Durch Zufall habe ich dieses Buch entdeckt und mir gleich den Fortsetzungsband gekauft. Die Geschichte der Schwestern, die gegen Ende der Dreißiger Jahre in sehr einfachen, um nicht zu sagen ärmlichen Verhältnissen aufwachsen und trotz allen Kummers und aller Entbehrungen heiter und fröhlich bleiben und aus jeder noch so verfahrenen Situation das Beste machen, ist so unglaublich warmherzig und anrührend geschrieben!
Ein Vater, der ständig neue Geschäftsideen hat, mit denen er die Familie über Wasser halten will und doch immer wieder scheitert; eine resolute Großmutter, die in einem Koffer die Familienschätze (alte Fotos) aufbewahrt und viele Geschichten zu erzählen hat; eine Brüderschar und die drei Schwestern, die sich zwar gerne kabbeln und streiten, aber immer zusammenhalten. Besonders, wenn es wirklich darauf ankommt. Dazu ein altes, baufälliges Haus mit einem Geheimnis und ein Friedhof hinter einer Hecke ... Aus diesen Zutaten besteht das Buch, das von Entbehrungen, einem harten Alltag und vom Zusammenhalt einer ungewöhnlichen Familie erzählt.
Einen halben Stern abziehen würde ich für die vielen belgischen Formulierungen, die aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen nicht mit übersetzt wurden. Sie verleihen dem Buch zwar viel Lokalkolorit, bringen aber besonders für junge Leser Verständnisprobleme mit sich. Man weiß, wo das Buch spielt. Auch die Namen sind eindeutig. Da braucht es die eingestreuten Originalredewendungen meiner Meinung nach nicht.
Viereinhalb von fünf Sternen.