusammenleben träumen. Zweifellos wurden Aspekte dieser ursprünglichen Botschaft kunstvoll mit dem Stoff des Filmes verbunden. Unbewusst machte Cameron sogar einen der Kernbegriffe der spirituellen Literatur Indiens populär. Dadurch zeigte er die Notwendigkeit auf, dass die spirituellen Lehren der Avatare wieder in unser Bewusstsein rücken müssen, die auf gegenseitiger Wertschätzung, Liebe und Respekt vor der Erde und allem Leben basieren. Durch das Buch Das Geheimnis der Avatare" können wir zu dem Verständnis gelangen, dass wir von der Natur abhängig sind, wobei diese Abhängigkeit nicht gegenseitig ist. Mutter Natur kann auch ohne uns weiterexistieren. Wenn wir uns also das spirituelle Wissen zu Nutze machen, das Amstrong in seinem Buch vermittelt, können wir vielleicht früher oder später selbst das erleben, was wir voller Sehnsucht in dem Film Avatar" gesehen haben: eine tiefe, spirituelle Verbundenheit untereinander und ein nachhaltiger und ressourcenorientierter Umgang mit der Erde.
© Doris Iding