Der Roman heißt „Das Geheimnis von Alexandria." Die Handlung die die kurzen zusammenfassenden Zeilen auf dem Bucheinband verraten, versprechen eine spannende Story die um die Aufklärung der Frage „Wer tötete Kleopatra?" bemüht sein soll. Der Inhalt des Buches ist aber ein wenig anders:
Eine aus der Zukunft stammende Frau, Zimona, die Heldin des Romas, ist eine „Schattenspringerin." Sie reist durch die Zeit, getarnt zuerst und unerkannt von den antiken Bewohnern, und beobachtet die Geschichte. Ihr Auftrag führt sie in das antike Alexandria 30 v. Chr. Sie will den Fall Kleopatra beobachten. Das tut sie dann auch. Sie entdeckt Diskrepanzen und andere Handlungen als ihr aus ihren Geschichtsaufzeichnungen bekannt sind.
Klar, das klingt wie die zusammenfassenden Zeilen, das mag auch die Grundhandlung vom Buch sein, aber das ist leider nicht wirklich so.
Zimona springt am Anfang in der selben Zeit immer ein wenig weiter zurück um herauszufinden, wer Kleopatra umbrachte und welche Absichten die Menschen in ihrer Umgebung haben, das zu tun was sie eben tun. Zu Beginn ist es wirklich noch interessant.
Dann wird es ein wenig konfus, oder ich habe es nicht kapiert. (Die Fans dieses Buches nicken jetzt sicher.)
Ich sehe zu Beginn keine (später im Buch leider auch nicht überzeugende) wirkliche Intention von Zimona, die Vergangenheit zu beobachten. Die Figur ist, und bleibt es leider bis zum Ende, sehr charismalos. Leider wird, und das wäre nun wirklich interessant gewesen, um ihre vielleicht vorhanden Absichten zu verstehen, Zimonas Welt nicht wirklich, nicht genau und nicht umfassend erklärt und beschrieben. Man kann sich weder mit ihr identifizieren, noch ihre Handlungen nachvollziehen, schon gar nicht ihre erotischen Exzesse verstehen, die auch einfach so passieren. (Oder die Figur ist einfach keine Kostverächterin?!) Die Szenen haben einfach nichts Knisterndes.
Ich erinnere mich da nur an Cheftu und Chloe (in „Die Prophetin von Luxor"), das war etwas ganz anderes. Die Figuren strahlten eine Anziehung für einander aus, eine Art Verlangen, das man gut nachvollziehen konnte und die gewissen Szenen waren schon sehr knisternd. Anscheinend ist der Autorin dieses Prickelnde bei Zimona und allen anderen Figuren abhanden gekommen.
Die Mitte des Buches ließ mich ein wenig kämpfen (mit dem Schlaf.) Ich blieb nur dran, weil ich wissen wollte wo mich das Buch noch hinführen will, ich hatte da noch Hoffnung, die aber leider nicht gestillt wurde.
Es ist anscheinend wichtig, das die Bibliothek von Alexandria nicht abbrennt, weil dadurch das Wissen der Welt für immer verloren ginge. Ist das wohl die Intention des Buches? Die Autorin will sich da nicht so recht festlegen, denn vielleicht sind Liebe und Vertrauen die wichtigen Sachen im Leben, die Berge versetzten können?
Die Autorin hat Recht, die Vernichtung des Wissens ist natürlich ein riesiger Verlust und auch das mit der Zeit abhanden gekommene Gefühl von Vertrauen ist tragisch, aber was will der Roman wirklich? Ist es ein Buch mit Message, ein Zeitreiseroman, ein Science Fiction Roman, ein Geschichtsroman? Wohl eher alles in Einem.
Sicher, eine Rezension zu schreiben ist immer leichter als ein Roman von 542 Seiten und Meinungen sind natürlich subjektiv, aber ich muss leider sagen, dass dieses Buch überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprochen hat, und ich ein wenig enttäuscht bin. Ich kann leider nicht damit konform gehen, das es mal eine andere Art Zeitreiseroman ist. Auch wenn man Fan ist von Suzanne Frank, das Buch ist wirklich nicht so toll und tötet leider die Lust des Lesers an diesem Buch, und wer tötete denn nun Kleopatra? Vielleicht sollte man es lesen? Oder doch nicht?