Ein faszinierender Roman in dem der Protagonist mit den zwei diametral gegenüberstehenden inzisivsten Lebensabschnitten konfrontiert wird. Nick der Familienvater einer "Patchwork"-Familie darf sich einerseits mit weh und ach des werdenden Lebens bei seiner zweiten Frau in Anwesenheit des ersten gemeinsamen und zweier aus früheren Ehen stammender Kinder, sowie andereseits dem langsamen aber unausweichlich kommenden Sterbensprozess seines Großvaters gegenübergestellt sehen und muss dabei feststellen, dass er und die anderen Protagonisten des Geschehens zwar nicht Marionetten zwingender Umstände sind, aber ein jeder von der eigenen Vegangenheit und der der Umgebung in erheblichen Maße beeinflusst wird.
Wie üblich bei Pat Barker hat hierbei das England des ersten Weltkriegs und seine gesellschaftlichen Zusammenhänge einen mittelbaren und unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklung der Geschichte: Sein Großvater der immer mehr von den Frontgeschehnissen im ersten Weltkrieg heimgesucht wird und an ihnen trotz eines " erfüllten langen Lebens " doch letztendlich zugrundegeht, und seine Familie, die das Haus einer grossbürgerlichen Familie bezieht die ihren Wohlstand aus der Produktion von Waffen für den Krieg bezogen hat und in einen negativen Entwicklungsstrudel untergegangen ist. Auf mysteriöse Weise ergeben sich schaurige Paralellen zwischen den zwei Familien und manchmal hat man den Eindruck das 'Geschichte rutsche etwas ins mystisch schaurige ab. Aber Pat Barker bleibt mit ihrer Geschichte knallhart in der Realität.
Ich bin ziemlich fasziniert von diesem Buch gewesen und habe mich vor allem über die schöne Verzahnung der Abläufe gefreut die einen dieses mit einem angenehmen Spannungsgefühl lesen lässt und mir viel zum Nachdenken gab.